Nahost-Ticker: Teheran fordert Rückkehr zu Rahmenabkommen
11.24 Uhr: Iran - Flugabwehr an mehr als 3.800 Orten stationiert
Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge landesweit Flugabwehreinheiten an mehr als 3.800 Orten stationiert. "Viele dieser Orte befinden sich in schwer zugänglichen Gebieten. Iran ist ein Land mit vielfältigen geografischen Gegebenheiten, und die Luftverteidigungskräfte sind in Wüsten, an Küsten, auf Inseln und im Gebirge stationiert", sagte ein iranischer General im Staatsfernsehen.
Seinen Worten nach wurden bei den vergangenen militärischen Konflikten mit den USA und Israel seit Oktober 2024 rund 160 Soldaten der Flugabwehr getötet. In dem Interview äußerte er auch Kritik an importierten Waffensystemen. Der Iran plane, vermehrt heimisch produzierte Flugabwehrsysteme einzusetzen.
10.02 Uhr: Peseschkian - Iran wird Rahmenabkommen erfüllen, wenn USA es tun
Irans Präsident Massud Peseschkian hat sich im festgefahrenen Konflikt mit den USA erneut für eine diplomatische Lösung ausgesprochen. "Sollten die USA zu ihren Verpflichtungen (...) zurückkehren, wird auch die Islamische Republik Iran unverzüglich entsprechend handeln", zitierte die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna aus einer Rede Peseschkians beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek.
Das Rahmenabkommen sah ein "sofortiges und dauerhaftes Ende des Kriegs an allen Fronten, auch im Libanon" vor und die Aufhebung der gegenseitigen Seeblockaden in der Straße von Hormus . Der Iran sollte innerhalb von 30 Tagen verlegte Seeminen in der Meerenge räumen, die USA dafür Wirtschaftssanktionen aufheben. Im August lief das Abkommen nach 60 Tagen aus, am Wochenende war der Konflikt erstmals seit Wochen am Persischen Golf mit gegenseitigen Angriffen wieder militärisch eskaliert.
08.43 Uhr: Neue Kämpfe treiben Ölpreise weiter in die Höhe
Die Wiederaufnahme der Kämpfe zwischen den USA und dem Iran schürt Sorgen vor Lieferunterbrechungen und treibt die Ölpreise weiter an. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 91,58 Dollar je Barrel, der Preis für das US-Leichtöl WTI stieg um bis zu 1,6 Prozent auf 87,09 Dollar.
US-Präsident Donald Trump hatte am Montag mit weiteren Angriffen auf den Iran gedroht, nachdem es am Sonntag zum ersten direkten Schlagabtausch zwischen den beiden Ländern seit einem Monat gekommen war. "Dies rückt die Möglichkeit einer iranischen Vergeltung wieder in den Vordergrund", sagte KCM-Marktanalyst Tim Waterer. Damit erhöhe sich auch das Risiko von Schäden an der Energieinfrastruktur rund um den Persischen Golf.
07.46 Uhr: EZB-Ratsmitglied - Müssen uns auf langwierigen Iran-Konflikt einstellen
Die EZB muss sich laut Ratsmitglied Olli Rehn auf einen langwierigen Konflikt im Nahen Osten einstellen, der die Teuerung im Euroraum hochhalten könnte. "Angesichts dieses Inflationsdrucks dürfen wir uns nicht in Sicherheit wiegen", sagte der finnische Notenbankchef in einem Interview der "Financial Times". Er bezog sich dabei auch auf die durch den Iran-Konflikt gestiegenen Energiepreise. Die Europäische Zentralbank (EZB) will verhindern, dass der Ölpreisschock das Preisgefüge nachhaltig verändert und sich die hohe Inflation festsetzt.
Die Währungshüter um EZB-Präsidentin Christine Lagarde entscheiden am 10. September wieder über den Leitzins, wobei viele Experten mit einer Anhebung um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent rechnen. EZB-Direktorin Isabel Schnabel hält ein höheres Leitzinsniveau für nötig. Auch sie verwies jüngst darauf, dass sich der Konflikt im Nahen Osten hinziehe.
06.09 Uhr: Iran setzt Drohne in Richtung der Vereinigten Arabischen Emirate ein
Der Iran hat eine Drohne in Richtung der Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate wurde die Drohne über den eigenen Hoheitsgewässern abgefangen. Die Vereinigten Arabischen Emirate bezeichneten den Angriff als "gefährliche Eskalation" durch den Iran.
