Nationalmannschaft: Matthäus sieht keinen Kimmich-"Freifahrtschein" unter Klopp
Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hält nicht viel von der derzeitigen Debatte um Joshua Kimmichs Rolle in der Nationalmannschaft, weiß aber auch: Der Routinier vom FC Bayern muss weiter mit Leistung vorangehen, um unter Jürgen Klopp gesetzt zu sein.
"Der Bundestrainer hat klar gesagt, dass Joshua Kimmich sein Kapitän ist. Aber einen Freifahrtschein hat auch Kimmich nicht. Er hat wie Undav auch keinen Puffer", schrieb Matthäus in seiner "Sky"-Kolumne. "Das Leistungsprinzip zählt für alle, und wenn Kimmich nicht so performt, wie Klopp es sich für seinen Spielstil vorstellt, hat er in Aleksandar Pavlovic, der gegen Serbien und in Griechenland zu den Besten gehörte, aus den Reihen des FC Bayern einen großen Herausforderer."
Sollte es bei Kimmich aber keinen krassen Einbruch geben, ist der 31-Jährige aus Matthäus' Sicht weiter gesetzt. "Kimmich geht als Kapitän mit seiner Erfahrung - und vor allem mit seiner Leistung voran", so der Weltmeister von 1990. "Ich weiß gar nicht, warum über Kimmich diskutiert wird."
Kimmich beim FC Bayern und im DFB-Team "nicht wegzudenken"
Beim FC Bayern spiele der DFB-Kapitän "gut", beim 1:1 in der Nations League gegen die Niederlande sei er "der beste deutsche Spieler" gewesen, betonte Matthäus. "Manche kritisieren, Kimmich spiele den Ball zu häufig quer und zurück. Aber wo hat denn ein Bastian Schweinsteiger früher die Bälle hin gespielt? Der hatte 180 Ballkontakte im Mittelfeld, aber nach vorne ist in Bayerns damaligem Tiki-Taka-Spiel auch häufig nichts gegangen."
Matthäus ergänzte: "Kimmich spielt nicht nur quer oder nach hinten, sondern sorgt mit seinen Chipbällen auch vorne für Gefahr. Im Verein und in der Nationalmannschaft. Kimmich ist beim FC Bayern und im DFB-Team nicht wegzudenken."
Nachdem Klopp im zweiten Teil seiner ersten Länderspielphase als Bundestrainer wie geplant auf Kimmich verzichtet hatte, war eine Debatte um seine Rolle in Gang gekommen.