Nachdem es nicht seinen Namen tragen darf: Trump kündigt sofortige Schließung des Kennedy Centers in Washington an
US-Präsident Donald Trump hat die sofortige Schließung des renommierten Kennedy Centers in Washington verkündet. Der Verwaltungsrat der Kultureinrichtung habe dies am Dienstag nahezu einstimmig beschlossen, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Er begründete dies mit der Sicherheit des Gebäudes und „sehr umfangreichen und komplexen“ Renovierungsarbeiten, die jedoch erst später beginnen sollten.
Tatsächlich war das von Trump eingesetzte Gremium zuvor vor Gericht damit gescheitert, Trump in den Namen der Einrichtung mit aufzunehmen und diesen auch an der Fassade zu ändern. Ein Richter durchkreuzte die Pläne Ende Mai und untersagte zudem eine mutmaßlich wegen Renovierungsarbeiten geplante zweijährige Schließung.
Gerichte stoppten jede Huldigung Trumps
Das mit Trump-Vertrauten gespickte Gremium kündigte daraufhin an, eine andere Würdigung an der Fassade anzubringen: „von Donald J. Trump renoviert und restauriert“. Doch auch dem schob der Richter am Dienstag einen Riegel vor. Kurz darauf stimmte das Gremium für die Schließung.
Trump hatte das Kulturzentrum seit seinem Amtsantritt als US-Präsident heruntergewirtschaftet. Zeitweise führte Richard Grenell, während Trumps erster Amtszeit US‑Botschafter in Berlin, das Kulturinstitut. Seine Leitung war geprägt von massiven Protesten, Absagen namhafter Künstler, dem Auszug der Washington National Opera und einbrechenden Ticketverkäufen.
Das „John F. Kennedy Center for the Performing Arts“ ist eigentlich das nationale Kulturzentrum der Vereinigten Staaten. Von seiner Dachterrasse aus hat man einen Panorama-Blick auf Washington DC. Im Dezember 2025 fand dort noch die Auslosung zur Fußball-Weltmeisterschaft statt.
Es droht der Abriss
Kürzlich drohte die Trump-Regierung, das Kennedy Center abzureißen. Anschließend werde man sich überlegen, was auf dem Gelände gebaut werden solle. Als mögliche Alternative gilt ein großes Freiluft-Amphitheater mit Blick auf den Potomac River.
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnete das Kennedy Center mit einem Defizit von 23 Millionen Dollar. Ursprünglich waren Gesamteinnahmen von rund 220 Millionen Dollar eingeplant. Dann kam Trump. Einnahmen aus dem Ticketverkauf brachen um 70 Prozent ein. (AFP/Tsp)