Nationalmannschaft | Klopp droht Horror-Novum
Die Euphorie ist abgeebbt, der erhoffte Vollgasfußball (noch) nicht zu erkennen: Der Start von Jürgen Klopp als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft ist ernüchternd ausgefallen. Auf das 1:1 gegen die Niederlande folgte eine 0:1-Heimpleite gegen Griechenland. Sollte Klopp auch gegen Serbien am Donnerstag (01. Oktober um 20:45 Uhr) ohne Sieg bleiben, wäre ein historischer Fehlstart perfekt.
Gelingt dem DFB-Team am Donnerstag (20:45 Uhr) gegen Serbien in München erneut kein Sieg, dann ist Klopp der erste DFB-Cheftrainer, der keines seiner ersten drei Spiele mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gewinnen konnte.
Die Statistik weist allerdings auch einen Hoffnungsschimmer auf: Der erste Erfolg erst im dritten Spiel gelang zwei sehr prominenten Vorgängern: Sepp Herberger und Helmut Schön.
Die deutschen Trainer-Ikonen blieben wie Klopp in den ersten beiden Länderspielen auf der Trainerbank der DFB-Auswahl ohne Dreier, allerdings standen sie mit je zwei Remis auf dem Papier besser da als der 59-Jährige.
Herberger und Schön holten noch Titel
In die Fußstapfen von Herberger und Schön würde Klopp wohl dennoch nur zu gerne treten. Unter Herbergers Führung gelang 1954 mit dem Wunder von Bern der erste WM-Titel, Schön ist bis heute der einzige Bundestrainer, der Welt- und Europameister wurde. 1972 stürmte man zur europäischen Krone, 1974 folgte der WM-Coup.
"Lieber ein schlechter Start als ein schlechtes Ende", hatte Klopp nach dem enttäuschenden 0:1 gegen Griechenland auf seinen Start zurückgeblickt. Klar ist aber auch, dass selbst Klopp nicht unendlich Kredit hat.
Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann zählte den ehemaligen BVB-Übungsleiter in seiner "Sky"-Kolumne jüngst bereits an: "Ich will nicht die Euphorie bremsen, aber ein warnendes Wort: Über Wasser laufen kann Jürgen Klopp auch nicht, das hat man in der letzten Woche gesehen. Man sollte hinterfragen, was gesagt wird und wie es gesagt wird, und nicht nur schauen, wer es sagt."