Nach Eskalation am Pizzastand: Staatsschutz ermittelt gegen AfD-Politiker
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Regensburg – Ausraster eines bayerischen AfD-Stadtrates: Markus Leopold soll nach BILD-Informationen bei der „Italienischen Nacht“ in seiner Heimatstadt Burglengenfeld Angestellte einer Pizzeria beleidigt, sich mit der Security angelegt und dann auch noch einen Polizisten angegriffen haben. Jetzt ermittelt der Staatsschutz – denn laut Sicherheitsdienst soll der Kommunalpolitiker zudem ausländerfeindliche Sprüche gerufen haben! Nach Angaben von Gastwirt Slimen Ben Dhafer (48) eskalierte die Lage, als Leopold gegen 1:30 Uhr am Stand der Pizzeria „Olive“ kein Bier mehr bekam. „Er war schon öfter unser Gast, ich hatte nie ein Problem mit ihm. Doch diesmal gab es Streit um den Ausschank von Alkohol, er hatte schon zu viel getrunken“, schildert Ben Dhafer BILD. „Als er zu schubsen begann und ‚weg, weg, nicht anfassen‘ schrie, hat ihn die Security gepackt und mitgenommen.“ Die Sicherheitsleute soll Leopold als „Rindviech“ und „Arschloch“ tituliert haben. Christian Ach (45), Geschäftsführer des gleichnamigen Sicherheitsdienstes, sagte BILD: „Meiner Mitarbeiterin sagte er, sie soll dahin gehen, wo sie hergekommen ist.“ Daraufhin wurden Polizisten alarmiert, denen Markus Leopold aber laut Polizeipräsidium Oberpfalz ebenfalls „unkooperativ und aggressiv“ gegenübergetreten sein soll. Polizeisprecher Jonas Krauß: „Nachdem er einen polizeilichen Platzverweis missachtete und während einer Identitätsfeststellung versuchte, auf ein polizeiliches Einsatzmittel zuzugreifen, musste polizeilicher Zwang angewendet werden.“ Offenbar hatte Leopold an den Gürtel eines Beamten gegriffen, wo Schlagstock, Taschenlampe, Reizgas und Ersatzmagazin befestigt sind. „Unterste Gürtellinie“ Zum Nachweis seiner Identität soll Leopold übrigens seinen AfD -Mitgliedsausweis gezückt haben. Danach wurde er gefesselt und musste den Rest der Nacht im Polizei-Gewahrsam verbringen. Für eine Stellungnahme gegenüber BILD war er am Mittwochabend nicht erreichbar. Die Polizei bestätigte Ermittlungen gegen einen Mandatsträger. Das Verfahren läuft bei der Kripo Amberg wegen des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. Auch in seiner Heimatgemeinde drohen Leopold Konsequenzen. Christian Ach: „Sich als Stadtrat bei einer Veranstaltung der Stadt so aufzuführen, ist unterste Gürtellinie. Beim kommenden Bürgerfest sollte ein Hausverbot geprüft werden.“