Nach Drachenlord-"Schanzenfest": Konsequenzen angekündigt
Nachdem rund 3.500 – zumeist junge – Menschen am Samstag trotz Allgemeinverfügung ein ausuferndes "Schanzenfest" im mittelfränkischen Emskirchen im Landkreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim begehen wollten, hat das Innenministerium am Montag Stellung genommen. Auf BR-Nachfrage nannte Innenminister Joachim Herrnmann (CSU) das Verhalten der ungebetenen Gäste "inakzeptabel". Zum Artikel: "Drachenlord: Was steckt hinter dem anhaltenden "Hasskult"?" Aggressive Grundstimmung - Böller auf Polizeipferde Nach Einschätzung der Polizei war die Grundstimmung vor Ort "aggressiv". Es wurden 36 Ordnungswidrigkeitsverstöße gegen die Allgemeinverfügung registriert, die mit Bußgeldern geahndet wurden. Außerdem wurden unter anderem Verfahren wegen Hausfriedensbruch und Beleidigung eingeleitet. In einem Fall wurde ein Verfahren wegen tätlichen Angriffs auf einen Polizeibeamten eingeleitet. Zudem flogen Böller gegen die eingesetzte Reiterstaffel. Innenminister kündigt Konsequenzen an Innenminister Herrmann kündigte Konsequenzen an: "Die Polizei wird den Einsatz intensiv nachbereiten und gemeinsam mit der Gemeinde Emskirchen, dem Landratsamt Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim und der Regierung von Mittelfranken als zuständige Sicherheitsbehörden in einen engen Austausch gehen, wie eine Wiederholung dieser Krawalle verhindert werden kann, ggf. auch durch klare Verbote." Versammlung trotz Allgemeinverfügung Über Jahre hatte sich eine Hater-Gemeinde in verschiedenen Social Media-Plattformen gegen den selbsternannten "Drachenlord" Rainer Winkler gebildet. Obwohl Winkler weggezogen und sein Wohnhaus im Ortsteil Altschauerberg inzwischen abgerissen ist, wurde auf verschiedenen Plattformen zum Treffen aufgerufen. Der Markt Emskirchen hatte eine Allgemeinverfügung erlassen. So waren unter anderem Ansammlungen von mehr als acht Personen auf den Straßen untersagt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Bereits im Vorjahr hatte es Ausschreitungen gegeben.