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Nach Derby-Eklat: Bußgelder und Zehn-Punkte-Plan beschlossen

Sport

Die schweren Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern haben weitreichende Folgen. Bei einem Sicherheitsgipfel in Stuttgart verständigten sich Politik und die Profiklubs in Baden-Württemberg auf einen umfangreichen Zehn-Punkte-Plan für mehr Sicherheit in den Stadien. Zudem sollen Vereinen bei Sicherheitsmängeln künftig Bußgelder drohen.

"Werden wir nicht einfach hinnehmen"

Knapp zwei Wochen nach den Krawallen im Carl-Benz-Stadion hatte Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel am Donnerstag zu einem Sicherheitsgipfel in Stuttgart eingeladen. Dabei machte er deutlich, dass die Vorfälle von Mannheim nicht ohne Konsequenzen bleiben werden. "Die schweren Ausschreitungen von Mannheim nehmen wir nicht einfach hin", erklärte der CDU-Politiker nach dem Treffen mit Vertretern aus der Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga und Regionalliga.

Zwar will Baden-Württemberg nicht dem Bremer Modell folgen und Vereine pauschal an Polizeikosten beteiligen, die Anforderungen an die Klubs würden jedoch deutlich steigen. Dafür arbeitet das Innenministerium an einer eigenen Rechtsverordnung. Diese soll Bußgelder ermöglichen, wenn Vereine ihre Sicherheitsverantwortung bei Hochrisikospielen nicht ausreichend wahrnehmen. Ein festes Strafmaß werde es laut Hagel nicht geben. Stattdessen solle jeder Fall individuell bewertet werden.

Vereine verpflichten sich zu umfangreichen Maßnahmen

Kernstück der Vereinbarung ist ein Zehn-Punkte-Plan, mit dem die Sicherheit bei Hochrisikospielen verbessert werden soll. Die Vereine verpflichten sich unter anderem dazu, ihre Sicherheitskonzepte regelmäßig zu überprüfen und nach Vorfällen anzupassen. Hochrisikospiele sollen künftig noch intensiver gemeinsam mit Polizei, Kommunen und weiteren Sicherheitsakteuren vorbereitet und ausgewertet werden.Darüber hinaus soll der Ordnungsdienst gestärkt werden. Die Vereine sagen zu, ausreichend qualifiziertes Sicherheitspersonal einzusetzen und personelle oder organisatorische Defizite frühzeitig zu beheben. Auch die Einlasskontrollen sollen verschärft und regelmäßig auf mögliche Schwachstellen überprüft werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung von Pyrotechnik. Die Vereine betonen, dass das Verhindern des Einschleusens unerlaubter Pyrotechnik höchste Priorität habe. Besonders gefährdete Bereiche sollen deshalb zusätzlich gesichert werden. Gleichzeitig sollen Innenräume, Rettungstore, Blockzugänge und andere sensible Stadionbereiche besser geschützt werden, um Platzstürme oder ähnliche Vorfälle zu verhindern.

Beetz fordert klare Konsequenzen für Täter

Auch technische und bauliche Maßnahmen spielen in dem Papier eine wichtige Rolle. Geplant sind unter anderem moderne Videoüberwachungssysteme, technische Unterstützung bei Einlasskontrollen, verbesserte Kommunikationssysteme sowie dynamische Informationsmöglichkeiten für Zuschauer. Wo notwendig, sollen bauliche Anpassungen an den Stadien vorgenommen werden. Zudem wollen die Vereine künftig noch enger mit den Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten, um Straftäter zu identifizieren. Vorhandene Informationen und Aufnahmen sollen konsequent gesichert und an die Ermittlungsbehörden weitergegeben werden. Gleichzeitig bekannten sich die Klubs dazu, Stadionverbote nach den geltenden DFB-Richtlinien konsequent anzuwenden.

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