Nationalmannschaft | Oliver Baumann schießt gegen Julian Nagelsmann: "Das war unfassbar"
Nachdem Oliver Baumann kurz vor dem Start der Fußball-WM 2026 zum Backup von Rückkehrer Manuel Neuer degradiert wurde, musste der Schlussmann der TSG Hoffenheim am Donnerstag den nächsten Rückschlag nehmen. Dass es der Routinier der Kraichgauer nicht in den ersten DFB-Kader von Jürgen Klopp schaffte, sei für ihn aber nachvollziehbarer als die Entscheidung von Julian Nagelsmann im Sommer.
Oliver Baumann erlebte einen gebrauchten Donnerstag. Erst fehlte der 36-Jährige auf der 44-köpfigen Liste, die Bundestrainer Jürgen Klopp für die anstehenden Partien in der Nations League berief, dann musste der Schlussmann auch noch einen 0:2-Fehlstart mit seiner TSG Hoffenheim in der Europa League hinnehmen. Anschließend saß der Frust beim Routinier tief.
Als er am "Nitro"-Mikrofon nach der überraschenden Pleite auf Kreta auf seine Nicht-Nominierung für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft angesprochen wurde, konnte sich der Ex-Freiburger eine deutliche Spitze nicht verkneifen. "Im Sommer tat deutlich mehr weh, wie das gelaufen ist", sagte Baumann und spielte damit auf die weiterhin umstrittene Entscheidung Julian Nagelsmanns an, Manuel Neuer zur Nummer eins für die WM zu machen.
Baumann "respektiert" Klopp-Entscheidung
Eigentlich hatte der inzwischen geschasste DFB-Coach keine Zweifel daran gelassen, den Hoffenheimer als Stammtorhüter mit zur Weltmeisterschaft zu nehmen. Weil aber Neuer sich kurzfristig dazu entschied, doch noch einmal ins Tor der Nationalmannschaft zurückkehren zu wollen, blieb Baumann plötzlich nur noch die Bank. "Das war unfassbar - auch nicht nur aus einer Richtung tatsächlich", betonte er am Donnerstag.
Was genau der TSG-Keeper damit meinte, ließ er sich in Heraklion nicht entlocken. Dass er von Nagelsmann-Nachfolger Klopp nicht berücksichtigt wurde, müsse er "akzeptieren", so Baumann: "Die Entscheidung gefällt mir nicht, das ist klar. Sie schlagen einen anderen Weg ein, das muss ich akzeptieren und respektieren." Ob für ihn noch einmal eine Tür im DFB-Team aufgehen wird, ist offen.
Klopp berief nun neben Marc-André ter Stegen (34 Jahre) auch Alexander Nübel (29), Finn Dahmen (28), Noah Atubolu (24) und Jonas Urbig (23).