Nahost-Krieg aktuell: Iran droht mit Vergeltung am Golf - Trump reagiert
Newsblog zum Krieg in Nahost Iran droht Golfstaaten Aktualisiert am 06.08.2026 - 13:29 UhrLesedauer: 5 Min. Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Laut Berichten stehen die USA und der Iran vor einem Übergangsdeal. Der Iran hält die USA mit Drohungen gegen die Golfstaaten in Schach. Alle Entwicklungen im Newsblog. Donnerstag, 6. August Iran droht Golfstaaten Der Iran hat den Golfstaaten für den Fall erneuter Angriffe der USA Insidern zufolge mit massiver Vergeltung gedroht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren Personen erfuhr, warnte Teheran diese mit den USA verbündeten Länder, dass jeder neue Angriff der USA auf Irans Staatsgebiet Vergeltungsmaßnahmen gegen die kritische Energieinfrastruktur in der gesamten Region nach sich ziehen würde. Diese Botschaft wurde demnach im Zuge einer Reihe hochrangiger diplomatischer Kontakte übermittelt, nachdem US-Präsident Donald Trump seinerseits am 28. Juli damit gedroht hatte, das Energienetz und die Infrastruktur der Islamischen Republik anzugreifen. Am 2. August erklärte Trump schließlich, er habe der Absage des Angriffs auf den Iran zugestimmt – unter der Voraussetzung, dass rasch eine Einigung erzielt werden könne. Die niederländische Zeitung "Volkskrant" hatte schon zuvor über eine Liste möglicher Angriffsziele in den Golfstaaten berichtet, die iranische Staatsmedien nach dem 28. Juli veröffentlichten. Darunter befand sich auch das Ghawar-Ölfeld in Saudi-Arabien, das rund fünf Prozent des weltweiten Ölbedarfs deckt. Saudi-Arabien habe sich demnach bei Trump dafür eingesetzt, den geplanten Angriff auf den Iran abzusagen. Iran und Saudi-Arabien sind strategische Rivalen in der Golfregion, seit den US-Angriffen ist der saudische Ölexport um rund ein Drittel eingebrochen. Trump: Will lieber reden als Menschen töten US-Präsident Donald Trump hat sich erneut für ein Abkommen mit dem Iran ausgesprochen. "Ich würde lieber einen Deal schließen, weil ich keine Menschen töten will. Ich will keine Menschen töten", sagte der Republikaner in einer Rede vor Anhängern in Las Vegas. Zum aktuellen Stand von möglichen Gesprächen machte er keine Angaben. Trump sagte lediglich, dass man rede. Man werde sehen, was passiere. Iran: Kommunikation mit oberstem Führer "sehr schwierig" Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Kommunikation mit dem neuen obersten Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, als "momentan sehr schwierig" bezeichnet. "Es ist momentan sehr schwierig, mit ihm zu kommunizieren, aber auf jeden Fall ist seine Anwesenheit eine sehr große Quelle der Kraft für uns, um weiterzumachen", sagte Peseschkian am Mittwoch. Warum es schwierig sei, mit ihm zu sprechen, sagte Peseschkian nicht. Ayatollah Ali Chamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden hatte, war am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar getötet worden. Sein Sohn Modschtaba Chamenei wurde iranischen Angaben zufolge bei dem Angriff verletzt. Er wurde zum Nachfolger seines Vaters ausgerufen, trat bislang aber nicht öffentlich auf. Auch an den sechstägigen Trauerfeiern für seinen getöteten Vater nahm er offenbar nicht teil. Mittwoch, 5. August Teheran: Neue Einigung in der Straße von Hormus Der Iran und der Oman haben sich nach Angaben aus Teheran auf eine neue Route durch die Straße von Hormus verständigt. Beide Seiten hätten sich auf die "geografischen Koordinaten" für die Route durch die Meerenge geeinigt, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, am Mittwoch nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Eine gemeinsame Erklärung zu den zentralen Punkten der Vereinbarung werde derzeit fertiggestellt, sagte der Sprecher weiter – "wenn bestimmte dritte Parteien den Prozess nicht behindern". Der Iran und der Oman hatten über eine neue Route durch die seit Beginn des Iran-Kriegs weitestgehend durch Teheran blockierte Straße von Hormus beraten. Die Meerenge ist für den weltweiten Erdöl- und Erdgashandel von enormer Bedeutung. Netanjahu widerspricht Trump zu Einigung mit Hamas Israel hat laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dem kürzlich verkündeten Plan des Friedensrats zur Entwaffnung der Hamas im Gazastreifen nicht zugestimmt. Israel sei ein "Entwurf" zugeschickt worden, sagte Netanjahu in einer in sozialen Medien verbreiteten Videobotschaft. "Wir haben nicht zugestimmt." Israel habe stattdessen Anmerkungen geschickt. Details dazu nannte Netanjahu zunächst nicht. Der israelische Regierungschef äußerte sich damit erstmals öffentlich zu dem Plan des von US-Präsident Donald Trump gegründeten Friedensrats. Er sieht vor, dass die islamistische Terrororganisation Hamas ihre Waffen abgibt und Israels Armee aus dem Gazastreifen abzieht. Trump hatte am Freitag mitgeteilt, der Friedensrat habe eine Einigung auf eine "vollständige Entwaffnung" der Hamas erzielt. Nun widerspricht Netanjahu öffentlich. Netanjahu macht die vollständige Entwaffnung der Terrorgruppe Hamas zu Bedingung für einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen. Im Libanon praktiziert Israels Armee laut einem Bericht der Zeitung "Le Monde" ein ähnliches Modell. Demnach entwaffnet die libanesische Armee Kämpfer der Terrorgruppe Hisbollah, im Gegenzug zieht das israelische Militär aus den entsprechenden Regionen ab. Bericht: USA und Iran vor Übergangsdeal in Straße von Hormus Im Iran-Krieg stehen die USA, der Iran und der Oman dem US-Portal "Axios" zufolge kurz vor einer Übergangslösung zur Öffnung der für die Handelsschifffahrt wichtigen Straße von Hormus. Demnach streben die USA bereits für heute eine Einigung an, berichtet "Axios" unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten sowie zwei Quellen aus der Golfregion. US-Präsident Donald Trump sagte vor Reportern auf den Medienbericht hin angesprochen, es könnte passieren, dass die Meerenge am Mittwoch geöffnet wird – oder am darauffolgenden Tag. Er sprach von Fortschritten. Dem Sender Fox News sagte der Republikaner in einem Interview außerdem, man führe "sehr gute" Gespräche.