NASDAQ-Aktie SpaceX im Rally-Modus: Morgan Stanley sieht überraschendes Potenzial
Morgan Stanley sieht die Bewertung im Verhältnis zum Wachstum als moderat
Kundenrunde zeigt, wie dünn die Aktie in Depots vertreten sein dürfte
Mehrere Termine bis Jahresende könnten die Debatte neu befeuern
Morgan Stanley bekräftigt für SpaceX das Rating Overweight und das Kursziel von 300 US-Dollar, wie unter anderem investing.com berichtet. Analyst Adam Jonas verweise auf eine wachstumsbereinigt niedrigere Bewertung des Raumfahrt- und KI-Konzerns als bei Vergleichswerten.
Die Aktie reagierte am Montag auf die Analyse mit einem kräftigen Gewinnsprung von letztlich 7,63 Prozent auf 171,09 US-Dollar. Auch am Dienstag geht es an der NASDAQ weiter nach oben: Zeitweise legt das Papier um 2,05 Prozent auf 174,61 US-Dollar zu.
Bewertungsrechnung von Morgan Stanley
Laut Jonas werde SpaceX mit etwa dem 30-Fachen des für 2028 geschätzten EV/EBIT gehandelt, berichtet investing.com weiter. Andere Mega-Cap-Unternehmen aus dem KI-Umfeld kämen demnach auf das 16-Fache. Wachstumsbereinigt ergibt sich ein anderes Bild: Hier liegt SpaceX laut Morgan Stanley beim 0,3-Fachen und damit rund 40 Prozent unter dem Mega-Cap-Median von 0,5.
Beim Kursziel von 300 US-Dollar entfalle der größte Teil des von Morgan Stanley errechneten Werts auf das KI-Geschäft: 165 US-Dollar je Aktie entfallen auf Enterprise-KI. Starlink-Konnektivität wird mit 118 US-Dollar angesetzt, während externe Startdienstleistungen und Consumer-KI wie Grok jeweils 8 US-Dollar beitragen. Dabei läge die wachstumsbereinigte Bewertung bei etwa dem 0,6-Fachen. Das entspräche dem Niveau von Amazon und bliebe unter Alphabet und Meta.
Was im Kurs der SpaceX-Aktie steckt
Zum aktuellen Kursniveau preise die Aktie laut Jonas den größten Teil oder den gesamten Wert von 127 US-Dollar je Aktie für Raumfahrt und Konnektivität ein. Für den KI-Bereich blieben rund 32 US-Dollar je Aktie, etwa das Dreifache des für 2028 geschätzten EV/Umsatz eines Neocloud-Geschäfts. Gängige Sorgen zur Grok-Leistung und zum Frequenzzugang für Starlink Mobile seien laut Jonas bereits eingepreist.
Den Konsens beziffert er auf 17,60 US-Dollar pro Watt bei 4,1 Gigawatt Rechenleistung. Jeder zusätzliche Betrag von 10 US-Dollar pro Watt brächte mehr als 40 Milliarden US-Dollar Umsatz.
Risiken und Anlegerstimmung im Blick
Einen Rückgang auf 100 US-Dollar binnen zwölf Monaten sieht Jonas nur bei einer deutlichen Verlangsamung des KI-Fortschritts, einem schweren Starship-Rückschlag oder einem erheblich verwässernden Ereignis. Zur Stimmung berichtete er von einer Kundenrunde mit 40 Teilnehmern, bei der niemand die Aktie zu besitzen angab. Die geringe institutionelle Verbreitung führt Jonas laut MarketWatch auch auf die komplexe Struktur von SpaceX zurück. Das Unternehmen vereine mehrere eng miteinander verknüpfte Geschäftsbereiche, deren Potenzial sich nur schwer isoliert bewerten lasse.
Als Katalysatoren nennt Jonas gemäß investing.com den nächsten Starship-Flug, die bevorstehenden Quartalszahlen, einen weiteren Test vor Ende 2026, Grok-Veröffentlichungen und zusätzliche Neocloud-Verträge. Besondere Bedeutung misst Jonas dabei dem 15. Starship-Testflug bei, der möglicherweise bereits Ende Oktober stattfinden könnte. Dabei könnte SpaceX erneut versuchen, die obere Stufe des Systems nach dem Flug in der Luft aufzufangen. Wie MarketWatch berichtet wäre ein erfolgreicher „Ship Catch“ laut Jonas ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem vollständig wiederverwendbaren Raketensystem und könnte die Startkosten deutlich senken.
Bettina Schneider, Julia Walter, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.