Nach Sieg gegen Kroatien Zverev bestimmt über Wohl und Wehe des Davis-Cup-Teams
Es gab viele Hände zu schütteln. Alexander Zverev hatte ordentlich zu tun, als er sich beim gesamten deutschen Davis-Cup-Team nach seinem verwandelten Matchball gegen den Kroaten Dino Prizmic (6:2, 6:4) am Sonntag (20.09.2026) für dieses erfolgreiche Wochenende bedankte.
Natürlich stand Zverev im absoluten (Tennis-)Fokus. Der 29-Jährige hatte schließlich zwei Punkte (zuvor 6:4, 7:6 gegen Matej Dodig am Samstag) beim 3:1-Erfolg gegen Kroatien eingetütet. Damit ist das deutsche Davis-Cup-Team für die Endrunde in Bologna (24. bis 29. November) qualifiziert.
Zverev liefert ab
Zverev hatte nicht nur sportlich den Ton des deutschen Teams gesetzt. "Wir haben vielleicht nicht mehr so viele Chancen, mit diesem Team was Großes zu erreichen", hatte er vor dem Wochenende verkündet - und damit auch seine Teamkollegen unter Zugzwang gesetzt.
Mit anderen Worten: Wenn es in diesem Jahr nicht klappt, dann wird es immens schwer, die hässlichste Salatschüssel der Welt, wie der Davis Cup gemeinhin genannt wird, nach Deutschland zu holen.
Zverev lieferte trotz der Ehrungen und der Begeisterung des Publikums in Halle sowie den vielen Gratulanten nach seinem US-Open-Erfolg souverän ab. "Wir haben ein starkes Team und wir können bis zum Ende gehen", rief Zverev nach dem Gesamtsieg euphorisiert in das Stadion-Mikrofon.
Formkurve der Spieler muss steigen
Das Problem ist allerdings, dass in Italien die Last vor allem auf Zverev liegen würde. Daniel Altmaier konnte mit dem Druck in Ostwestfalen nicht umgehen und zeigte im zweiten Einzel am Samstag eine schwache Leistung gegen Dino Prizmic (3:6, 4:6).
Yannick Hanfmann ist mittlerweile 34 Jahre alt und war nur Ersatzmann. Jan-Lennard Struff (36) wurde nach seiner insgesamt sehr durchwachsenen Saison von Michael Kohlmann gar nicht erst für die Partie gegen Kroatien nominiert. "Ich hoffe, dass die Formkurve der Spieler bis Bologna steigt", sagte der Bundestrainer.
Pütz vor Karriereende
Zumindest einen Joker hat das deutsche Team aber dann doch noch. Das Weltklasse-Doppel Tim Pütz und Kevin Krawietz, setzte sich gegen die ehemalige Nummer eins der Doppel-Weltrangliste, das Duo Nikola Mektic und Mate Pavic, mit 7:5, 6:2 durch. "Ich glaube, das war das beste Match im Davis Cup von uns", sagte Krawietz hinterher.
Das Problem: Pütz ließ in Halle keine Zweifel daran aufkommen, dass er nach den Australian Open im kommenden Jahr seine Turnierteilnahmen drastisch reduzieren oder sogar ganz aufhören wird mit dem Profi-Tennis. Immerhin wird der gebürtige Frankfurter im November 39 Jahre alt. Die Finalrunde ist also wahrscheinlich die letzte Chance für Pütz und Krawietz in diesem Pokalwettbewerb.
Zverev gibt sich vage
Ob Zverev bei der Endrunde - deren Modus (zwei Einzel, ein Doppel) er in der aktuellen Form überhaupt nicht mag ("Das ist absoluter Mist") - überhaupt dabei ist, ließ der gebürtige Hamburger trotz der Freude über den Erfolg gegen Kroatien offen. "Wir werden sehen", sagte er.