Nationalmannschaft: DFB-Legende Thomas Müller setzt auf Umschwung unter Jürgen Klopp
Am Donnerstag feierte die deutsche Nationalmannschaft ihren ersten Sieg unter Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp. Mit 2:0 schlug das DFB-Team Serbien und zeigte dabei eine ansprechende Leistung. Ob das dem System Klopp, der Formstärke der Spieler oder dem schwachen Gegner zu verdanken ist? Müßig. Weltmeister Thomas Müller ist dennoch überzeugt vom neuen Trainer.
"Ich glaube, er ist ein guter Mix zwischen einem modernen und einem Oldschool-Trainer", erklärte der frühere Bayern-Star im US-Podcast "The Late Run".
"Er hat Erfahrungen auf dem höchsten Level. Er kann sowohl mit Stars umgehen als auch mit jungen Spielern, das hat er bewiesen. Am Anfang seiner Zeit in Liverpool wurde nicht so viel Geld ausgegeben. Es begann als Projekt", zog Müller zudem Vergleiche mit dem Projekt, das Klopp beim DFB vorfindet.
Dabei ist sich Müller sicher, dass Klopp "die richtigen Fähigkeiten besitzt". Es sei allerdings auch "eine Frage der Erwartungshaltung". Onehin sieht Müller den deutschen Fußball an einem Punkt, "wo wir uns schwer tun, die neue Generation zu finden, die die Zuschauer begeistert“.
Müller fordert deutsche Tugenden
Für den Weltmeister von 2014 geht es dabei nicht unbedingt "um die Art zu spielen, sondern um die Identität und Mentalität", macht Müller deutlich.
"Früher hat die Fußball-Welt gesagt: 'Wir hätten gerne die deutsche Mentalität, zu kämpfen und immer unbequem zu sein.' Zuletzt haben wir diese Mentalität etwas verloren, weil wir manchmal zu schön spielen wollen. Es ist nicht mehr so kaltschnäuzig wie früher", so Müller.
Genau hier müsse Klopp ansetzen, was Müller dem 59-Jährigen allemal zutraut: "Wir sind irgendwo dazwischen gefangen und ich glaube, dass Klopp diese Klarheit zurückbringen kann, denn Klarheit ist ganz wichtig. Gute Spieler haben wir, doch wir haben nicht die Spieler, die von jetzt auf gleich von alleine funktionieren", mahnt der Bayer.
"Wir brauchen ein starkes Team. Damit meine ich nicht, dass alle gute Freunde sein müssen, aber wir brauchen ganz klare Muster, an die man sich halten kann, um dann wieder unangenehmer für den Gegner zu sein", setzte der ehemalige DFB-Star große Hoffnungen in das neue Trainerteam.