Nach Flucht: Windkraft-Betrüger Hendrik Holt in Dubai gefasst
Stand: 24.09.2026 09:13 Uhr
Der entflohene Windkraft-Betrüger Hendrik Holt ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen worden. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Osnabrück dem NDR Niedersachsen. Holt war mehrere Wochen auf der Flucht.
Der verurteilte Betrüger aus dem emsländischen Haselünne hatte sich Ende August während eines Freigangs in Berlin unbemerkt abgesetzt. Holt wurde bereits am Dienstag in Dubai festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft nun bestätigte. Der 36-Jährige befinde sich noch dort, sagte ein Behördensprecher. Die Staatsanwaltschaft hat eigenen Angaben zufolge von seinem Aufenthalt in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewusst. Nach dem Windkraftbetrüger war international gefahndet worden.
Wurde Reisepass entzogen?
Nach NDR Informationen war Holt über Polen in die Türkei und anschließend nach Dubai geflohen. Bisher ist unklar, wie einem verurteilten Straftäter die Flucht ins außereuropäische Ausland gelingen konnte. Denn Freigängern werden eigentlich die Reisepässe entzogen. Ob dies auch bei Holt geschehen ist, wollte der Berliner Senat für Justiz auf NDR Nachfrage nicht beantworten.
Festnahme könnte Anzeichen für baldige Auslieferung sein
In sozialen Netzwerken hatte Holt angegeben, sich in Russland aufzuhalten. "Der angebliche Russland-Aufenthalt war eine Finte", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem NDR Niedersachsen. Die Festnahme von Holt könnte auf eine baldige Auslieferung hindeuten. Wie unlängst bekannt geworden ist, haben die Vereinigten Arabischen Emirate ein Rechtshilfeabkommen mit Deutschland unterzeichnet, das aber keine Auslieferungen beinhaltet. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück plant deshalb ein vertragsloses Auslieferungsersuchen auf diplomatischen Weg. Holts bisheriger Anwalt wollte nicht bestätigen, ob er weiterhin für Holt tätig ist.
Flucht ist in Deutschland nicht strafbar
Ein neuer Prozess wegen der Flucht drohe dem 36-Jährigen nicht, heißt es weiter von der Staatsanwaltschaft. Denn: Der Ausbruch aus dem Gefängnis beziehungsweise eine Flucht während eines Freigangs sind in Deutschland nicht strafbar. Hendrik Holt war im Mai 2022 vom Landgericht Osnabrück wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs zu sieben Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte internationalen Energiekonzernen erfundene Windparkprojekte verkauft.
Verkauf von Flughafen Rostock-Laage eingefädelt?
Der verurteilte Windkraftbetrüger Holt soll auch mit dem Verkauf des Regionalflughafens Rostock-Laage in Verbindung stehen. Laut Medienberichten hat Holt den Flughafen-Deal im vergangenen Jahr aus dem offenen Vollzug heraus über Mittelsmänner eingefädelt. Die heutige Betreiberin des Flughafens und Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft "Crisp Partners", Ira Lauth, bestreitet eine offizielle Geschäftsbeziehung allerdings.