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Nach „Emma“-Aus: Ex-Chefin rechnet mit Alice Schwarzer ab

Nation

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Köln (Nordrhein-Westfalen) – Für Alice Schwarzer (83) war es „eine einzige Katastrophe“. Für Lisa Ortgies (60) war es eine der schwersten Zeiten ihres Lebens. Fast 20 Jahre nach ihrem Zerwürfnis bricht der Konflikt zwischen der „Emma“-Gründerin und ihrer früheren Chefredakteurin wieder auf. Nach einem Interview Schwarzers wehrt sich Ortgies öffentlich gegen die Darstellung ihrer Amtszeit und sieht sich gezwungen, schmerzhafte Details aus ihrem Privatleben offenzulegen.

Kaum ist das Ende von „Emma“ verkündet, gibt es noch einmal richtig Zoff um das berühmte Feministinnen-Magazin. Nach 50 Jahren stellt Alice Schwarzer ihr Lebenswerk ein. Die Ausgabe vom 8. Dezember soll die letzte sein. In einem Interview mit der „Zeit“ spricht die Frauenrechtlerin jetzt auch darüber, warum es nie gelungen sei, eine Nachfolgerin für ihren Posten als Chefredakteurin aufzubauen.

Dabei erinnert Schwarzer an einen Versuch, der vor fast 20 Jahren scheiterte: 2008 übernahm die Journalistin und Moderatorin Lisa Ortgies die Chefredaktion von „Emma“. Nach knapp acht Wochen war schon wieder Schluss.

Alice Schwarzer bemängelt „null Erfahrung“

Im Interview sagt Schwarzer über die damalige Personalentscheidung: „Da war unser Fehler, eine Kollegin anzusprechen, die zuvor Fernsehen gemacht hatte, aber mit Print null Erfahrung hatte.“ Eine Darstellung, gegen die sich Ortgies wehrt. Sie sei keineswegs lediglich eine „Fernsehfrau“ gewesen, erklärt sie bei LinkedIn . Ortgies verweist auf ihre journalistische Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg und ihre anschließende Arbeit als Printjournalistin, Buch- und TV-Autorin sowie Moderatorin . Mehr noch: Vor ihrer Berufung zur Chefredakteurin habe sie bereits jahrelang als Kolumnistin für „Emma“ gearbeitet.

Ortgies schreibt: „Sowohl Alice Schwarzer als auch die Leser:innen der EMMA hatten große Wertschätzung für meine Arbeit und für meine Haltung. Aus diesem Grund hat Frau Schwarzer mich gebeten, die Chefredaktion zu übernehmen.“

„Das war eine einzige Katastrophe“

Besonders deutlich wird Ortgies bei einem weiteren Punkt aus Schwarzers Interview. Schwarzer berichtet dort, dass sich bereits die geplante „Schnupperzeit“ ihrer damaligen Nachfolgerin immer wieder verschoben habe. Von den vorgesehenen sechs Monaten Einarbeitung ganz zu schweigen. Schon nach zwei Wochen habe eine Mitarbeiterin zu ihr gesagt: „Wenn die bleibt, dann gehe ich!“ Schwarzers Fazit über den Versuch: „Das war eine einzige Katastrophe.“

Ortgies erklärt nun erstmals öffentlich, warum sich ihr Start damals verzögert habe: „In dieser Zeit ist mein Vater schwer erkrankt und nach mehreren Monaten verstorben. Ich hatte damals gleichzeitig einen acht Monate alten Säugling zu versorgen und habe das Sterben meines Vaters unter sehr schwierigen Umständen begleitet. Frau Schwarzer war über diese Situation damals vollständig im Bilde.“

Eigentlich habe sie diese schmerzhaften Erinnerungen für sich behalten wollen. Nun sehe sie sich aber zu der öffentlichen Erklärung gezwungen: „Leider ist Frau Schwarzer an die Öffentlichkeit gegangen – deshalb diese Richtigstellung.“

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