Nachfolger für Saturn in Karlsruher Kaiserstraße steht fest
Mit der Saturn-Filiale in der Karlsruher Kaiserstraße 211 ist Schluss: Der Markt wird geschlossen. Der letzte Verkaufstag ist nach Unternehmensangaben voraussichtlich Ende April 2027.
Doch einen Leerstand wird es in dieser Immobilie mit rund 3.000 Quadratmetern Verkaufsfläche nicht geben. Noch im Sommer 2027 wird es einen neuen Mieter geben.
Eigentümerin der Immobilie, die erst 2021 umfassend modernisiert wurde, ist die Kapitalverwaltungsgesellschaft Aachener Grundvermögen. Sie teilt auf Anfrage dieser Redaktion mit, dass es sich bei dem neuen Mieter um einen „internationalen Retailer“, also eine international agierende Kette, handelt. Dieser werde seinen neuen Standort allerdings selbst bekannt geben. Um wen es sich handelt, könne man deshalb nicht kommunizieren.
Peek & Cloppenburg prüft mehrere Optionen
Dürfen die Karlsruher jetzt wieder von einem Bershka in der Karlsruher Kaiserstraße träumen? Die Kette verkauft niedrigpreisige Mode für junge Menschen und gehört zur spanischen Inditex-Gruppe. Konkrete Standort- oder Expansionspläne will man dort auf Anfrage nicht bestätigen oder weiter kommentieren.
Nur so viel: „Generell ist Karlsruhe für uns aber ein interessanter Standort“, schreibt eine Sprecherin des Unternehmens. Daher stehe man selbstverständlich regelmäßig im Austausch und prüfe laufend passende Möglichkeiten für die Marken von Inditex.
Auf starkem Expansionskurs in Deutschland ist auch das Unternehmen Lager 157. Die schwedische Modekette setzt auf preisgünstige Mode. Pläne für Karlsruhe möchte man aber auch hier nicht bestätigen. Man sei aber ständig auf der Suche nach neuen Standorten.
Peek & Cloppenburg ist zwar schon in Karlsruhe – seit Beginn der Arbeiten für das neue Midstad-Gebäude ist die Filiale in der Postgalerie –, möchte aber dennoch wieder etwas mehr Fläche zur Verfügung haben. Auf Anfrage bestätigt das Unternehmen zwar keinen Umzug in die Saturn-Filiale, aber unterstreicht, dass es in Karlsruhe präsent bleiben wird.
„Aktuell werden mit mehreren Vermietungsgesellschaften sehr konkrete Gespräche geführt“, teilt eine Sprecherin mit. Aber auch ein Verbleib auf der aktuellen Fläche in der Postgalerie sei weiterhin eine Option, die intensiv geprüft werde.
Eigentümer melden keine Neuigkeiten zu Nachmietern
Aber muss es immer Mode sein? Nicht nur dafür sind gerade die Schweden bekannt, sondern auch für Möbel. Ikea setzt in Deutschland verstärkt auf Innenstadt-Standorte mit Planungsbüros. Solche gibt es bereits in Berlin, München, Ravensburg, Köln und Stuttgart. Wie wäre es damit am Standort Karlsruhe?
Auf Anfrage möchte man sich bei Ikea nicht zu vertraulichen Gesprächen äußern, sei aber als Unternehmen „grundsätzlich neugierig“. Mit dieser Haltung betrachte man jeden Markt individuell und evaluiere laufend Möglichkeiten. „Wir stehen mit unterschiedlichen Anbietern im Austausch und ziehen für innerstädtische Formate prinzipiell alle Standorte und Optionen in zentrumsnaher Lage in Betracht, die unseren Anforderungen entsprechen“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens.
Technisches Rathaus wird länger saniert als geplant
Während die Aufgabe von Saturn also keinen Leerstand in der Kaiserstraße verursachen wird, haben andere Flächen in Karlsruhes Einkaufsstraße noch keinen neuen Mieter. Keinen Fortschritt gibt es etwa im Moninger-Gebäude am Europaplatz, wie die Eigentümerin, die Versicherungsgruppe Alte Leipziger, auf Anfrage mitteilt.
Auch die BBBank als Eigentümerin der Flächen der Hof-Apotheke und von Schirm Weinig kann auf Anfrage keine konkreten Neuigkeiten zu einem Nachmieter oder einem abschließenden Nutzungskonzept mitteilen.
Wo JD Sports, Madame Croissant und das Zalando-Outlet waren, sind ebenfalls noch keine Nachmieter in Sicht. Bis Ende des Jahres wird in diesem Abschnitt der Kaiserstraße zudem die dm-Filiale in das neue Midstad-Gebäude umziehen und eine weitere respektabel große Verkaufsfläche wird frei werden.
Leerstand gibt es auch weiterhin am Karlsruher Marktplatz. Im Technischen Rathaus stehen freie Flächen zur Verfügung. Das städtische Gebäude wird länger saniert als geplant.
Keine Nachfolge gibt es für das ebenfalls am Karlsruher Marktplatz gelegene frühere Modehaus Schöpf. Die Büchner-Schöpf-Stiftung plant als Eigentümerin wohl einen Umbau für eine Umnutzung des denkmalgeschützten Gebäudes im Jahr 2027. Es soll laut eigenen Angaben eine „Einkaufs- und Begegnungswelt mit neuen Geschäften, Restaurants und Cafés“ entstehen.