Nach dem Fund einer Drohne auf Flughafen Leipzig: Regierung bereitet umfangreiche Maßnahmen gegen Russland vor
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Berlin/Leipzig – Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) wird nach BILD-Informationen „in kurzer Zeit“ Russland öffentlich für den versuchten Anschlag auf dem Flughafen in Leipzig verantwortlich machen. Das erfuhr BILD aus Politiker- und Beamten-Kreisen. Demnach haben Ermittler aus Deutschland und anderen europäischen Staaten direkte Verknüpfungen zur Bombendrohne, weiteren entdeckten Drohnen und Sprengstoffteilen zu anderen Anschlägen etwa in Rumänien gefunden. Auch „Politico“ und „Welt am Sonntag“ (gehören wie BILD zu Axel Springer) hatten berichtet.
Nach BILD-Informationen wurden engste Politikkreise in Berlin im Geheimen darüber informiert, dass der Kanzler „nationale Maßnahmen gegen Russland“ verkünden wird. Dazu sollen Ausweisungen, das Einbestellen des Botschafters und weitere im Inland mögliche sanktionsähnliche Eingriffe gehören. Direkte Sanktionen gegen Russland wird Deutschland – wie in der EU üblich – nicht im Alleingang beschließen. Dazu sei man in Abstimmung, hieß es gegenüber BILD.
Es sei ausdrücklich nicht „der eine rauchende Colt“ gefunden worden. „Es haben sich Dinge verdichtet, so sehr, dass es zweifelsfrei ist, dass der risikoreiche Schritt der direkten Beschuldigung Russlands nicht nur gegeben, sondern unabweislich erscheint.“ Nach BILD-Informationen laufen nachrichtendienstliche und andere Maßnahmen im In- und Ausland parallel weiter.
Die Drohne samt Sprengstoff war in der Nacht zum 5. August auf dem Flughafen Leipzig/Halle gefunden worden – in der Nähe zu ukrainischen Militärmaschinen. Eine zweite Drohne soll mutmaßlich mit einer DHL-Frachtmaschine kollidiert sein. Eine dritte Drohne sowie Sprengstoff wurden später auf einem Feld in Kabelsketal (Saalekreis) in Sachsen-Anhalt entdeckt.
Bundeskanzler Merz hatte Anfang dieser Woche harte Konsequenzen angekündigt. „Die Bundesregierung erlegt Urhebern hybrider Angriffe einen Preis auf – sie werden dafür bezahlen“, sagte er zum Auftakt der Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg.
Merz machte deutlich, wie ernst die Lage ist: „Angreifer nehmen zunehmend skrupellos schwere Sachschäden, sogar Verletzte und Tote in Kauf.“ Die Bundesregierung arbeite „intensiv“ an der Zuordnung des Vorfalls. „Und wir werden das in Kürze auch darlegen und uns dazu äußern.“