Natalie Harps pikante Rolle in Trumps Propaganda-Abteilung enthüllt
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Natalie Harps pikante Rolle in Trumps Propaganda-Abteilung enthüllt
Von: Daniel Dillmann
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Trump finanziert Eigenwerbung mit Steuergeldern – obwohl sein Super-PAC 415 Millionen Dollar hat. Kritik kommt aus beiden Lagern.
Washington DC – Bei dem Treffen sollte es eigentlich um die Wahlkampfstrategie der Republikaner für die Midterms 2026 in den USA gehen. Doch Donald Trump hatte an diesem Tag im August anderes im Sinn. Statt über die finanzielle Unterstützung republikanischer Kandidaten für den US-Kongress zu sprechen, wollte der US-Präsident vor allem eins: sich selbst auf dem Bildschirm sehen. Behilflich war ihm dabei seine Vertraute Natalie Harp. Das enthüllt ein Bericht der New York Times.
Am 7. August versammelte Donald Trump Strateginnen und Strategen der Republikaner im Oval Office. Dabei waren sein politischer Chefberater James Blair und seine Stabschefin Susie Wiles. Ebenfalls anwesend: Natalie Harp. Die 35 Jahre alte persönliche Assistentin Trumps ist dieser Tage allgegenwärtig im Umfeld des Präsidenten. Trump wandte sich an Harp und bat sie, der Runde die Art von Bildmaterial zu zeigen, das er sich für seine geplanten TV-Spots wünschte. Harp zückte ihr Tablet und spielte Videos des Weißen-Haus-Digitalteams ab: Trump vor riesigen Menschenmassen, Trump neben dem Präsidentenhubschrauber „Marine One”, Trump mit Kampfjets am Himmel – so der Bericht der New York Times.
Wie die US-Zeitung weiter berichtet, wies Trump seinen Haushaltsdirektor Russell T. Vought an, Geld aus dem Staatshaushalt für TV-Werbespots aufzutreiben, die seine Präsidentschaft lobpreisen. Am 19. September verschob Voughts Büro 20 Millionen US-Dollar aus Mitteln des US-Zolls – einer Behörde des Heimatschutzministeriums – in eine Haushaltskategorie namens „One Big Beautiful Bill Commemorative Events“. Einen Tag später erhielt die Marketingfirma LMD aus Maryland den entsprechenden Auftrag.
Die Spots liefen daraufhin in schwerer Rotation im gesamten amerikanischen Fernsehen – auf Fox News, CNN, CBS, ABC und NBC, während Footballspielen, in Morgensendungen wie „Good Morning America“ und sogar in Unterhaltungsshows wie „Jimmy Kimmel Live!“, wie der Mediendaten-Dienst AdImpact dokumentiert. Mindestens vier Spots wurden bislang ausgestrahlt, zum Preis von rund 5,5 Millionen Dollar – mit weiter steigender Tendenz, so die New York Times.
Donald Trump greift in die Staatskasse statt in den eigenen Geldbeutel
Besonders pikant dabei ist, das Donald Trump eigentlich genug Wahlkampfmittel haben sollte, um selbst für Werbung vor den Midterms zu bezahlen. Ein sogenannter Super-PAC, also eine Lobby-Gruppe, unter Trumps Kontrolle mit dem Namen MAGA Inc. verfügt über eine mit rund 415 Millionen US-Dollar prall gefüllte Kasse. Darauf angesprochen, warum er die Werbespots nicht damit bezahle, zeigte Trump sich sogar einsichtig. „Wenn jemand sagen würde, dass das falsch ist, würde ich das Geld gerne bezahlen.“ Und er fügte hinzu: „Aber das sind Werbespots für das Land. Das muss man verstehen. Ich mache keine Werbung für einen Kandidaten. Ich mache auch keine Werbung für mich selbst, weil ich nicht für ein Amt kandidiere. Ich mache Werbung für das Land.“ Ähnlich argumentierte auch das Weiße Haus, das die kurzen Clips als „Öffentliche Bekanntmachungen” bezeichnete.
Doch die Kritik kommt von beiden Seiten des politischen Spektrums. Demokraten und Teile der Republikaner werfen der Regierung einen möglichen Verstoß gegen Bundesgesetze vor, die den Einsatz von Steuermitteln für „Publicity oder Propagandazwecke“ untersagen. Der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin, ranghoher Vertreter im Justizausschuss des Repräsentantenhauses, bezeichnete die Spots laut The Daily Beast als möglichen „felony criminal theft“ – also als schweren Diebstahl von Staatseigentum zu politischen Kampagnenzwecken.
Trumps Vertraute Natalie Harp: Zur Person
Und nun rückt auch noch Natalie Harp ins Zentrum der Affäre. Die Bereitschaft der als „Human Printer“ bekannten Assistentin, dem Präsidenten auf Knopfdruck Selbstbeweihräucherungsvideos zu präsentieren, spielte offenbar auch bei der Entstehung der Videoclips eine zentrale Rolle. Es sollen Harps Bilder gewesen sein, aus denen letztlich die Werbevideos entstanden sind.
Das Problem der Republikaner vor den Midterms bleibt aber dasselbe: die große Diskrepanz zwischen dem Bild, das Natalie Harp von Donald Trump verbreitet, und dem Eindruck, den die US-Bevölkerung kurz vor den Zwischenwahlen vom Weißen Haus hat. Laut aktuellen Umfragen zu den Midterms drohen den Republikanern, ihre Mehrheiten im US-Repräsentantenhaus und im US-Senat durch die Finger zu rinnen. (dil) (Verwendete Quellen: New York Times, Daily Beast, CNN, eigene Recherche)