Nahost-Ticker: Airlines streichen Flüge nach Saudi-Arabien
21.51 Uhr: Flughafen in Riad nach Huthi-Angriffen gesamte Woche geschlossen
Nach anhaltenden Angriffen der jemenitischen Huthi-Rebellen bleibt der internationale Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad länger geschlossen. Die Luftfahrtbehörde verlängert die Sperrung des King Khalid International Airport bis Samstag, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Behörde begründet den Schritt mit Sicherheitsüberprüfungen.
Der Flughafen ist seit einem schweren Angriff vor wenigen Tagen geschlossen. Dabei wurden den Behörden zufolge 13 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt.
19.39 Uhr: Teenager in Israel bei Schulausflug durch Blindgänger getötet
Ein Jugendlicher ist bei einer Explosion im Norden Israels ums Leben gekommen. Das israelische Militär teilte am Montag mit, nach vorläufigen Erkenntnissen sei ein Blindgänger explodiert. Es habe sich wohl um Streumunition der Hisbollah-Milz aus dem Libanon gehandelt. Der Rettungsdienst Magen David Adom erklärte, 24 Menschen seien verletzt worden, zwei davon schwer.
Nach Angaben örtlicher Behörden war der Teenager gemeinsam mit Klassenkameraden auf einem jährlichen Schulausflug, als es zu der Detonation kam.
19.18 Uhr: Vorfall in Fairford - USA und Verbündete verurteilen "gewaltsame Angriffe" des Iran
Nach dem Zwischenfall auf einem britischen Luftwaffenstützpunkt Ende September haben die USA und ihre Verbündeten, darunter auch Deutschland, "auf das Schärfste Irans Einsatz gewaltsamer Angriffe" verurteilt. Dabei gehe es um "Taten tödlicher Anschlagsplanung, Brandstiftung, Sabotage, Cyberangriffe und andere hybride Aktivitäten gegen uns und unsere Partner", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Montag vom US-Außenministerium veröffentlicht wurde.
"Jeder Versuch des Iran, Menschen in unseren Hoheitsgebieten durch Stellvertreter oder auf irgendeine andere Weise zu bedrohen, zum Schweigen zu bringen, einzuschüchtern, zu belästigen, zu verletzen oder zu erpressen, ist inakzeptabel", hieß es weiter. Zu den 29 Unterzeichnern gehören auch Großbritannien, Australien, Kanada und Frankreich.
17.29 Uhr: Burnham sieht Iran hinter Vorfall an Luftwaffenbasis
Der Sicherheitszwischenfall nahe einem von den USA genutzten Militärstützpunkt in Großbritannien ist nach Angaben von Premierminister Andy Burnham höchstwahrscheinlich vom Iran gelenkt worden. Die iranische Revolutionsgarde habe den Vorfall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gesteuert, sagte Burnham. Zuvor hatte er von starken Hinweisen darauf gesprochen, dass der Iran mit einem Plan in Verbindung stehe, einen Anschlag auf den Stützpunkt Fairford zu verüben.
Die britische Polizei hatte Ende September drei verdächtige Fahrzeugen gestoppt, die offenbar auf dem Weg in Richtung des Luftwaffenstützpunkts rund 160 Kilometer westlich von London waren. In den Fahrzeugen entdeckten Ermittler Brandbeschleuniger, aber keinen Sprengstoff. Die US-Luftwaffe hat ihre in Fairford stationierten Bomber, die von dort aus auch zu Einsätzen im Iran-Krieg gestartet waren, mittlerweile zurück in die USA verlegt.
16.30 Uhr: EU beschließt Libanon-Einsatz
Die Außenminister der EU-Staaten haben einen Einsatz zur Beratung und Ausbildung der Sicherheitskräfte im Libanon beschlossen. Wie EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas nach der Entscheidung mitteilte, soll die neue Unterstützungsmission einen Beitrag dazu leisten, dass die Sicherheitskräfte künftig die Kontrolle über das gesamte libanesische Staatsgebiet ausüben können. Ziel ist es, so für mehr Stabilität im Land zu sorgen. Nach Angaben von EU-Diplomaten will sich auch Deutschland an dem Einsatz beteiligen. Der genaue Beitrag ist allerdings noch nicht bekannt.
16.21 Uhr: Iran reklamiert Angriff auf Supertanker für sich
Irans Revolutionsgarden haben eigenen Angaben zufolge zum dritten Mal innerhalb von zwei Tagen einen Öltanker attackiert. Der Angriff sei in der Straße von Hormus erfolgt, hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung. Der Supertanker habe sein Navigationssystem abgeschaltet und Warnungen der Marine missachtet, hieß es weiter.
