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Nächstes Opfer des Klimawandels?

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Sorgen vor Einsturz: Saison in Schellenberger Eishöhle beendet – Nächstes Opfer des Klimawandels?

Von: Johanna Janisch

Früher als geplant endet die Saison für die Besucher der Schellenberger Eishöhle. Das Naturspektakel steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Entwicklung lässt sich laut dem Verein für Höhlenkunde Schellenberg auf den Klimawandel zurückführen.

Marktschellenberg – Die Marktschellenberger Eishöhle beendet ihre diesjährige Besuchersaison vorzeitig. Anlass ist die derzeit nicht abschließend einzuschätzende Situation eines sogenannten Eisbogens innerhalb der Höhle. Maximilian Geiger, Vorstand des Höhlenvereins Marktschellenberg, spricht über den Eisrückgang und die Maßnahmen, die für den Tourismus in der Höhle getroffen werden müssen.

Herr Geiger, Wie genau stellt sich die Situation am Eisbogen aktuell dar, und was hat konkret zur Entscheidung der vorzeitigen Schließung geführt?

Maximilian Geiger: Zwei unserer Höhlenführer haben Bedenken hinsichtlich der Standfestigkeit des Eisbogens im sogenannten Mörkdom geäußert. Daraufhin haben wir das Thema in einer Ausschusssitzung beraten und uns dazu entschlossen, die Höhle für dieses Jahr vorzeitig zu schließen. Eine Eismasse von geschätzten vier Kubikmetern abzuschneiden und vor allem aus dem Gefahrenbereich zu entfernen, erschien uns nicht sinnvoll. Die Sicherheit unserer Besucher und Mitarbeiter hat für uns oberste Priorität.

Ist der Eisbogen eine direkte Folge des globalen Klimawandels im alpinen Raum, oder spielen lokale Wetterereignisse der letzten Wochen die Hauptrolle?

Die Messungen der Ruhr-Universität Bochum bestätigen, dass die Schellenberger Eishöhle ein hochempfindlicher Indikator für klimatische Veränderungen ist. Im Herbst wird die Auswertung der Temperaturmessungen des Sommerhalbjahres stattfinden. Dann können wir hierzu genauere Aussagen treffen. Ob die aktuelle Entwicklung ausschließlich auf die Wetterereignisse der vergangenen Wochen zurückzuführen ist, lässt sich derzeit daher bislang nicht abschließend beurteilen.

Muss davon ausgegangen werden, dass das Eis in der Höhle zurückgeht?

Das Eis wird leider seit Jahren weniger. Besonders markant ist der Rückgang seit dem Jahr 2013. In der Angermayerhalle, also der Eingangshalle der Höhle, hat die Eishöhle seither um gut vier Meter abgenommen.

Können Sie sagen, ob die Höhle in Marktschellenberg die einzige ist – oder betrifft es mehrere?

Das betrifft mehrere Eishöhlen beziehungsweise Eishöhlenregionen. Die Entwicklung ist also keineswegs ausschließlich auf die Schellenberger Eishöhle beschränkt, sondern betrifft auch andere Höhlen.

Wenn man sich die aktuelle Entwicklung ansieht, wie könnte der Höhlenbesuch in Zukunft konkret aussehen?

Dazu werden wir während unseres „Winterschlafs“ ein entsprechendes Konzept erarbeiten. Dabei geht es primär darum, wie wir den Besuch der Höhle auch unter den veränderten natürlichen Rahmenbedingungen weiterhin sicher und verantwortungsvoll ermöglichen können. Konkrete Maßnahmen möchten wir erst vorstellen, wenn dieses Konzept ausgearbeitet ist.

Wie lässt sich die Gratwanderung zwischen dem Schutz eines empfindlichen Naturraums und dem wirtschaftlichen/touristischen Interesse der Region bewältigen?

Für uns stehen der Schutz der Höhle und die Sicherheit unserer Besucher an erster Stelle. Gleichzeitig wissen wir natürlich um die große Bedeutung der Schellenberger Eishöhle für den Tourismus und die Region. Die Herausforderung besteht darin, den Besuch auch künftig so zu gestalten, dass er mit den natürlichen Gegebenheiten und den notwendigen Sicherheitsanforderungen der Höhle vereinbar ist.

Die Schellenberger Eishöhle wird als Beispiel für den Wandel im alpinen Tourismus genannt: Welche Maßnahmen können daraus gezogen werden?

Die wichtigste Erkenntnis für uns ist, dass wir die natürlichen Entwicklungen aufmerksam beobachten und unsere Arbeit verantwortungsvoll daran ausrichten müssen. Gerade bei einem so sensiblen Naturraum wie einer Eishöhle ist es wichtig, die natürlichen Gegebenheiten und wissenschaftlichen Erkenntnisse in unsere Überlegungen einzubeziehen.

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