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Nathalie Pohl ist Deutschlands krasseste Schwimmerin

Nation

TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Mit langen, gleichmäßigen Zügen gleitet sie über die Wellen. Unter ihr liegt die Tiefe des Meeres, das einzige Geräusch ist das Plätschern des Wassers, wenn sie mit den Armen aus- und eintaucht. Es ist der Ort, an dem sie ganz bei sich ist. Der Ozean, so sagt sie, ist ihr Safe Space. Nathalie Pohl (31) ist eine absolute Ausnahmeathletin. Mehrere Weltrekorde hat sie in der Tasche, umrundete die Inseln Ibiza und Capri schwimmend – das gelang zuvor noch niemandem. Die Marburgerin war zudem die erste deutsche Frau, die die sieben herausforderndsten Meerengen der Welt (bekannt als Ocean's Seven) erfolgreich durchschwommen hat. Nicht immer lief für Pohl alles nach Plan. 2015 landete sie bei ihrem ersten Versuch, den Ärmelkanal (ca. 34 Kilometer) zu durchqueren, auf der Intensivstation. Ihr Vater, Unternehmer Andreas Pohl (Vorstandsvorsitzender DVAG), zog sie damals aus dem Wasser. Ihre Lunge musste ausgepumpt werden. Doch davon ließ sich die Freiwasserschwimmerin nicht aufhalten – ebenso wenig wie von extremen Wasserbedingungen oder Begegnungen mit Haien. Denn sie hat eine Mission, die viel größer ist als ihr sportlicher Erfolg. Ein Buch inspirierte sie Mit fünf Jahren begann Pohl mit dem Schwimmsport, zunächst im Becken. Als Teenagerin las sie dann das Buch „Die Eismeerschwimmerin“ von Lynne Cox und startete ihre steile Karriere als Freiwasserschwimmerin. Seit Jahren ist Pohl mehr als Sportlerin – sie ist Wegbereiterin und Vorbild. Auf ihrer Homepage schreibt sie: „Die Ocean’s Seven waren nie das Ende meiner Reise, sondern erst der Anfang. Der Schwimmsport hat mir weit mehr geschenkt als Rekorde. Er hat mir Freundschaften, Sinn und die Möglichkeit gegeben, meine Stimme für Frauen und Kinder einzusetzen, die schwimmen lernen sollen.“ Seit Jahren setzt sie sich als Botschafterin dafür ein, dass Kinder schwimmen lernen. Zuletzt hat sie deshalb das Kinderbuch „Nanami – Schwimm dich mutig“ veröffentlicht. Und genau dieses Anliegen treibt Pohl auch für ihr aktuelles Projekt an. Am Dienstag um 6 Uhr startet die Extremsportlerin ihre Challenge „RIVERS: Frankfurt to Cologne“. Schwimmen für den guten Zweck Bis Freitag will Pohl von Frankfurt bis nach Köln schwimmen. Insgesamt sollen bei der Challenge rund 200 Kilometer im Main und Rhein zurückgelegt werden. Dabei wird Pohl von mehreren Teilnehmern streckenweise begleitet. Sie schwimmt zwei Stunden, dann springen die Teilnehmer ins Wasser. Pohl zu BILD: „Die größte Herausforderung für mich ist die Länge der Strecke. Dazu kommen der Schiffsverkehr und die Strömung im Rhein.“ Sie will mit der Challenge darauf aufmerksam machen, wie wichtig das Schwimmenlernen für Kinder ist. Durch Spenden und lokale Events entlang der Strecke soll gemeinsam mit DVAG hilft e.V. Geld für Schwimmprojekte gesammelt werden. Pohl: „Mir liegt besonders am Herzen, dass immer noch viel zu viele Kinder nicht schwimmen können. Besonders in den Sommermonaten gibt es immer noch zu viele Badeunfälle. Die Statistik geht immer weiter nach oben. Das will ich ändern.“ Das Event wird live im Stream bei Bild.de und Sportbild.de übertragen.

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