Nationalmannschaft: Nächster Rio-Weltmeister will DFB-Umbruch mitgestalten - "Stehe zur Verfügung"
Seit Freitag ist klar: Der Deutsche Fußball-Bund hat einen Umbruch eingeläutet. Nach dem blamablen Aus der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft und dem Rücktritt von Bundestrainer Julian Nagelsmann ist die Zukunft beim DFB ungeklärt. Ein weiterer Weltmeister von 2014 kündigte nun an, die kommenden Jahre mitgestalten zu wollen. 104 Länderspiele bestritt Per Mertesacker für die deutsche Mannschaft, das letzte war das WM-Finale von Rio. Der großgewachsene Hannoveraner darf also getrost als DFB-Ikone bezeichnet werden. Und er scheut nicht, Verantwortung zu übernehmen. "Irgendwie mal beim DFB zu arbeiten, dem deutschen Fußball, dem ich auch so viel zu verdanken habe, mal was zurückzugeben, wenn das gewünscht ist - dafür stehe ich natürlich zur Verfügung", sagte Mertesacker am späten Freitagabend im "ZDF". Dazu passt: Seit diesem Sommer ist Mertesacker nicht mehr beim FC Arsenal tätig, wo er zuletzt acht Jahre lang die Nachwuchsakademie leitete. Damit ist Mertesacker zum einen frei und würde zum anderen eine Menge Erfahrung abseits des Platzes mitbringen. Allerdings betonte der TV-Experte auch, dass es der Plan sei nach der WM, die er für das "ZDF" begleitet, erst "erst mal schön in den Urlaub" zu fahren, um dort "die Zeit zu reflektieren", die er bei Arsenal verbracht habe. Weltmeister von 2014 drängen in die Verantwortung Per Mertsacker ist derweil nicht der erste Weltmeister aus Rio, der sich vorstellen kann, beim DFB mitanzupacken. So erklärte auch Bastian Schweinsteiger zuletzt: "Also natürlich würde ich mich nicht drücken vor der Verantwortung, so bin ich grundsätzlich nicht." Auch Mats Hummels hat sich im Turnierverlauf bei "MagentaTV" mit scharfen Analysen hervorgetan. Infrage käme für Mertesacker beispielsweise der Posten als Sportdirektor. Ob der DFB nach der Trennung von Bundestrainer aber überhaupt einen sucht, ist offen: Zur Zukunft von Rudi Völler, der eng an Nagelsmann gebunden war, haben sich bisher weder Völler selbst noch der Verband geäußert.