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Nahost-Ticker: Huthi-Miliz nimmt Inseln im Roten Meer ein

Welt

04.59 Uhr: Mindestens ein Dutzend Verletzte bei neuen Huthi-Angriffen in Saudi-Arabien

Bei neuen Angriffen der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen auf Saudi-Arabien sind nach Angaben der von Riad geführten Militärkoalition 13 Menschen verletzt worden. Die Huthi hätten mehrere ballistische Raketen und Drohnen auf zivile Ziele in den Städten Chamis Muschait, Abha und Taif abgefeuert, teilte die Koalition am Dienstag im Onlinedienst X mit. Die Verletzten erlitten demnach leichte bis mittelschwere Verletzungen. Zudem wurden sieben Häuser und zwei Autos beschädigt.

04.36 Uhr: US-Behörde bilanziert erstmals Folgen des Iran-Kriegs

Eine US-Regierungskontrollbehörde hat erstmals eine offizielle Bilanz der Folgen des Iran-Kriegs vorgelegt. Dem Bericht des Generalinspekteurs des Verteidigungsministeriums zufolge wurden elf US-Soldaten im Einsatz getötet. Zudem entstanden erhebliche Schäden an Militärstützpunkten, Flugzeugen und Drohnen.

Hunderte Gebäude und Einrichtungen auf US-Stützpunkten in mehreren Ländern der Region wurden durch iranische Angriffe beschädigt oder zerstört. Besonders betroffen war der US-Marinestützpunkt in Bahrain. Auch Dutzende Flugzeuge und Drohnen gingen verloren oder wurden beschädigt, darunter bis zu 30 MQ-9-Reaper-Drohnen und sieben KC-135-Tankflugzeuge. Der Krieg führte laut Bericht außerdem zu Engpässen bei modernen Waffen und Abfangsystemen. Experten rechnen mit bis zu drei Jahren, um die Bestände wieder auf Vorkriegsniveau zu bringen. Das Pentagon weist Berichte über einen Munitionsmangel zurück.

22.40 Uhr: US-Militär weist iranische Darstellung zurück

Das US-Militär hat die Darstellung der iranischen Revolutionsgarden zurückgewiesen, ein Öltanker sei in der Straße von Hormus auf eine Seemine gefahren und explodiert. "El Gaia" sei vielmehr bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete getroffen worden, teilte das für die Region zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte (Centcom) mit. Am Wochenende habe der Iran das Schiff dann vor der Küste des Omans erneut mit einer Drohne angegriffen. Gegenwärtig werde der manövrierunfähige Tanker von einem regionalen Partner abgeschleppt.

22.05 Uhr: Iran - Öltanker in Straße von Hormus explodiert

In der Straße von Hormus ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden ein Öltanker auf eine Seemine gefahren und explodiert. Der Tanker "El Gaia" sei auf der vom Iran verminten südlichen Route durch die Meerenge unterwegs gewesen, berichtete der staatliche Rundfunk Irib unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Das gesamte Schiff sei nach der Detonation der Mine in Flammen aufgegangen.

"Die Straße von Hormus ist geschlossen und bleibt unter unserer Kontrolle", teilte demnach die Marine-Führung der Revolutionsgarden mit. Sie habe zuvor vor dem Befahren der südlichen Route gewarnt. Die Marine hat die südliche Passage vermint, lediglich eine nördliche Route entlang der iranischen Küste für sicher erklärt und verlangt Gebühren für die Durchfahrt.

14.08 Uhr: Huthi-Miliz nimmt Inseln im Roten Meer ein

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat weitere strategisch wichtige Inseln im südlichen Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht. Neben einem Huthi-Sprecher bestätigten auch zwei Vertreter der jemenitischen Regierung der Nachrichtenagentur AP am Montag, dass Huthi-Kämpfer auf den Inseln Groß-Hanisch und Klein-Hanisch stationiert worden seien, nachdem sich Hunderte von regierungstreuen Soldaten aus der Inselgruppe zurückgezogen hätten. Die Hanisch-Inseln liegen 160 Kilometer nördlich der Meerenge von Bab al-Mandab.

Zuvor hatte die Miliz bereits die Hafenstadt Mokka und die Insel Majun, die innerhalb der Meerenge von Bab al-Mandab liegt, von den jemenitischen Regierungstruppen erobert. Diese werden seit mehr als zehn Jahren in ihrem Kampf gegen die Huthi von Saudi-Arabien unterstützt. Die Offensive der Huthi hat Sorgen vor einer weiteren Eskalation im Bürgerkrieg im Jemen geschürt.

13.28 Uhr: Kein Visum für Atomchef - Iran bestellt Vertreter Österreichs ein

Weil der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammed Eslami, kein Visum für die Jahrestagung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien erhalten hat, ist der österreichische Geschäftsträger in Teheran einbestellt worden. Das teilte Außenamtssprecher Ismail Baghai am Montag mit. Als Gastgeber der IAEA-Tagung sei Österreich verpflichtet, Visa für die Beteiligten auszustellen. Baghai sagte, dem Iran werde dadurch die Möglichkeit genommen, seine Sicht der Dinge darzulegen. Er warf den USA vor, Druck auf Österreich ausgeübt zu haben.

