Nach Rücktritt: Kommt Spahn wieder?
Einem Comeback steht für Jens Spahn, so darf man den Äußerungen aus Fraktion und Parteispitze von CDU und CSU entnehmen, nichts im Wege. Markus Söder war der Erste, der Milde walten ließ: „Ich glaube, dass der Weg von Jens Spahn noch nicht beendet ist.“ Daran schloss sich Steffen Bilger an, der neue Minister: „Ich hoffe sehr, dass er uns in der Politik erhalten bleibt, natürlich auch als Mitglied unserer Fraktion.“ Erst die Empörung, dann das große Lob So ähnlich sehen es offenbar viele Parteifreunde. Nur wenige Tage nachdem sich die Empörung über Spahns Leihmutter-Affäre überschlagen hatte, lobten sie die Vorzüge und Verdienste Spahns, wenn auch anonym. Erst wollte ihm niemand beispringen (außer Roland Koch), dann kamen die Blumen. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, dass Zweifel aufgekommen waren, ob der Rücktritt Spahns wirklich verhältnismäßig gewesen war und im Sinne der Partei. Allzu viele Spahns hat die CDU eben nicht. Jemand, der als konservativ gilt, aber doch auch links sein kann. Jemand, der ein harter Hund ist, aber „nicht nur ein Mann“ (Spahn). Jemand, der einstecken kann, aber auch austeilen. Wenn Spahn nach der Sommerpause wieder in die Fraktion kommt, wird er sicher gefragt werden: Machen Sie es so wie Friedrich Merz? Der machte etwas Neues und wartete mehr als zehn Jahre lang. Wenn Spahn Kanzler werden will, wird er es anders machen.