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Nahost-Krieg: Trump will Meerenge zu US-Gebiet erklären - Teheran reagiert

Allgemein

Newsblog zum Krieg in Nahost

Trump will Straße von Hormus – Teheran reagiert

Aktualisiert am 15.08.2026 - 21:42 UhrLesedauer: 12 Min.

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Trump will sich die Straße von Hormus aneignen. Der Iran hat noch nicht über weitere Verhandlungen entschieden. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Samstag, 15. August

Iran verlangt Freilassung von drei Kampfpiloten

Der Iran hat die Freilassung von drei im Oman festgehaltenen Kampfpiloten gefordert. Die drei Piloten seien nach dem Absturz ihres Kampfflugzeugs im März von katarischen Soldaten gefangengenommen worden, erklärte der General Mohammed Baghersadeh am Samstag nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars.

Die iranische Luftwaffe hatte im März einen US-Militärstützpunkt im Oman angegriffen. Die Leiche eines bei dem Einsatz getöteten Piloten war nach Angaben Teherans Ende Juli an den Iran übergeben worden. Die drei anderen Kampfpiloten galten bislang offiziell als vermisst. In einem Brief an das Rote Kreuz verlangte Baghersadeh die Freilassung der Piloten und beklagte, dass es ihnen bislang nicht erlaubt worden sei, Kontakt zu ihren Familien oder den iranischen Behörden aufzunehmen.

Katar hat den Vorwurf inzwischen zurückgewiesen, iranische Piloten festzuhalten. Diese hätten Anfang des Jahres den katarischen Luftraum verletzt und auf Kontaktversuche nicht reagiert, erklärt das katarische Außenministerium auf X. Such- und Rettungsteams hätten später die sterblichen Überreste eines der Piloten gefunden. Der Iran sei zur Koordination der Übergabe kontaktiert worden. Der Sprecher teilte mit, Teheran habe bislang noch nicht auf eine Anfrage reagiert, Einzelheiten seiner Operationen zu prüfen.

Tote bei israelischem Angriff im Südlibanon

Bei zwei israelischen Luftangriffen im Südlibanon sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut mindestens neun Menschen getötet und elf weitere verletzt worden. Demnach wurden zwei Häuser in den Außenbezirken der Städte Ansar sowie Deir al-Sahrani getroffen. Bei dem Angriff in Ansar wurden offiziellen Angaben zufolge neun Menschen getötet und zwei verletzt. In Deir al-Sahrani seien zwei Tote und neun Verletzte gemeldet worden.

Die israelische Armee bestätigte beide Militäreinsatze. Ziel seien Stützpunkte der "Hisbollah-Terrororganisation" gewesen. Der Angriff erfolgte laut israelischem Militär als Reaktion auf einen vorherigen Beschuss von Soldaten am Ali-al-Taher-Pass. Dieser liegt in einer von Israel einseitig erklärten "Sicherheitszone" im Südlibanon. Ein dpa-Fotograf vor Ort in Ansar berichtete, auch Anwohner hätten von einem Hisbollah-Stützpunkt gesprochen. So seien Aufnahmen in einigen Bereichen des zerstörten Hauses verboten worden, ebenso von einem zerstörten Auto und einem gegenüberliegenden, bewaldeten Tal.

Israel als auch die vom Iran gesteuerte Hisbollah werfen sich gegenseitig regelmäßig Verstöße gegen eine Waffenruhe vor. Israel hat nach eigenen Angaben einseitig eine "Sicherheitszone" im Südlibanon verfügt, um Angriffe der Hisbollah auf den Norden des Landes zu verhindern. Das von Israel kontrollierte Areal umfasst nach geografischen Berechnungen libanesischer Medien rund 620 Quadratkilometer. Dies entspricht einem Anteil von etwa sechs Prozent der Fläche des Landes.

Iran kämpft gegen Ölverschmutzung im Küstengebiet

Nach Monaten der Gefechte um die Schifffahrt in der Straße von Hormus kämpft der Iran nach eigenen Angaben gegen eine massive Ölverschmutzung im Meer nahe der Insel Gheschm. Erste Maßnahmen zur Eindämmung eines Ölteppichs seien eingeleitet, berichtete die iranische Zeitung "Etemad".

