Nach Nord-Stream-Sprengung: Betreiber nicht als Nebenkläger zugelassen
Stand: 02.10.2026 16:19 Uhr
Beim Prozess um die Explosionen der Nord Stream Pipelines in der Ostsee im Jahr 2022 soll es keine Entscheidung über mögliche Schadenersatzforderungen an die russischen Betreibergesellschaften geben. Das hat das Gericht in Hamburg entschieden.
Vier Jahre nach der Sprengung der Nord Stream Pipelines stehen zwei Ukrainer in Hamburg vor Gericht. Die beiden Betreibergesellschaften, die Nord Stream AG und die Nord Stream 2 AG, wollten in dem Prozess als Nebenkläger auftreten. Das hat das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg heute abgelehnt. Im Prozess gegen die beiden angeklagten Ukrainer soll es ausschließlich um die Frage der Tatbeteiligung der Verdächtigen an den Sprengungen der Pipelines gehen, nicht aber etwa um Schadensersatz oder russische Reparationsforderungen.
Die Begründung des Gerichts
Als Begründung für diese Entscheidung nannte das Gericht, dass die Schäden nicht existenziell gewesen seien. Wie das Gericht schreibt, belaufen sich die Kosten nach Betreiberangaben für die Reparatur zwar jeweils auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag, es müsse aber berücksichtigt werden, dass für den Bau der Pipelines 7,4 und 9,5 Milliarden Euro ausgegeben worden sind.
Prozess soll Mitte Oktober starten
Der Prozess soll am 14. Oktober beginnen. Der ukrainische Staatsangehörigen Serhij K. muss sich wegen der Anschläge auf die Nord-Stream-Gasleitungen vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht verantworten. Ihm wird als Mittäter vorgeworfen: das Kriegsverbrechen des Einsatzes verbotener Methoden der Kriegsführung durch Angriff gegen zivile Objekte, das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, die Zerstörung von Bauwerken sowie die Störung öffentlicher Betriebe.
Mehrere Sprengungen im Jahr 2022
Im September 2022 hatten mehrere Sprengungen in der Nähe der dänischen Insel Bornholm die beiden Pipelines so beschädigt, dass kein Gas mehr durchgeleitet werden konnte. Durch Nord Stream 1 floss vorher russisches Erdgas nach Deutschland, Nord Stream 2 war noch nicht in Betrieb. Allerdings war nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine die Durchleitung von Gas durch Nord Stream 1 von russischer Seite bereits mehrfach stark gedrosselt oder ganz gestoppt worden.