Nach mehr als einem Monat ohne größere Kampfhandlungen hatten die USA am Sonntag iranische Raketenwerfer angegriffen. Nach Angaben der US-Regierung bereiteten diese den Einsatz von Minen in der Straße von Hormus vor. Der Iran reagierte mit dem Abschuss von Raketen auf US-Stellungen in Jordanien. Alle Raketen wurden abgefangen. Der iranische Präsident Massud Peseschkian sagte, sein Land strebe keinen Krieg an. Zugleich werde man "entschlossen auf Aggressoren reagieren".
03.41 Uhr: Britische Behörde - Tanker in Straße von Hormus von drei "unbekannten Geschossen" getroffen
Nach den ersten neuen US-iranischen Angriffen seit Wochen ist in der Straße von Hormus britischen Angaben zufolge ein Öltanker von drei "unbekannten Geschossen" getroffen worden. Der Tanker habe den Beschuss beim Verlassen der vom Iran weitgehend blockierten Meerenge gemeldet, teilte die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO am Montag im Onlinedienst X mit. Der Vorfall ereignete sich demnach 31 Kilometer östlich der omanischen Küstenstadt Chasab. Verletzte oder Umweltschäden gab es demnach nicht.
Zuletzt hatten Washington und Teheran ihre gegenseitigen Angriffe gut einen Monat lang ausgesetzt. Am Sonntagabend dann griff die US-Armee die iranische Insel Larak in der Straße von Hormus an, der Iran reagierte nach eigenen Angaben mit Gegenangriffen in der Region, darunter auf Ziele in Jordanien.
02.15 Uhr: Erneut Tanker in der Straße von Hormus angegriffen
In der Straße von Hormus ist erneut ein Tanker angegriffen worden. Der Tanker wurde beim Auslaufen aus der Meerenge östlich der omanischen Stadt Al-Chasab von drei unbekannten Geschossen getroffen, wie die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) am späten Montagabend mitteilte. Verletzte oder Tote wurden nicht gemeldet. Der Vorfall werde untersucht.
19.56 Uhr: Neue Politikallianz in Israel
Dramatischer politischer Schritt in Israel: In einer strategischen Allianz schließt sich erstmals ein jüdischer, zionistischer Politiker der konservativ-islamischen Raam-Partei an. Der ehemalige Vize-Polizeiminister Joav Segalovitz (67) verkündete den Schritt gemeinsam mit dem Raam-Vorsitzenden Mansur Abbas (52). Segalovitz soll Berichten zufolge den zweiten Platz auf der Liste von Raam erhalten, wird aber demnach nicht offiziell in die Partei eintreten. Die "Times of Israel" hatte geschrieben, das ungewöhnliche Bündnis könnte dem Lager, das sich gegen den rechtskonservativen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu stellt, bei der Parlamentswahl im Oktober erheblichen Auftrieb geben.
19.03 Uhr: Zwei Iranerinnen wegen Protesten zum Tode verurteilt
Im Iran sind zwei Frauen nach Angaben von Aktivisten wegen ihrer Beteiligung an den regierungskritischen Protesten im Januar zum Tode verurteilt worden. Bei den beiden Prozessen ging es um Vorfälle in der Stadt Isfahan, wie die Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Norwegen am Montag mitteilte.
16.13 Uhr: Trump fordert Prozess gegen Iran zu getöteten Demonstranten
US-Präsident Donald Trump fordert nach dem Tod von Demonstranten im Iran eine Anklage gegen die Verantwortlichen. "Sie müssen wegen Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht gestellt werden!", schrieb Trump auf der Plattform Truth Social über den Iran.
13.57 Uhr: Iran meldet zwei Tote durch US-Angriff in Meerenge von Hormus
Bei den jüngsten US-Angriffen im Iran sind iranischen Staatsmedien zufolge zwei Menschen getötet worden. Bei dem Angriff auf die iranische Insel Larak in der Straße von Hormus am Sonntagabend "gab es zwei Märtyrer und mehrere weitere Menschen wurden verletzt", sagte der Gouverneur der Nachbarinsel Keschm, Hossein Amir Tejmuri, laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Irna vom Montag.
13.12 Uhr: Palästinenser - Tote bei israelischem Angriff im Gazastreifen
Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind nach Angaben der dortigen Gesundheitsbehörden mindestens zwei Palästinenser getötet worden. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden, teilten Sanitäter mit. Der Angriff habe eine Menschenmenge in der Nähe eines Parks in Gaza-Stadt getroffen. In dem Gebiet halten sich viele Familien auf, die aus anderen Teilen des Gazastreifens vertrieben wurden. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.
