Nachwahl in Großbritannien: Nigel Farage ist in Clacton Wahlgewinner
Nachwahl in Großbritannien Farage gewinnt Wahl gegen "Graf Mülltonnengesicht" Von dpa Aktualisiert am 14.08.2026 - 07:59 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Nigel Farage ist der Gewinner der Nachwahl in Clacton. Der offiziellen Veranstaltung zur Verkündung des Siegers blieb er aber fern. Der britische Rechtspopulist Nigel Farage kehrt als Abgeordneter ins britische Unterhaus zurück. Der Chef der Partei Reform UK gewann eine von ihm ausgelöste Nachwahl im Wahlkreis Clacton, wie bei der Auszählung verkündet wurde. Der Chef der Partei Reform UK gewann die Nachwahl im Wahlkreis Clacton in der englischen Grafschaft Essex mit 22.239 Stimmen. Als größter Konkurrent des früheren Brexit-Vorkämpfers galt ausgerechnet Spaßkandidat Count Binface ("Graf Mülltonnengesicht"). Er kam auf 9.455 Stimmen. Bereits zuvor hatte er sich zum Sieger erklärt. Er habe mehr Stimmen erhalten als bei der vorigen Wahl in dem Bezirk bei den Parlamentswahlen im Jahr 2024, sagte der Chef der Partei Reform UK und sprach von einem "überzeugenden, überwältigenden Sieg". Im Jahr 2024 erhielt Farage 46,2 Prozent der Stimmen und zog damit als Abgeordneter ins britische Unterhaus ein. An der offiziellen Veranstaltung zur Bekanntgabe der Ergebnisse nahm Farage jedoch nicht teil. Demnach habe er durch die örtliche Polizei von einer geplanten "organisierten Kampagne" gegen ihn erfahren, die darauf abziele "das Ergebnis zu stören und zu untergraben", sagte er. Skurriler Herausforderer: Warum Brexit-Vorkämpfer Farage eine Mülltonne fürchten muss Farage legt Mandat nieder: Am Ende ist er nicht "Glaubwürdige Drohung" Ein Sprecher der Reform-Partei fand wenig später deutlichere Worte und teilte der BBC zufolge mit, die Polizei der Grafschaft Essex habe Farage wegen einer "glaubwürdigen Drohung gegen ihn" geraten, nicht an der Veranstaltung teilzunehmen. Die Polizei von Essex teilte der Nachrichtenagentur PA zufolge mit, in Clacton einen Polizeieinsatz "zur Gewährleistung der Sicherheit aller Teilnehmer" durchzuführen. Nach Informationen von PA habe die Polizei allerdings keinem Kandidaten von der Teilnahme an der Auszählung abgeraten. Erst vor wenigen Wochen hatte Farage seinen Parlamentssitz abgegeben. Zuvor war er wegen umstrittener Spenden und Zuwendungen in die Schlagzeilen geraten. Farage hatte die Nachwahl als Duell zwischen den Wählern und dem politischen Establishment zu inszenieren versucht. Entwickelt hatte sich der Wahlkampf jedoch zu einer regelrechten Farce. Alle großen Parteien verzichteten aus Protest darauf, einen Kandidaten oder eine Kandidatin aufzustellen, und warfen ihm ein Ablenkungsmanöver vor. Sein Hauptkonkurrent war deshalb ausgerechnet Count Binface. Die Nachrichtenagentur PA sprach im Vorfeld von "einer der seltsamsten Nachwahlen der jüngeren Geschichte". Farages Sieg war daher bereits absehbar gewesen. In einer Umfrage von Survation im Vorfeld der Wahl lag Farage mit 73 Prozent eindeutig vorn, Count Binface kam auf 20 Prozent. Der Rest verteilte sich auf 32 weitere Kandidaten.