Bereits am Freitag hatte der staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtet, dass 3,2 Hektar eigene Küste sowie neun Hektar der Küstengewässer betroffen seien. Es seien unter anderem Mangrovenwäldern betroffen. Vorher hatte es von offiziellen Stellen noch geheißen, die Ölverschmutzung sei bereits eingedämmt. In dem Irna-Bericht hieß es, auch Brutgebiete für Meeresschildkröten seien betroffen. Man gehe davon aus, dass die Ölverschmutzung vom Meer aus an die Küste getrieben worden sei. Die genaue Ursache sei bisher nicht ausgemacht, hieß es bei "Etemad".

Um faktisch die Schifffahrt durch die für den internationalen Handel wichtige Straße von Hormus zu blockieren, hatten Streitkräfte der Islamischen Republik seit Ausbruch des Iran-Kriegs viele Frachter attackiert. Die USA reagierten mit einer Seeblockade für iranische Schiffe und feuerten ebenfalls mehrfach, um diese manövrierunfähig zu machen. Auch an der Küste Omans breitet sich ein Ölteppich aus. Dort war der Tanker "Caroline Bezengi" auf Grund gelaufen, der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird und unter EU-Sanktionen steht. Er droht nach Experteneinschätzung auseinanderzubrechen. Ob die Ölverschmutzung an der iranischen Küste mit der "Caroline Bezengi" in Zusammenhang steht, ist unklar.

Trump will Meerenge zu US-Gebiet erklären – Teheran reagiert

US-Präsident Donald Trump stößt mit seiner Äußerung, die Straße von Hormus zum US-Territorium erklären zu wollen, auf Widerspruch in Teheran. "Die Straße von Hormus war iranisch, ist iranisch und wird iranisch bleiben", erklärte Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi auf X. Die für die Weltwirtschaft äußerst wichtige Meerenge werde "nur auf Befehl des Iran geöffnet und geschlossen".

Trump hatte am Freitag an einer Polizeiakademie im Bundesstaat New York gesagt: "Nachdem wir den Iran besiegt haben, werde ich die Straße von Hormus schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären. Es ist wahr", unterstrich Trump seine Aussagen vor jubelnden Anhängern und Polizisten. Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte allerdings nach Angaben des "Wall Street Journal" später, dass Trump einen Scherz gemacht habe.

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Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Streitpunkte zwischen Washington und Teheran bei den Bemühungen um ein Ende des Krieges. Der Iran kontrolliert nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn die für den Welthandel äußerst wichtige Meerenge. Trump wiederum hatte zuletzt mehrfach erklärt, dass die USA die Wasserstraße unter ihre Kontrolle gebracht haben. Bei der Veranstaltung in der Polizeiakademie verwies Trump auch auf die von den USA verhängte Blockade iranischer Häfen. "Wir haben die Blockade. Kein Schiff kommt durch, es sei denn, wir lassen es zu", sagte der Präsident.

Tote nach Huthi-Angriff in Jemen

Bei einem Raketenangriff der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen auf die jemenitische Hafenstadt Mucha am Roten Meer sind mindestens vier Zivilisten getötet worden. Dies teilt die international anerkannte Regierung des Jemen mit. Die jemenitische Nachrichtenagentur Saba berichtet zudem unter Berufung auf Militärkreise, die Huthis hätten Mucha mit sechs Raketen getroffen, wobei vier Zivilisten getötet und mehrere Fischerboote in Brand gesetzt worden seien. Die Huthi-Rebellen erklären ihrerseits, sie hätten mit ballistischen Raketen Waffen und Kriegsschiffe angegriffen, die zu den von Saudi-Arabien unterstützten Truppen gehörten.

Iran: Keine Entscheidung über neue Verhandlungen

Ungeachtet des Auslaufens der 60-tägigen Waffenruhe mit den USA hat der Iran eigenen Angaben zufolge noch nicht entschieden, ob neue Verhandlungen mit Washington aufgenommen werden sollen. Außenminister Abbas Araghtschi sagte der regierungsnahen Nachrichtenagentur Isna zufolge, die USA hätten die vor rund zwei Monaten getroffene Absichtserklärung verletzt, die Kämpfe seien wieder aufgenommen worden. Damit habe es anders als abgesprochen keine Waffenruhe gegeben, die verlängert werden müsse.

Araghtschi erklärte, die Vermittler Pakistan und Katar stünden weiter mit dem Iran in Kontakt. Die zuvor bestehenden Kanäle seien allerdings nicht mehr da, ein neuer Kanal müsste eingerichtet werden.

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