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Nach Sachsenring-Sieg: Marc Marquez blendet Titelkampf nicht mehr aus

Sport

(Motorsport-Total.com) - Mit seinem souveränen Start/Ziel-Sieg im Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring hat Ducati-Pilot Marc Marquez in der MotoGP-Fahrerwertung 2026 kurz vor der Sommerpause nochmals einen großen Satz gemacht. Mit 190 Punkten ist Marquez nun WM-Dritter, nur vier Punkte hinter Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) und lediglich 18 Punkte hinter Tabellenführer Jorge Martin (Aprilia). Martins Teamkollege Marco Bezzecchi, der die WM-Tabelle monatelang angeführt hatte, stand an diesem Wochenende verletzungsbedingt nicht in der Startaufstellung. Sein am Samstag im Qualifying passierter Highsider in Kurve 7 des Sachsenring hatte zur Folge, dass er sowohl beim Sprint als auch Grand Prix nur Zuschauer war. Am Sonntag ist Bezzecchi in Italien am gebrochenen linken Schlüsselbein operiert worden. Das wurde seitens Aprilia in einem Statement am frühen Nachmittag bestätigt. Demnach peilt Bezzecchi eine Teilnahme am Großbritannien-Grand-Prix in drei Wochen (8./9. August) an. Hundertprozentig sicher sei dies zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht. "Wenn ich in der WM irgendeine Chance haben will, ..." Solche Sorgen hat Marc Marquez ausnahmsweise mal nicht. Mit seinem Doppelschlag auf dem Sachsenring und der Idealpunktzahl von 37 WM-Zählern hat der siebenmalige und amtierende MotoGP-Weltmeister nun auch im Kampf um den WM-Titel 2026 deutliche Ansprüche angemeldet. Danach hatte es zu Beginn der Saison, vor Marquez' jüngster Schulteroperation, nicht ausgesehen. Wie Marquez am Sonntag am Sachsenring klar zum Ausdruck bringt, waren seine ersten Rennen in dieser Saison "ein Alptraum, denn ich habe einfach nicht verstanden, was los war und konnte das Fahren deshalb nicht genießen. Der Arm ließ mich in Momenten, in denen ich nicht damit gerechnet hatte, immer wieder im Stich. Deshalb bin ich oft auf seltsame Art und Weise gestürzt". Die am 10. Mai, dem Renntag des Grand Prix von Frankreich in Le Mans, durchgeführte Operation war die Rettung, wenngleich Marquez auch jetzt, zwei Monate später, noch nicht wieder bei 100 Prozent Fitness angekommen ist. Ob er jemals wieder bei 100 Prozent ankommen wird, das hat er in den vergangenen Wochen immer mal wieder selber in Frage gestellt. Dennoch fühlt sich Marquez nun wieder soweit konkurrenzfähig, dass er Gedanken an den WM-Titel 2026 nicht mehr komplett wegschiebt. "Wenn ich in der WM irgendeine Chance haben will, dann nur, wenn ich an diesem Wochenende angreife. Das war mir klar, das habe ich deshalb auch so gesagt und genau das habe ich getan", freut sich Marquez und erklärt: "Seitdem der Nerv wieder richtig arbeitet, habe ich zwar noch nicht wieder die volle Kraft, aber ich weiß jetzt zumindest wieder, was der Arm macht. Das hilft mir, mich entsprechend darauf einzustellen." "Meine Herangehensweise sieht aktuell so aus, dass ich an den Freitagen auf meinen Instinkt vertraue. Wenn ich schon stürze, dann am liebsten an den Freitagen, um zu verstehen, wo das Limit liegt. Und dann gibt es eben einige Strecken, wie beispielsweise Assen, wo ich einfach nur durchhalten will", so der MotoGP-Titelverteidiger. Trotz Rekordsieg: Kleiner Wermutstropfen für Marc Marquez Der Sachsenring ist für Marc Marquez keine dieser "Durchhaltestrecken" wie es etwa der TT Circuit Assen ist - ganz im Gegenteil. Marquez' Triumph im Grand Prix von Deutschland am Sonntag war über alle WM-Klassen gerechnet bereits sein 14. Sachsenring-Sieg. Allein in der Königsklasse MotoGP hat Marquez auf seiner Paradestrecke Sachsenring nun 10 Siege auf dem Konto. Damit ist der Rekord von Giacomo Agostini bezüglich der meisten Siege in der Königsklasse auf einer Strecke egalisiert. "Ago" hat es auf dem Stadtkurs in Imatra (Finnland) auf 10 Siege gebracht. "10 Siege auf einer Strecke in der MotoGP-Klasse, das ist schon etwas Besonderes", staunt Marquez am Sonntag selber über seine Leistung. Dennoch: Einen kleinen Wermutstropfen findet er an diesem Wochenende, das für ihn auf dem Papier gar nicht besser hätte laufen können, trotzdem. "Hundertprozentig glücklich bin ich nicht. Denn ich hätte gerne auch heute meinen Bruder Alex auf dem Podium gesehen", sagt Marc Marquez. "Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie er sich nach dem Crash in Montmelo (Barcelona; Anm. d. Red.) zurückgekämpft hat. Das war eindrucksvoll. Ich weiß, dass er sich richtig ins Zeug legen kann, aber das war ehrlich gesagt mehr als ich erwartet hatte." "Alex war an diesem Wochenende richtig schnell", setzt Marc Marquez das Loblied auf seinen jüngeren Bruder fort und gibt zu: "Weil Alex und auch 'Diggia' extrem schnell waren, war der Sprint für mich schwieriger."

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