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Nahost-Krieg aktuell: Iran droht mit Vergeltung am Golf - Trump reagiert

Welt

Newsblog zum Krieg in Nahost

Iran droht Golfstaaten

Aktualisiert am 06.08.2026 - 17:55 UhrLesedauer: 7 Min.

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Laut Berichten stehen die USA und der Iran vor einem Übergangsdeal. Der Iran hält die USA mit Drohungen gegen die Golfstaaten in Schach. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Donnerstag, 6. August

Mehrere Tote bei Huthi-Angriffen im Jemen

Bei Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen sind Regierungskreisen zufolge mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Aus Quellen der international anerkannten Regierung hieß es heute, mindestens zehn Menschen seien dabei getötet und fünf weitere verletzt worden. Andere Quellen sprachen von insgesamt 45 Menschen, die getötet oder verletzt worden seien.

Die Huthi teilten mit, sie hätten "Hunderte" mit Saudi-Arabien verbündete Kämpfer getötet oder verletzt. Zudem hätten sie mehrere Truppen- und Waffenlager zerstört und verbrannt. Weitere Hinweise auf einen solch großen Angriff aus anderen Quellen gab es zunächst nicht.

Die Miliz habe mit Raketen und Drohnen Ziele in den jemenitischen Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Regierung. Die beiden ölreichen Provinzen sind schon lange umkämpft in dem seit mehr als zehn Jahren andauernden Bürgerkrieg.

Geplante Maut für Straße von Hormus alarmiert Schifffahrtsbranche

Die Pläne des Iran und des Omans für eine faktische Maut in der Straße von Hormus stoßen in der Schifffahrtsbranche auf erhebliche Bedenken. Vier Insidern zufolge wäre eine solche Regelung wegen US-Sanktionen und restriktiver Versicherungsklauseln kaum umsetzbar. Die USA haben die im Mai vom Iran gegründete Behörde für die Wasserstraße mit Strafmaßnahmen belegt. Dies birgt für Reedereien bei Zahlungen die Gefahr von Sanktionsverstößen und könnte zum Einfrieren von Vermögenswerten führen. Erschwert wird die Lage durch eine Ende Juli eingeführte Klausel der Lloyd's Market Association (LMA). Diese sieht vor, dass der Versicherungsschutz für Kriegsrisiken erlischt, sobald ein Schiff eine Transitgebühr für die Route entrichtet.

Einem hochrangigen iranischen Insider zufolge fordert die Regierung in Teheran eine Abgabe in Höhe von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts für Schiffe, die die Meerenge passieren. Der Oman erwäge Gebühren von rund drei Prozent, während die USA auf eine kostenfreie Durchfahrt dringen. Die Reedereien befänden sich in einer Zwickmühle, sagte ein Insider aus der Versicherungsbranche. Führende Schifffahrtsverbände warnten in dieser Woche in einem offenen Brief an die UN-Schifffahrtsorganisation IMO, die Abgaben kämen einer Maut gleich. Dies schaffe einen Präzedenzfall, der den international anerkannten rechtlichen Rahmen für Meerengen untergraben könnte. Die IMO hatte im Juli betont, dass die Durchfahrt für alle Schiffe diskriminierungsfrei und kostenlos bleiben müsse.

Die Kontrolle über die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman mit seinem Zugang zum Indischen Ozean ist einer der größten Streitpunkte bei den Bemühungen, den Iran-Krieg zu beenden. Bis zum Angriff der USA und Israels auf die Islamische Republik Ende Februar war die Wasserstraße die Hauptroute für etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen und für alle Schiffe frei zugänglich. Dem jüngsten Vorschlag zufolge könnte der Iran künftig bei Bedarf in den einlaufenden Schiffsverkehr eingreifen. Der auslaufende Verkehr solle einer Route zwischen dem Iran und dem Oman folgen, wobei die entsprechende Genehmigung nach Benachrichtigung Teherans durch den Oman erteilt werde, erklärte der iranische Insider.

Iran droht Golfstaaten

Der Iran hat den Golfstaaten für den Fall erneuter Angriffe der USA Insidern zufolge mit massiver Vergeltung gedroht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren Personen erfuhr, warnte Teheran diese mit den USA verbündeten Länder, dass jeder neue Angriff der USA auf Irans Staatsgebiet Vergeltungsmaßnahmen gegen die kritische Energieinfrastruktur in der gesamten Region nach sich ziehen würde.

Diese Botschaft wurde demnach im Zuge einer Reihe hochrangiger diplomatischer Kontakte übermittelt, nachdem US-Präsident Donald Trump seinerseits am 28. Juli damit gedroht hatte, das Energienetz und die Infrastruktur der Islamischen Republik anzugreifen. Am 2. August erklärte Trump schließlich, er habe der Absage des Angriffs auf den Iran zugestimmt – unter der Voraussetzung, dass rasch eine Einigung erzielt werden könne.

Die niederländische Zeitung "Volkskrant" hatte schon zuvor über eine Liste möglicher Angriffsziele in den Golfstaaten berichtet, die iranische Staatsmedien nach dem 28. Juli veröffentlichten. Darunter befand sich auch das Ghawar-Ölfeld in Saudi-Arabien, das rund fünf Prozent des weltweiten Ölbedarfs deckt. Saudi-Arabien habe sich demnach bei Trump dafür eingesetzt, den geplanten Angriff auf den Iran abzusagen. Iran und Saudi-Arabien sind strategische Rivalen in der Golfregion, seit den US-Angriffen ist der saudische Ölexport um rund ein Drittel eingebrochen.

Trump: Will lieber reden als Menschen töten

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut für ein Abkommen mit dem Iran ausgesprochen. "Ich würde lieber einen Deal schließen, weil ich keine Menschen töten will. Ich will keine Menschen töten", sagte der Republikaner in einer Rede vor Anhängern in Las Vegas. Zum aktuellen Stand von möglichen Gesprächen machte er keine Angaben. Trump sagte lediglich, dass man rede. Man werde sehen, was passiere.

Iran: Kommunikation mit oberstem Führer "sehr schwierig"

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Kommunikation mit dem neuen obersten Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, als "momentan sehr schwierig" bezeichnet. "Es ist momentan sehr schwierig, mit ihm zu kommunizieren, aber auf jeden Fall ist seine Anwesenheit eine sehr große Quelle der Kraft für uns, um weiterzumachen", sagte Peseschkian am Mittwoch. Warum es schwierig sei, mit ihm zu sprechen, sagte Peseschkian nicht.

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Ayatollah Ali Chamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden hatte, war am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar getötet worden. Sein Sohn Modschtaba Chamenei wurde iranischen Angaben zufolge bei dem Angriff verletzt. Er wurde zum Nachfolger seines Vaters ausgerufen, trat bislang aber nicht öffentlich auf. Auch an den sechstägigen Trauerfeiern für seinen getöteten Vater nahm er offenbar nicht teil.

Mittwoch, 5. August

Teheran: Neue Einigung in der Straße von Hormus

Der Iran und der Oman haben sich nach Angaben aus Teheran auf eine neue Route durch die Straße von Hormus verständigt. Beide Seiten hätten sich auf die "geografischen Koordinaten" für die Route durch die Meerenge geeinigt, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, am Mittwoch nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Eine gemeinsame Erklärung zu den zentralen Punkten der Vereinbarung werde derzeit fertiggestellt, sagte der Sprecher weiter – "wenn bestimmte dritte Parteien den Prozess nicht behindern".

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