Eine von den USA unterstützte Waffenruhe hatte im Oktober 2025 die schweren Kämpfe in dem Küstengebiet gestoppt. Israelische Luftangriffe dauerten jedoch an. Das israelische Militär begründet solche Einsätze damit, Angriffe der Hamas und anderer militanter Gruppen vereiteln zu wollen. Die Hamas wirft Israel vor, gegen die Waffenruhe zu verstoßen.
09.21 Uhr: Iran - Öl-Betrieb auf Insel Charg läuft nach Trump-Tweet normal weiter
Der Betrieb auf der wichtigsten iranischen Ölinsel Charg läuft nach Angaben der staatlichen Ölgesellschaft NIOC trotz gegenteiliger Aussagen von US-Präsident Donald Trump normal weiter. "Trumps Beiträge sind lächerlich, und die Lage auf Charg ist ruhig und stabil", zitierte das Portal Nournews NIOC-Chef Hamid Bovard.
Die Insel, über die rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden, sei in der Vergangenheit wiederholt von US-amerikanischen und israelischen Streitkräften bombardiert worden. Die Arbeiter hätten den Betrieb jedoch zu keinem Zeitpunkt eingestellt. Derzeit würden die Anlagen modernisiert.
07.17 Uhr: Revolutionsgarden - Tanker in Straße von Hormus brennt nach Minentreffern
In der Straße von Hormus ist nach iranischen Angaben ein Supertanker nach zwei Minentreffern in Brand geraten. Das Schiff sei vollständig zum Stillstand gekommen, berichtete das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf eine Mitteilung der Revolutionsgarden. Demnach habe der Tanker versucht, die wichtige Wasserstraße illegal zu passieren.
Zum Namen des Schiffes oder zum Schicksal der Besatzung machten die Revolutionsgarden keine Angaben. Zugleich warnten sie, anderen Schiffen drohe bei einem Verstoß gegen die iranischen Vorschriften für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus dasselbe.
06.52 Uhr: Iran - Drohnenangriff auf Basis in Vereinigten Arabischen Emiraten
Die iranische Armee hat nach eigenen Angaben am frühen Morgen den Luftwaffenstützpunkt Al-Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) mit Drohnen angegriffen. Ziel seien Bereiche des Stützpunkts gewesen, in denen US-Truppen und Hubschrauber stationiert seien, berichtete das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf eine Mitteilung der Armee.
Der Angriff sei eine Reaktion auf die Tötung von Mitgliedern der iranischen Revolutionsgarden und Zivilisten auf der Insel Larak gewesen, hieß es weiter. Eine Stellungnahme der Regierung der VAE oder des dortigen Verteidigungsministeriums zu dem Vorfall lag zunächst nicht vor.
05.30 Uhr: Trump droht damit, Ölzentrum auf Chark zu zerstören
US-Präsident Trump zufolge wird das iranische Ölzentrum auf der Insel Chark von den USA "in Stücke gerissen". In den sozialen Medien nennt er jedoch keine weiteren Details. Ein beigefügtes Video, das gewaltige Explosionen zeigt, ist einer Überprüfung der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wahrscheinlich künstlich generiert.
Über Chark wurden 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt, bevor am 28. Februar der durch US- und israelische Angriffe ausgelöste Krieg begann. Ein Angriff auf die Insel würde den Energiehandel der Islamischen Republik massiv stören und die Wirtschaft stark unter Druck setzen. Stellungnahmen des Weißen Hauses, des US-Verteidigungsministeriums oder aus den iranischen Medien liegen zunächst nicht vor.
02.00 Uhr: USA planen Sekundärsanktionen gegen Iran
Das US-Finanzministerium plant nach den Worten von Scott Bessent wöchentlich neue Sekundärsanktionen gegen den Iran. Zunächst stünden Banken im Fokus, sagt Bessent der Nachrichtenagentur Reuters. Man werde den Geldhäusern klarmachen, dass es nicht in Ordnung sei, iranisches Geld zu verwalten und das Regime zu unterstützen. Der nächste Schritt könne sein, ein Institut vollständig vom dollarbasierten Finanzsystem abzuschneiden. Bessent will diese Botschaft auch beim anstehenden Treffen der G20-Finanzminister übermitteln: Wer die wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran nicht kappe, müsse mit Sekundärsanktionen rechnen.
00.45 Uhr: Iran beschießt US-Luftwaffenstützpunkte in Jordanien
Der Iran greift einem Bericht des US-Senders Fox News zufolge US-Truppen in Jordanien an. Bislang gebe es keine größeren Auswirkungen, schreibt ein Reporter des Senders auf der Plattform X unter Berufung auf einen US-Insider. Fast alle Raketen seien abgefangen worden.