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Nationalmannschaft: Klopp verzichtet auf Stuttgart

Sport

Bundestrainer Jürgen Klopp plant für die kommende Länderspielphase einem Medienbericht zufolge überraschend ohne Stürmer Deniz Undav vom VfB Stuttgart. Wie der TV-Sender „Sky“ berichtet, soll Undav bereits in einem persönlichen Gespräch von der Nicht-Nominierung durch den neuen DFB-Coach erfahren haben.

Undav ist beim Bundesligisten in Stuttgart Führungsspieler, in dieser Saison aber noch ohne eigenen Treffer. Allerdings bereitete der 30-Jährige wettbewerbsübergreifend schon vier Tore vor. Bei der Nationalmannschaft kommt Undav auf eine starke Quote von neun Toren in nur 13 Länderspielen, bei der Wm war er der Liebling der Nation.

Wie die „Bild“ berichtet, wird Klopp Felix Keidel von Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg für die anstehenden Nations-League-Spiele berufen. Der 23-Jährige absolvierte erst vor wenigen Wochen sein erstes Bundesliga-Spiel. Keidel kann als defensiver Mittelfeldspieler und rechter Verteidiger eingesetzt werden. Er stand in allen Spielen der Saarländer in dieser Spielzeit in der Startelf.

Younes Ebnoutalib (23) von Eintracht Frankfurt hat vom Bundestrainer einen Anruf erhalten und soll laut „Bild“ erstmals zum deutschen Kader gehören. Der in Frankfurt geborene Stürmer könnte auch für Marokko spielen, entschied sich aber offenbar für das DFB-Team. Am ersten Spieltag der neuen Bundesliga-Saison hatte er beim 3:3 der Eintracht bei Union Berlin alle drei Treffer erzielt.

Abwehrspieler Philipp Treu berichtete bei RTL von einem Gespräch mit Bundestrainer Klopp. „Ob es am Donnerstag reicht, wird man sehen“, sagte Treu über eine mögliche erste Nominierung. Er habe von Klopp „eine Nachricht bekommen, ob wir mal telefonieren wollen“, berichtete der 25-Jährige: „Dann haben wir einen Facetime-Call gehabt. Da hat er sich mal vorgestellt und wollte mich näher kennenlernen. Es war ein cooles Gespräch, um auch einen Eindruck zu bekommen, was seine Idee und sein Plan ist.“

Treu hat bislang noch kein A-Länderspiel bestritten, sich in Freiburg im Verlauf der vergangenen Saison aber zum Stammspieler gemausert. Auf der Position des rechten Verteidigers, die er bekleidet, war die Auswahl für das deutsche Nationalteam zuletzt überschaubar. Sollte Klopp den bisherigen Kapitän Joshua Kimmich vom FC Bayern München künftig wieder ins zentrale Mittelfeld beordern, könnte das auch die Chancen des Freiburgers Treu erhöhen.

Assan Ouédraogo ist vorerst keine Option für Klopp: Der 20-Jährige wird RB Leipzig und der Nationalmannschaft in den kommenden Wochen fehlen. Er hatte sich beim 5:0 gegen den Hamburger SV am Sonntag eine Kapselverletzung in der rechten Schulter zugezogen. Der Angreifer muss operiert werden und wird wochenlang ausfallen.

Seit seiner Ankunft in Leipzig im Sommer 2024 ist das aus der Schalker Jugend stammende Talent immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen worden. Addiert betrug Ouédraogos Ausfallzeit seit Juli 2024 bereits über 380 Tage, oft war das Knie betroffen.

Einmal wurde von Said El Mala vom damaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann schon in den Kader der Nationalmannschaft berufen, im vergangenen November war das. Zum Einsatz kam der Kölner Offensive aber nicht. Das könnte sich nun ändern. Wie der „Kicker“ berichtet, steht der 20-Jährige in Klopps erstem Aufgebot.

Die Frage, wer unter Klopp nach dem endgültigen Rücktritt im deutschen Tor steht, ist geklärt. Der Bundestrainer hat sich nach Informationen von WELT auf Marc-André ter Stegen festgelegt. Der 34-Jährige war im Sommer vom FC Barcelona zu Ajax Amsterdam gewechselt und wird nun wieder die Nummer eins. Ter Stegen war einer der ersten Nationalspieler, die der neue Bundestrainer kontaktierte. Oliver Baumann (36), Schlussmann während der WM-Qualifikation, ist hingegen nicht mehr an Bord (siehe weiter unten).

Damit haben andere Kandidaten auf den Posten des Stammtorwarts zunächst das Nachsehen. So galten Jonas Urbig (FC Bayern) und Alexander Nübel (Besiktas Istanbul) als Anwärter. Sie sind nun erste Stellvertreter-Kandidaten. Zudem winkt Finn Dahmen vom FC Augsburg eine Nominierung.

Klopp will mit einem sehr großen Kader den Neuaufbau starten und offenbar deutlich mehr als die von der Uefa für Spiele der Nations League vorgesehenen 23 Akteure in sein erstes Aufgebot berufen. Der Bundestrainer will möglichst viele Profis in Augenschein nehmen und auch die Belastungen in den gleich vier innerhalb von nur zehn Tagen anstehenden Länderspielen verteilen.

Oliver Baumann ist nach WELT-Informationen kein Teil des DFB-Kaders für die anstehenden Spiele in der Nations League. Klopp verzichtet auf eine Einladung des 36 Jahre alten Hoffenheim-Keepers. Damit ist ein Teil des Torwart-Puzzles in der Nationalmannschaft geklärt.

Zuletzt hatte Baumann noch bestätigt, dass er Kontakt mit Klopp hatte. Ob er dabei ist oder nicht, wollte er aber nicht verraten. Der Hoffenheim-Torwart sagte: „Ja, ich hatte mit ihm Kontakt. Alles Weitere wird er am Donnerstag sagen.“ Um seine Andeutungen noch zu ergänzen, sagte Baumann: „Das soll er dann machen.“ Dass Baumann nicht dabei sein wird, steht aber fest.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus glaubt, dass es unter dem Nachfolger von Julian Nagelsmann keine Experimente geben werde. „Das Schöne ist, dass Klopp zu hundert Prozent ein System hat und die Spieler nicht auf Positionen aufstellt, wo sie im Verein nicht zum Einsatz kommen“, schrieb Matthäus in seiner Sky-Kolumne. Es werde aber „nicht nur positive Überraschungen geben“, so Matthäus: „Es wird auch Spieler geben, die überrascht sein werden, dass sie nicht dabei sind.“

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