Nach vier Jahren: Staatsbank will Corona-Hilfe von Wäscherei zurück
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Esslingen (Baden-Württemberg) – Die Pandemie hat er gerade so überstanden, vier Jahre später könnte der Waschsalon von Waltraud Heeg (68) ihr doch noch zum Opfer fallen. Denn 2026 fordert die staatliche L-Bank 35.000 Euro Corona-Hilfen zurück.
Die Förderbank des Landes Baden-Württemberg bestreitet plötzlich, dass Heegs Umsatzeinbußen im Jahr 2022 etwas mit dem Lockdown zu tun hatten. Im August schreibt sie ihr in Bürokratendeutsch: „Die abgegebene Begründung und die eingereichten Unterlagen plausibilisieren eine Coronabedingtheit der Umsatzausfälle nicht hinreichend.“
Im Homeoffice brauchte keiner frisch gereinigte Anzüge
Heeg widerspricht: „Für Krankenhäuser und Altenheime wurden Betretungsverbote ausgesprochen. Wir durften Kittel für Ärzte und Pfleger nicht mehr waschen und bringen. Die Gastronomie hatte geschlossen. Es gab keine Tischwäsche, Handtücher und Servietten, die man hätte waschen müssen. Angestellte wurden ins Homeoffice geschickt. Niemand brauchte mehr frische Hemden, Blusen, Anzüge. Auch das Geschäft mit Arbeitskleidung fiel weg. Aus Angst vor Ansteckung, Zugangsbeschränkungen und Testpflicht wurde auch kaum noch Bügelwäsche gebracht.“
Ihr Steuerberater Hendrik Miller (61): „Genau diese Argumente führten 2022 dazu, dass der Antrag vorläufig bewilligt und die Corona-Hilfe ausbezahlt wurde. Ich vermute, dass jetzt der Sachbearbeiter gewechselt hat. Für mich grenzt das an Willkür.“
Einnahmen brachen weg, Kosten liefen weiter
Waltraud Heeg sagt, die L-Bank könne anhand ihrer Umsätze „exakt nachvollziehen, dass das Geschäft während der Pandemie um 50 Prozent eingebrochen ist“. Jeder Cent Corona-Hilfe sei für Miete, Löhne, Energie, Versicherungen, Wartung und Leasing der Maschinen verwendet worden: „Es war eine furchtbare Zeit, deren Auswirkungen wir bis heute spüren. Wir haben uns mit viel Mühe wieder aufgerappelt, aber dieser Bescheid versetzt uns den Todesstoß.“
Letzte Chance für den Waschsalon wäre eine Klage. Doch dazu bräuchte die Chefin einen teuren Anwalt, viel Zeit und Nerven. Sie sagt: „Ich weiß nicht, ob ich dazu noch die Kraft aufbringe.“ Sollte sie Insolvenz anmelden, müsste sie drei Mitarbeitern kündigen. Verzweifelt sagt sie zu BILD: „Warum hat uns der Staat damals nicht gleich sterben lassen? Jetzt kommt der wirtschaftliche Ruin eben zeitversetzt.“
Die L-Bank äußerte sich auf BILD-Anfrage zum konkreten Fall nicht.