Bereits am Sonntag hatten iranische Medien ein Video verbreitet, das eine Explosion an einem Supertanker zeigen soll. Den Angaben nach fuhr das Schiff auf eine Seemine in der Meerenge am Persischen Golf. Dem Vernehmen nach werden Minen mit Raketen direkt vor die Tanker gefeuert.
15.11 Uhr: Israel verweigert "taz"-Korrespondentin Arbeitsvisum
srael hat der Korrespondentin der «tageszeitung» («taz»), Serena Bilanceri, ein Arbeitsvisum verweigert. Die israelische Regierung habe Bilanceri auch die Einreise versagt, teilte die «taz» auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Wir werten dies als erheblichen Eingriff in die Pressefreiheit. Die Regierung (des Ministerpräsidenten Benjamin) Netanjahu verlässt damit den Boden der demokratischen Rechtsstaatlichkeit." Eine Begründung für die Entscheidung sei zunächst nicht genannt worden.
Mehrere israelische Medien berichteten über den Fall. Demnach soll es um Berichte und Kommentare der Journalistin über Siedlergewalt im Westjordanland und die Lage im Gazastreifen gehen, in denen sie Israel "Apartheid" vorgeworfen und Maßnahmen gegen das Land gefordert habe.
14.45 Uhr: EU ruft Ausbildungsmission für libanesische Armee ins Leben
Die EU hat eine Mission zur Ausbildung der libanesischen Armee ins Leben gerufen. Die Mission werde "die libanesischen Streitkräfte und die Sicherheitskräfte beraten und unterstützen, um die territoriale Kontrolle, die Grenzsicherheit und die innere Sicherheit zu stärken", sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Rande eines Treffens der EU-Außenminister in Luxemburg. Die vom Iran unterstützte Hisbollah hatte den Libanon im März mit Angriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen. Israel reagierte mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive.
12.16 Uhr: Iran prüft weiterhin US-Antwort zu Hormus
Im Ringen um eine Öffnung der für den weltweiten Öl- und Gastransport enorm wichtigen Straße von Hormus zeichnen sich weiterhin keine greifbaren Fortschritte ab. Nach Angaben eines Sprechers des iranischen Außenministeriums ist der Iran nach wie vor dabei, die Reaktion der USA auf einen Vorschlag der Islamischen Republik zu prüfen. Erst danach werde man über Mittelsleute Washington eine Antwort zukommen lassen. Der Iran hatte den USA Mitte September einen Vorschlag zur Wiederöffnung der im Zuge des Kriegs zwischen den beiden Ländern blockierten Meerenge vorgelegt. Wenig später bestätigte das Land den Eingang einer Antwort der USA.
11.40 Uhr: Mindestens ein Toter bei Angriffen auf Jemen
Bei Luftangriffen auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa ist nach Angaben des von den islamistischen Huthi kontrollierten Gesundheitsministeriums mindestens ein Mensch getötet worden. Zwölf weitere seien verletzt worden, teilte Ministeriumssprecher Anis al-Asbahi am Montag mit.
Bei einem Angriff auf eine Salzfabrik im Bezirk Hamadan sei ein Mann ums Leben gekommen, acht Menschen seien verletzt worden. Bei einem weiteren Angriff auf ein Wohnhaus seien eine Frau und drei Kinder verletzt worden.
10.01 Uhr: Gaza-Behörden melden zwei Tote bei neuem israelischen Angriff
Bei israelischen Angriffen im südlichen Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Zwei starben laut Gesundheitsbehörden bei einem Angriff, drei weitere nach Angaben von Sanitätern bei einem Luftangriff auf ein Zelt nahe Chan Junis. Das israelische Militär erklärte, in beiden Fällen militante Kämpfer ins Visier genommen zu haben.
Israel hat seine Angriffe zuletzt ausgeweitet und wirft der Hamas vor, sich entgegen der geltenden Waffenruhe wieder zu bewaffnen und Attacken zu verüben. Die Organisation weist dies zurück. Seit Inkrafttreten der Feuerpause vor einem Jahr wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Gaza mindestens 1.400 Palästinenser durch israelischen Beschuss getötet. Israel meldet für denselben Zeitraum vier getötete Soldaten im Gazastreifen.
09.45 Uhr: Nach Angriffen erneut zahlreiche Flüge in Riad gestrichen
Die Angriffe und Drohungen der jemenitischen Huthi-Miliz gegen Saudi-Arabien beeinträchtigen weiterhin den Flugverkehr in Riad. Laut dem Analyseunternehmen Cirium dürften am Montag rund 60 Prozent der geplanten Flüge am King-Chalid-Flughafen ausfallen. Am Sonntag waren es 99,7 Prozent. Bei zwei Angriffen auf den Flughafen am Wochenende wurden 14 Menschen getötet und Hunderte verletzt.
