Nachbarn von Gina H. sind sich bei einem Detail einig
Startseite Panorama Prozess um getöteten Fabian: Nachbarn der Angeklagten sind sich bei einem Detail absolut einig Von: Sandra Sporer Uns auf Google folgen Fabians Leiche wurde in Klein Upahl gefunden – von Gina H. Am heutigen Prozesstag geht es immer wieder darum, ob sie sich dort öfter aufhielt. Rostock – Fünf Menschen aus dem Umfeld der Angeklagten Gina H. (30) traten am 17. Verhandlungstag im Mordprozess um den achtjährigen Fabian vor das Landgericht Rostock. Der letzte Zeuge brachte dann nochmal einen ordentlichen Paukenschlag. Gleich zu Beginn des Verhandlungstages relativierte die erste Zeugin frühere Aussagen gegenüber der Polizei. Liane W. hatte die Angeklagte über ihren Sohn kennengelernt, der regelmäßig auf deren Grundstück kam. Bei ihrer polizeilichen Vernehmung am 3. Dezember 2025 hatte sie angegeben, Gina H. leide unter psychischen Problemen. Vor Gericht ruderte sie nun zurück: Davon habe sie selbst wenig mitbekommen. Nachbarinnen haben die Angklagte vor Fabians Verschwinden nie in Klein Upahl gesehen Auffällig erschien der Zeugin jedoch ein Detail: Plötzlich sei Gina H. in Klein Upahl mit ihrem Hund spazieren gegangen – einem Ort, den sie zuvor nie aufgesucht habe. „Als ich gehört habe, dass Frau H. spazieren war, hab ich mir nur gedacht, seit wann geht man denn da spazieren?“, gab sie laut Stern zu Protokoll. Zuvor habe die Angeklagte ausschließlich in Reimershagen ihre Runden gedreht. Sandra H., ebenfalls eine Nachbarin, bekräftigte diese Beobachtung. Sie arbeitet in der Nähe von Klein Upahl, ihre Mutter und Schwester leben dort, weshalb sie sich öfter dort aufhält. Dennoch habe sie Gina H. vor dem Verschwinden des Jungen niemals an diesem Ort gesehen. Zeugin über Gina H.: Hat Männer „mit Nacktbildern angefüttert“ Interessantes hatte auch die dritte Zeugin, Katrin L., zu berichten. Die Angeklagte habe nicht nur Fabians Vater Matthias R. manipuliert, sondern auch andere Männer. Diese habe sie „mit Nacktbildern angefüttert“, zitiert die Bild die Zeugin. Zwischen Gina H. und Matthias R. sei es zudem häufig zum Streit gekommen – meist wegen Geld oder seiner Familie. Besonders erschütternd war die Aussage von Sabine H., die Gina H. seit deren 14. Lebensjahr kennt. Sie habe von Anfang an bezweifelt, dass die Angeklagte zufällig auf Fabians Leichnam gestoßen sei. Zunächst vermutete sie, Gina H. decke den wahren Täter, um ihn dauerhaft an sich zu binden. Als sie die Angeklagte kontaktierte, zeigte diese jedoch keinerlei Emotionen. „Die Gina, die ich kenne, die hab ich von Herzen gern. Aber ich habe das Gefühl, ich habe Gina nie wirklich gekannt“, sagte die Zeugin unter Tränen. Zeuge berichtet von Bestechungsangebot: Paar soll ihm 5000 Euro für Aussage angeboten haben Für die größte Überraschung sorgte der letzte Zeuge des Tages. Max G. (24) behauptete, ein Mann und eine Frau hätten ihm 5000 Euro angeboten, um „schlechte Sachen“ über Gina H. auszusagen. „Ich sollte bezeugen, dass Gina psychisch nicht normal ist, dass sie ihre Tiere misshandelt, dass sie Kinder nicht mag und sowas. Was aber nicht stimmt“, erklärte Max G. laut Stern. Das habe er vehement abgelehnt. Die Frau habe „Rastazöpfe und leicht blonde Spitzen“ getragen, der Mann eine Brille. Diese Beschreibung passt auf Raffaela J., eine Freundin von Fabians Mutter Dorina L. Die Frau war bei nahezu jedem Prozesstag anwesend. Sie musste nach der Aussage von Max G. den Saal verlassen. Allerdings verstrickte sich Max G. selbst in Widersprüche. Er behauptete, sich nur vom Hörensagen über den Fall informiert zu haben – obwohl er zweimal bei der Polizei vorstellig geworden war, um Auskünfte einzuholen. Auch frühere Aussagen gegenüber den Ermittlern bestritt er vor Gericht. So hatte er laut Protokoll gesagt: „Fabian hat Gina mehr geliebt als seine eigene Mutter.“ Diese Worte will er nun nie geäußert haben.