Nach „The Witcher“: Mit „The Blood of Dawnwalker“ startet jetzt ein düsteres Fantasy-Highlight mit ordentlich Biss
Meine Gedanken zu „The Blood of Dawnwalker“
Der Combat-Stil
Wenn ich Fantasy-RPG höre, muss ich sofort an „Baldur’s Gate 3“ denken – eines meiner absoluten Lieblingsspiele. Entsprechend bin ich in diesem Genre eher rundenbasierte Kämpfe gewohnt. Als ich „The Blood of Dawnwalker“ auf der PS5 angespielt habe, hat mich der deutlich direktere Combat-Stil deshalb zunächst etwas überfordert.
Statt in Ruhe meinen nächsten Zug zu planen, musste ich hier deutlich schneller reagieren: Angriffe und Verteidigung funktionieren richtungsabhängig, Schläge wollen im richtigen Moment geblockt oder pariert werden. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase hatte ich den Dreh aber raus und fand immer besser in den Rhythmus der Kämpfe.
World- & Character-Building
Die Welt an sich hat mir dafür von Anfang an zugesagt. Neben Fantasy bin ich nämlich auch ein großer Horror-Fan und alles, was mit Vampiren zu tun hat, zieht meine Aufmerksamkeit sowieso sofort auf sich. Entsprechend schnell hatte mich die düstere Atmosphäre von gepackt.
Auch Coen als Hauptfigur hat mir gefallen – vor allem wegen seiner Dualität als Dawnwalker. Je nachdem, ob ihr bei Tag als Mensch oder bei Nacht als Vampir unterwegs seid, stehen euch andere Fähigkeiten zur Verfügung. Dadurch spielt sich nicht nur Coen unterschiedlich, auch die Welt lässt sich auf verschiedene Arten erleben.
Erkunden von Vale Sangora – mit Zeitstress
Überhaupt hat mir das Erkunden von Vale Sangora besonders viel Spaß gemacht – nur kann ich hier nicht wie in anderen Open-World-RPGs gemütlich jede Nebenquest abarbeiten, die mir über den Weg läuft. Durch die begrenzte Zeit musste ich immer wieder abwägen: Verfolge ich diese Geschichte weiter oder investiere ich meine wertvolle Zeit lieber in eine andere Aufgabe? Gerade wenn mehrere interessante Quests gleichzeitig auf mich warteten, brachte mich das durchaus in kleine moralische Dilemmas.
Aber genau darin liegt für mich eine der großen Stärken von „The Blood of Dawnwalker“: Statt einfach eine Quest nach der anderen abzuhaken, muss ich immer wieder Prioritäten setzen. Welche Geschichten ich verfolge, welche Figuren ich näher kennenlerne und welche Erlebnisse mir dadurch vielleicht komplett entgehen, hängt von meinen Entscheidungen ab.
Ein Kritikpunkt bleibt
Ganz ohne Schwächen kommt das ambitionierte Debüt von Rebel Wolves allerdings nicht aus. Vor allem die Kämpfe können mit der Zeit etwas repetitiv werden. Das richtungsbasierte System verlangt zwar Aufmerksamkeit, bietet für meinen Geschmack aber nicht die taktische Vielfalt, die ich etwa an „Baldur’s Gate 3“ so liebe. Gerade deshalb waren es am Ende weniger die Kämpfe als vielmehr die Welt, die Story und die Entscheidungsfreiheit, die mich an „The Blood of Dawnwalker“ besonders gereizt haben.
Mein Fazit
Wer düstere Fantasy liebt, sich gerne in einer atmosphärischen Welt verliert und kein Problem damit hat, auch mal eine Quest links liegen zu lassen, sollte „The Blood of Dawnwalker“ definitiv eine Chance geben. Gerade die Mischung aus Entscheidungsfreiheit, Zeitdruck und Coens Doppelleben sorgt für frischen Wind im RPG-Genre.