08.02 Uhr: Iran rät Saudi-Arabien zu Diplomatie
Der Iran hat Saudi-Arabien angesichts der Eskalation im Konflikt mit der Huthi-Miliz zu diplomatischen Bemühungen aufgerufen. Ein Festhalten an militärischen Mitteln und das Ausbleiben einer politischen Lösung würden die Lage weiter verschärfen, sagte Irans Außenminister Abbas Araghtschi laut einer Mitteilung in einem Telefonat mit seinem saudischen Amtskollegen Faisal bin Farhan. Teheran sei bereit, Gespräche zu unterstützen und zu einer politischen Lösung beizutragen, hieß es aus dem iranischen Außenministerium.
07.33 Uhr: R4-Staaten fordern Ende der Huthi-Angriffe auf Riad
Die Türkei, Pakistan, Ägypten und Saudi-Arabien verurteilen die Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen auf den Flughafen in Riad. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichnet die Staatengruppe R4 die Attacken als gefährliche Eskalation und sichert Saudi-Arabien ihre Solidarität zu. Die Huthi-Miliz trage die volle Verantwortung für die Folgen der Angriffe, die den regionalen und internationalen Frieden gefährdeten. Die Gruppe fordert ein sofortiges und bedingungsloses Ende der Attacken.
06.59 Uhr: Saudi-Arabien meldet Angriffe auf Flughäfen in Riad und Damman
Saudi-Arabien hat einen Angriff auf den King-Fahd-Flughafen in Dammam gemeldet. Nähere Angaben machten die Behörden zunächst nicht. Laut dem Flugdatendienst Flightradar24 wurde mindestens ein Flug umgeleitet. Erst wenige Stunden zuvor war der internationale Flughafen King Khalid in der Hauptstadt Riad erneut angegriffen worden.
05.55 Uhr: Huthis greifen saudi-arabische Flughäfen erneut an
Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien ausgeweitet. Nach Angaben der von Riad geführten Militärkoalition traf am Sonntag ein unbekanntes Projektil Terminal 4 des Flughafens in Riad und löste ein Feuer aus. Ein Mensch wurde getötet, elf weitere wurden verletzt. Damit stieg die Zahl der Todesopfer innerhalb einer Woche auf 18. Am frühen Montagmorgen wurde in der südlichen Stadt Abha Luftalarm ausgelöst. Die Luftabwehr fing eine ballistische Rakete ab, die auf Chamis Muschait abgefeuert worden war.
Angesichts der Lage gaben Großbritannien und die USA Reisewarnungen heraus. Die britische Botschaft riet von nicht zwingend notwendigen Reisen zu fast allen saudi-arabischen Flughäfen ab. Der Flughafen Riad bleibt vorerst geschlossen. Wegen der Sperrung des Flughafens sitzt zudem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in der Hauptstadt Saudi-Arabiens fest.
03.45 Uhr: USA warnen US-Fluggesellschaften vor Flügen nach Saudi-Arabien
Die US-Luftfahrtbehörde FAA warnt amerikanische Fluggesellschaften vor Sicherheitsrisiken bei Flügen nach und über Saudi-Arabien. Hintergrund seien anhaltende militärische Aktivitäten und Störungen von Navigationssystemen. Die bis zum 10. Dezember geltende Warnung folgt auf jüngste Angriffe auf den internationalen Flughafen in Riad. Laut FAA könnten die Bedrohungen Flugzeuge in allen Flughöhen gefährden. Die US-Fluggesellschaft Delta AirLines wollte eigentlich ab dem 23. Oktober Direktflüge nach Riad anbieten. Delta-Chef Ed Bastian hatte jedoch kürzlich erklärt, dass die Sicherheit über die Aufnahme der Flüge entscheiden werde.
02.16 Uhr: Saudi-Arabien und Iran beraten über Abbau von Spannungen
Saudi-Arabiens Außenminister Prinz Faisal bin Farhan und Irans Außenminister Abbas Araghtschi beraten einem Bericht der staatlichen saudischen Nachrichtenagentur zufolge über die jüngste Eskalation des regionalen Konflikts und Möglichkeiten zur Deeskalation. Es ist der erste öffentlich bekannte Kontakt seit der Intensivierung der Angriffe der mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen aus dem Jemen auf Saudi-Arabien. Teheran sei bereit, einen Dialog zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen zu unterstützen, teilt Araghtschi auf Telegram mit.