Eslami ist im Zusammenhang mit UN-Sanktionen, die im vergangenen Jahr wieder in Kraft traten, mit einem internationalen Reiseverbot belegt worden. Österreich habe bei einem Sanktionsausschuss der Vereinten Nationen eine Ausnahmegenehmigung beantragt, damit Eslami an der Konferenz teilnehmen könne, erfuhr die Nachrichtenagentur AP aus informierten Kreisen. Diese sei jedoch nicht erteilt worden.

11.54 Uhr: Laut Bundesregierung keine Engpässe bei Öl und Gas zu erwarten

Die sich weiter zuspitzende Lage im Nahen Osten wirkt sich nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums nicht negativ auf die Versorgung Deutschlands mit Öl und Gas aus. "Engpässe sind hier derzeit nicht zu erwarten", sagt eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Deutschland beziehe über die Route durch die Meerenge Bab al-Mandab weder Gas noch LNG oder Öl. Ein Regierungssprecher ergänzt, die Bundesregierung beobachte die Preisentwicklung bei Diesel und Benzin mit großer Sorge. Die Entwicklung sei allein auf geopolitische Faktoren zurückzuführen.

11.07 Uhr: Huthi – Haben erneut Ziele in Saudi-Arabien angegriffen

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat erneut Angriffe auf das benachbarte Saudi-Arabien für sich beansprucht. Sie habe auf der Luftwaffenbasis Chamis Muschait im Süden des Königreichs unter anderem Waffenlager, Startbahnen und Hangar mit Dutzenden Raketen und Drohnen angegriffen, sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari. Es sei eine Antwort auf mehr als 300 saudische Luftangriffe im Jemen in den vergangenen Tagen.

10.19 Uhr: Maersk und Hapag-Lloyd leiten weitere Liniendienste durch Suezkanal

Die Reederei Maersk nimmt gemeinsam mit dem deutschen Partner Hapag-Lloyd vier weitere Liniendienste durch den Suezkanal wieder auf. Die Unternehmen kehren damit schrittweise zur Nutzung dieses Seewegs zwischen Asien und Europa zurück, wie der dänische Schifffahrtskonzern mitteilt.

10.17 Uhr: Iran – Treffen im Oman wegen Eskalation im Jemen verschoben

Das für heute geplante Außenministertreffen der Golfstaaten zur Straße von Hormus ist nach Angaben aus Teheran wegen der Eskalation im Jemen verschoben worden. "Saudi-Arabien hat darum gebeten, dass diese Sitzung nicht stattfindet", sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai in Teheran. Auf Nachfrage bestätigte er, dass die jüngsten Entwicklungen im Jemen dabei eine Rolle gespielt hätten. Vergangene Woche waren die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Bürgerkriegsland Jemen überraschend schnell zur wichtigen Meerenge Bab al-Mandab vorgerrückt. Die Huthi griffen Stellungen der Regierungstruppen an und kontrollieren inzwischen die gesamte Westküste des Landes.

Saudi-Arabien kämpft seit mehr als zehn Jahren an der Seite der international anerkannten Regierung im Jemen gegen die islamistische Miliz. Diese greift wieder verstärkt zivile Ziele und Öl-Einrichtungen in Saudi-Arabien an.

10.10 Uhr: Benzinpreis steigt auf neues Allzeithoch

Der Benzinpreis an den deutschen Tankstellen hat am Wochenende ein neues Allzeithoch erreicht. Der Liter Super E10 kostete am Sonntag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,273 Euro, wie der ADAC in München am Montag angaben. Damit wurde der bisherige Höchstpreis von März 2022 übertroffen. Der Preis für Diesel stieg ebenfalls weiter an; er erreichte am Sonntag laut ADAC 2,404 Euro pro Liter.

09.39 Uhr: Sohn des gestürzten Schahs Pahlavi kommt nach Deutschland

Der Sohn des gestürzten iranischen Schahs kommt nach Deutschland. Reza Pahlavi wird Anfang November stellvertretend für alle Iranerinnen und Iraner den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit entgegennehmen. Das meldet das Nachrichtenportal t-online.

"Es geht nicht um Einzelpersonen, sondern bewusst um das gesamte Volk im Iran, das sich mutig gegen das verbrecherische Mullah-Regime auflehnt", zitiert t-online den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Steffen Saebisch. Geehrt werde der Freiheitswille vieler Hunderttausender, die ihr Leben riskierten, um das Regime zu stürzen. Pahlavi betone stets, dass das iranische Volk selbst über die künftige Staatsform entscheiden soll. Zudem setze sich der 65-Jährige für ein Ende der vom Iran geschürten Konflikte in Nahost ein.

