Nationalmannschaft | Ginter tritt gegen Nagelsmann nach - "Mit das Bitterste in meiner Karriere"
Freiburg-Profi Matthias Ginter hatte bis zum letzten Tag gehofft, doch noch von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann in das deutsche WM-Aufgebot berufen zu werden. Dass er letztlich ignoriert wurde und vor allem über das Wie und Wann, ärgert den 32-Jährigen noch heute. Der 20. und 21. Mai 2026 werden Matthis Ginter noch lange in sehr schlechter Erinnerung bleiben. Zunächst verlor er am Mittwochabend mit dem SC Freiburg das Europa-League-Finale gegen Aston Villa (0:3). Nur zwölf Stunden später erfuhr er, dass er nicht auf den deutschen WM-Zug aufspringen würde, obwohl er statistisch in den Monaten zuvor zu den besten deutschen Abwehrspielern zählte. "Es war mit das Bitterste in meiner Karriere, schlimme Stunden und ein Doppelschlag am Ende einer eigentlich sehr besonderen Saison", erinnerte sich der 32-Jährige im "kicker"-Interview an die folgenschweren Stunden zurück. Ginter wusste erst am Nominierungstag von seinem WM-Aus Keine gute Figur gab dabei in seinen Augen auch Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann ab. "Über die Art und Weise, wie das generell drei Jahre lang abgelaufen ist, will ich nicht sprechen", deutete Ginter zunächst Kommunikationsprobleme mit Nagelsmann an und kritisierte anschließend: "Der Zeitpunkt war eigentlich anders geplant, gerade auch mit den ganzen vorher veröffentlichten Leaks, aber ich wurde erst am Donnerstag, dem Tag der Nominierung, informiert." Zunächst habe er sein WM-Aus "gar nicht richtig realisiert", schilderte der Innenverteidiger. "Erst mit dem Eröffnungsspiel der WM ist es mir dann so richtig bewusst geworden - und weil es ein Paket war, kam dann auch die Enttäuschung über das verlorene Finale wieder." Bis zuletzt hatte er zwar auf eine Nominierung gehofft, meinte der Routinier, der bei den WM-Endrunden 2014, 2018 und 2022 noch Teil des DFB-Kaders war. Gleichwohl sei er aber auch nicht "vom einen auf den anderen Tag" aus der Nationalmannschaft geflogen. Dennoch habe ihn die Ausbootung in Kombination mit dem verlorenen EL-Finale hart getroffen. "Ich habe schon Enttäuschungen in meiner Karriere erlebt, aber nicht in diesem Paket binnen zwölf Stunden", sagte Ginter.