Nahost-Krieg aktuell: Huthi-Miliz greift im Jemen an
Newsblog zum Krieg in Nahost Huthi-Miliz startet weitere Angriffe im Jemen Aktualisiert am 07.08.2026 - 13:56 UhrLesedauer: 10 Min. Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Laut Berichten stehen die USA und der Iran vor einem Übergangsdeal. Saudi-Arabien rechnet mit Huthi-Attacken. Alle Entwicklungen im Newsblog. Freitag, 7. August Huthis starten weitere Angriffe im Jemen Die Huthi-Miliz hat nach Angaben regierungsnaher Medien erneut Ziele in der jemenitischen Provinz Marib mit Raketen und Drohnen angegriffen. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur, sie hätten am Morgen mehrere Explosionen am Stadtrand von Marib gehört. Über einem Militärlager der international anerkannten jemenitischen Regierung seien Rauchwolken aufgestiegen. Der regierungsnahe Fernsehsender Saba TV berichtete, dass die Luftabwehr mehrere mit Sprengstoff beladene Drohnen über Marib abgefangen habe. Zugleich habe die Huthi-Miliz die Stadt mit Raketen und Drohnen beschossen. Opfer hat es nach bisherigen Erkenntnissen nicht gegeben. Die Huthi äußerten sich zunächst nicht zu den Angriffen. Bereits am Donnerstag hatte die Miliz nach eigenen Angaben Militärlager der Regierung in den Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen. Militärsprecher Jahja Sari kündigte weitere Angriffe an. Schiffsverkehr durch Straße von Hormus deutlich zurückgegangen Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist in dieser Woche deutlich zurückgegangen. Von Montag bis Donnerstag passierten Daten des Analyseunternehmens Kpler zufolge lediglich 33 Schiffe die Meerenge im Persischen Golf. Im selben Zeitraum der Vorwoche waren es noch 50. Am Donnerstag fuhren vier Schiffe durch die Straße von Hormus. Darunter befand sich der Großtanker "Nissos Kea", der rund zwei Millionen Barrel im Irak geladenes Basrah-Rohöl transportierte. Bei den übrigen Schiffen handelt es sich um zwei Flüssiggas-Tanker und einen kleineren Massengutfrachter. Insgesamt verließen in dieser Woche Kpler zufolge nur sechs Rohöltanker die Straße von Hormus. 21 Schiffe fuhren ein, die meisten davon über die iranische Route. Vor dem Iran-Krieg passierten üblicherweise 130 bis 140 Schiffe in dem Zeitraum die Meerenge. Im Zuge des Iran-Kriegs, der mit den Angriffen der USA und Israels am 28. Februar begann, blockiert der Iran die Durchfahrt. Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan wollen offenbar Sicherheitsabkommen schließen Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan wollen Insidern zufolge ein Verteidigungsabkommen unterzeichnen. Die Vereinbarung solle in Saudi-Arabien besiegelt werden, sagen zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Details sind zunächst nicht bekannt. Riad strebt eine engere Sicherheitszusammenarbeit mit Verbündeten an und warnt vor einer zunehmenden Bedrohung durch vom Iran unterstützte Gruppen. Einem saudischen Regierungsvertreter zufolge könnten geplante Angriffe dieser Gruppen darauf abzielen, die diplomatischen Bemühungen um eine Entspannung im Verhältnis zum Iran zu stören. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif ist bereits in Saudi-Arabien eingetroffen, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wird noch erwartet. Elf Zivilisten bei Angriffen in Saudi-Arabien verletzt Nach Angaben des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses im Jemen sind bei Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz mindestens elf Zivilisten in Saudi-Arabien verletzt worden. Sieben seien saudische Staatsbürger gewesen, die bei dem Beschuss in der Region Nadschran unter anderem Verbrennungen erlitten hätten, teilte Koalitionssprecher Turki al-Maliki in der Nacht auf der Plattform X mit. Zudem seien zwei Staatsbürger Ägyptens sowie einer Pakistans und einer des Jemens aufgrund der "terroristischen Huthi-Angriffe" am Donnerstag verletzt worden. Trump sieht baldiges Ende des Kriegs US-Präsident Donald Trump rechnet nach eigener Aussage mit einem baldigen Ende des Kriegs gegen den Iran. "Ich glaube, er wird ziemlich bald vorbei sein", sagt Trump. Er gehe nicht davon aus, dass der Iran noch viel länger durchhalten könne. Zugleich räumt er ein, dass die US-Streitkräfte bei einigen Waffen mit Engpässen zu kämpfen haben. "Wir haben bestimmte Arten von Munition, die sehr schlagkräftig sind und von denen wir unbegrenzte, praktisch unbegrenzte Vorräte haben", sagt Trump. "Bei anderen ist es ein wenig knapper." Saudi-Arabien befürchtet Huthi-Angriff Saudi-Arabien stellt sich nach Angaben eines Regierungsbeamten auf "mehrere koordinierte Angriffe" irakischer Milizen in Zusammenarbeit mit den iranisch unterstützten Huthi-Rebellen ein. Gegenüber dem US-Sender CNN verwies der saudische Vertreter auf "mehrere Geheimdienstberichte" aus dem eigenen Land und der Region, wonach die Milizen "in Koordination mit den Huthis" in "sehr naher Zukunft" Ziele in dem Golfstaat angreifen wollten – angeleitet von den iranischen Revolutionsgarden (IRGC). Donnerstag, 6. August Mehrere Tote bei Huthi-Angriffen im Jemen Bei Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen sind Regierungskreisen zufolge mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Aus Quellen der international anerkannten Regierung hieß es heute, mindestens zehn Menschen seien dabei getötet und fünf weitere verletzt worden. Andere Quellen sprachen von insgesamt 45 Menschen, die getötet oder verletzt worden seien. Die Huthi teilten mit, sie hätten "Hunderte" mit Saudi-Arabien verbündete Kämpfer getötet oder verletzt. Zudem hätten sie mehrere Truppen- und Waffenlager zerstört und verbrannt. Weitere Hinweise auf einen solch großen Angriff aus anderen Quellen gab es zunächst nicht. Die Miliz habe mit Raketen und Drohnen Ziele in den jemenitischen Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Regierung. Die beiden ölreichen Provinzen sind schon lange umkämpft in dem seit mehr als zehn Jahren andauernden Bürgerkrieg. Geplante Maut für Straße von Hormus alarmiert Schifffahrtsbranche Die Pläne des Iran und des Omans für eine faktische Maut in der Straße von Hormus stoßen in der Schifffahrtsbranche auf erhebliche Bedenken. Vier Insidern zufolge wäre eine solche Regelung wegen US-Sanktionen und restriktiver Versicherungsklauseln kaum umsetzbar. Die USA haben die im Mai vom Iran gegründete Behörde für die Wasserstraße mit Strafmaßnahmen belegt. Dies birgt für Reedereien bei Zahlungen die Gefahr von Sanktionsverstößen und könnte zum Einfrieren von Vermögenswerten führen. Erschwert wird die Lage durch eine Ende Juli eingeführte Klausel der Lloyd's Market Association (LMA). Diese sieht vor, dass der Versicherungsschutz für Kriegsrisiken erlischt, sobald ein Schiff eine Transitgebühr für die Route entrichtet.