Natalie Harp: Wer ist Trumps persönliche Assistentin?
Natalie Harp begann ihren Aufstieg im Dunstkreis Donald Trumps vor sechs Jahren mit dem Satz: „Ohne Sie wäre ich heute nicht am Leben.“ Die junge Frau aus Kalifornien, nun 35 Jahre alt, sprach auf dem Parteitag der Republikaner in North Carolina und dankte Trump für die Unterzeichnung eines Gesetzes für experimentelle Behandlungen. Durch eine solche Behandlung, sagte sie damals, sei sie von ihrer Knochenkrebserkrankung geheilt worden. Vier Jahre später schon schrieb die „New York Times“ über die frühere Moderatorin des rechten Senders One America News, Harp sei fast immer an Trumps Seite. Die Zeitung zitierte außerdem aus Briefen an ihn. „Du bist alles, was für mich zählt“, schrieb sie dort. „Ich möchte, dass zwischen uns immer alles gut ist.“ F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.A.Z. bei Google bevorzugen Harp nehme sich keinen Tag frei Harps offizieller Job lautet dieser Tage Sonderberaterin und Chefassistentin des Präsidenten. Sie gilt als Einflüsterin für seine Social-Media-Beiträge. Doch selbst im Trump treu ergebenen Weißen Haus fällt ihre Selbstaufgabe auf. Sie nehme sich keinen Tag frei, heißt es, habe den Präsidenten immer im Blick und fungiere als seine persönliche Vertraute außerhalb der Befehlskette. Ihr Spitzname lautet demnach „lebendiger Drucker“. Harp soll dem Präsidenten mit einem tragbaren Drucker folgen, weil der Informationen am liebsten auf Papier erhält. All das wussten bis vor wenigen Tagen Washingtoner Insider, nicht aber die Öffentlichkeit. Bis Jon Ossoff, der demokratische Senator aus Georgia, einen spitzen Kommentar fallen ließ: Trump wolle seinen Ballsaal bauen „und mit Natalie in ihrem offenbar wehrlosen fliegenden Palast reisen, der ihm vom Emir von Qatar geschenkt wurde“. Das bezog sich zum einen auf die Boeing, die Trump als Präsidentenflugzeug geschenkt bekommen hat. Aber auch darauf, dass Trump Harp als eine von wenigen mitnahm, als er den NATO-Gipfel in der Türkei im Juli wegen einer Bedrohung durch Iran in einer Geheimaktion in einem anderen Flugzeug verließ. Wie eng Trumps Beziehung zu Harp ist, beschrieben zwei mit den Vorgängen im Weißen Haus bestens vertraute Journalisten der „New York Times“ jüngst in ihrem Buch. So habe der Präsident gesagt, nur sie liebe ihn genauso wie seine Frau und seine Kinder. Es wurde offenbar auch nicht zu einem Problem, dass Harp, die einen Master of Business Administration hat und 150.000 Dollar im Jahr verdient, sich mehr als ein Jahr lang weigerte, die routinemäßige Sicherheitsfreigabe des Secret Service für Mitarbeiter im West Wing einzuholen. Am Ende soll Trump sich eingeschaltet haben. Harps Bruder, mit dem sie keinen Kontakt mehr hat, sagte jüngst in einem Interview mit CNN, seine Schwester habe eine „ungesunde Besessenheit“ mit Trump. Er sei jedoch nicht der erste Präsident, den sie bewundere. Sie habe als Teenager im Irakkrieg auch schon an George W. Bush geschrieben.