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Nach Aussage der Angeklagten im Fabian-Mordprozess erhebt ihr Anwalt schwere Vorwürfe

Nation

Der Verteidiger im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow, Andreas Ohm, hat den Zeitdruck der Verhandlung am Landgericht Rostock kritisiert. Auf einige Fragen, die zur Entscheidung des Gerichts beitragen könnten, werde seiner Ansicht nach nicht genügend eingegangen, sagte er im Gespräch mit dem Nordkurier. Im Prozessverlauf würden viele Vermutungen geäußert.

Mögliche Tatbeteiligung im Umfeld der Familie?

Ohm räumte ein, dass es eine Vielzahl von Indizien gegen seine Mandantin gebe, davon seien nicht alle richtig. Einige würden auch zu neuen Ermittlungsansätzen führen. „Bei einer Verhandlung mit solch schweren Rechtsfolgen ist es einfach absurd, diesen Ermittlungsansätzen nicht nachgehen zu wollen, so wie es die Staatsanwaltschaft will“, sagte Ohm. Er nannte als Beispiel eine mögliche Tatbeteiligung im Umfeld der Familie.

++ Aktuelle Bilder vom 22. Prozesstag und eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen der Angeklagten sehen Sie oben im Video ++

Seine Mandantin Gina H. verlas am jüngsten Prozesstag mehr als vier Stunden eine Einlassung. Dabei beteuerte die 30-jährige Pferdesportlerin ihre Unschuld. Vielmehr machte sie dem Hauptbelastungszeugen schwere Vorwürfe.

Die Angeklagte warf ihrem 58-jährigen Nachbarn vor, den Verdacht auf sie gelenkt zu haben. Dieser sei immer wieder eifersüchtig auf ihren Ex-Partner gewesen. Dabei habe der 58-Jährige, der ihr monatelang bei ihren Pferden geholfen hatte, selbst etwas von ihr gewollt. Der Nachbar war schon als Zeuge gehört worden. Ob er noch einmal aussagen muss, wird sich erst noch zeigen. Sie habe ihm keine Schuhe gegeben, damit dieser sie verstecke oder beseitige. Das sei ebenfalls gelogen gewesen.

Eine Prognose zum Ausgang des Prozesses wollte Ohm nicht geben. Ein Urteil soll nach bisheriger Planung am 10. September fallen. Ob der Termin zu halten ist, bleibt abzuwarten. Die Verteidigung hat mehrere zusätzliche Beweisanträge gestellt.

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