07.37 Uhr: Omans Energieminister – Störung der Straße von Hormus wohl nur kurzfristig

Die Störung an der Straße von Hormus ist nach Einschätzung von Omans Energieminister Salim al-Aufi voraussichtlich eine kurzfristige Angelegenheit. Mittelfristig dürfte sich die Lage stabilisieren, erklärt al-Aufi. Sein Land könne weiter Öl und Gas fördern. Die rasant steigenden Preise für Öl und Flüssigerdgas (LNG) sind dem Minister zufolge auf Dauer für niemanden tragbar. Zudem sollten alternative Exportwege über den Oman oder den Jemen erschlossen werden.

07.03 Uhr: Ölpreis steigt auf rund 107 Dollar pro Barrel der Sorte Brent

Angesichts der weiter zunehmenden Spannungen in der Golfregion sind die Ölpreise erneut deutlich angestiegen. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent legte am Montagmorgen um 2,8 Prozent zu und lag bei 107,54 Dollar pro Barrel. Der Preis für die US-Sorte WTI stieg um 2,3 Prozent auf 102,34 Dollar. Die Verschärfung der Lage schürte zu Beginn der Woche die Sorge um mögliche Störungen der weltweiten Energieversorgung.

Seit Februar dieses Jahres sind die Öl- und Gasmengen auf dem Weltmarkt infolge des im Februar von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieges deutlich verknappt. Die für den Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus faktisch blockiert. Mit der Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer steht zudem eine weitere wichtige Transportroute zunehmend unter Druck. Zudem schloss Saudi-Arabien, das im Jemen die gegen die Huthis kämpfenden Regierungstruppen unterstützt, vorübergehend die wichtige Ost-West-Pipeline nach Huthi-Drohnenangriffen.

06.50 Uhr: Gespräche im Oman verschoben

Das für heute geplante Außenministertreffen der Staaten am Persischen Golf im Oman findet nicht statt. "Im Interesse des Konsenses wurde das für morgen in Salalah geplante regionale Treffen verschoben", teilte der omanische Außenminister Badr al-Busaidi am späten Sonntagabend auf der Plattform X mit. Berichten zufolge war eigentlich geplant, dass bei dem Treffen der Iran und der Oman eine Vereinbarung im festgefahrenen Konflikt über die Straße von Hormus vorstellen wollten.

04.49 Uhr: Schiffsverkehr in Straße von Hormus geht deutlich zurück

Vorläufige Daten zeigen einen deutlichen Rückgang des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Am Wochenende sei die Zahl der täglichen Durchfahrten auf eine einstellige Zahl gesunken, während der Zehn-Tages-Durchschnitt bei 14 liege. Die Zahlen schließen keine Schiffe ein, die die Meerenge mit abgeschalteten Transpondern durchqueren.

03.34 Uhr: Iranischer Atomchef wegen Reiseverbots nicht bei IAEA-Tagung erwartet

Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammed Eslami, wird nach Informationen der Nachrichtenagentur AP voraussichtlich erstmals seit Jahren nicht an der Jahrestagung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien teilnehmen. Grund sei ein internationales Reiseverbot gegen Eslami. Österreich hatte bei einem Sanktionsausschuss der Vereinten Nationen eine Ausnahmegenehmigung beantragt, damit Eslami an der Konferenz teilnehmen kann. Diese sei jedoch nicht erteilt worden. Die iranische staatliche Nachrichtenagentur Irna hatte hingegen am Samstag berichtet, Eslami sei nach Wien gereist, um an der IAEA-Konferenz teilzunehmen. Die Jahrestagung beginnt am Montag und dauert bis Freitag.

02.00 Uhr: Saudi-Arabien – Zivilschutz warnt vor Gefahr in vier Städten

Der saudische Zivilschutz hat Warnungen vor einer möglichen Gefahr für vier Städte im Süden des Landes ausgegeben: Betroffen sind den Angaben zufolge die Städte Nadschran, Chamis Muschait, Dschasan und Abha.

00.38 Uhr: Angriffe in Nahost treiben Ölpreis kräftig an

Der Ölpreis ist nach erneuten Angriffen in Saudi-Arabien und im Persischen Golf um mehr als drei Dollar gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,62 Dollar auf 108,23 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 3,15 Dollar auf 103,20 Dollar. Hintergrund ist unter anderem ein Drohnenangriff auf die bedeutende saudische Ost-West-Ölpipeline. Deren Betrieb sei als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend eingestellt worden, teilte das saudische Energieministerium mit. Die 1.200 Kilometer lange Leitung hatte demnach zuletzt täglich vier bis fünf Millionen Barrel transportiert. Dies entspricht etwa vier bis fünf Prozent des weltweiten Ölangebots. Sie ermöglicht es Saudi-Arabien, den Seeweg durch die Straße von Hormus zu umgehen.

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