Nationalmannschaft | RB-Boss packt über Klopp-Freigabe aus: "Hat wehgetan"
Bevor Jürgen Klopp das Erbe von Julian Nagelsmann als Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft antreten konnte, mussten der Deutsche Fußball-Bund und Red Bull zunächst eine Einigung finden, dass der Head of Global Soccer des Brausekonzerns die DFB-Auswahl übernehmen konnte. Warum man den 59-Jährigen ohne Ablöse ziehen ließ, hat RB-Boss Oliver Mintzlaff nun verraten.
"Uns ging es nie um eine Ablösumme, aber wir wollten schon mit dem DFB das Gespräch suchen", verriet Oliver Mintzlaff am Montagabend am Rande der "Sport Bild-Awards" in Hamburg. Mit einer Spende des DFB an die "Wings for Life"-Stiftung des Konzern, die sich laut "Bild" auf eine Millionen Euro belief, habe der Verband für "eine tolle Geste" gesorgt und "etwas Gutes" getan.
Die Zahlung einer Ablösesumme an den Konzern selbst war bereits frühzeitig vom Tisch. Während die Verhandlungen über die Zukunft des Global Head of Soccer noch im vollen Gange waren, hatte die "Bild" eine andere Lösung ins Spiel gebracht. Es hieß, Klopp könne auch als Bundestrainer weiterhin für die Produkte des Brause-Giganten werben. Eine Meldung, die anschließend umgehend dementiert wurde.
Red Bull will "bestmöglichen" Trainer für die DFB-Auswahl
Dass Klopp dem Konzern fehlen wird und man den neuen Bundestrainer gerne behalten hätte, daraus machte Mintzlaff keinen Hehl. "Klar, uns hat das natürlich wehgetan. Er ist gerade erst so richtig bei uns gestartet und hat starke Eindrücke hinterlassen. Ohne ihn wäre Yan Diomande nie zu uns nach Leipzig gewechselt. Er ist jemand, der die sportlichen Verantwortlichen dazu bewegt hat, auch mutige Entscheidungen zu treffen", berichtet er.
Dennoch habe man bei Red Bull "entschieden, Jürgen diesen Weg nicht zu verbauen", erklärte der 51-Jährige und gab spannende Details preis: "Er hat zu mir gesagt, dass jeder andere Trainerjob ihn nicht gereizt hätte und er lieber in seinem Aufgabenbereich bei uns geblieben wäre. Aber die Nationalmannschaft, auch zu diesem Zeitpunkt, war für ihn etwas anderes. Etwas, was ihn emotional auch sehr bewegt hat."
Anschließend habe sich der Konzern entschieden, den gebürtigen Stuttgarter für den DFB verfügbar zu machen "Daher haben wir uns entschieden, ihm die Freigabe zu erteilen, weil bei ihm eine so starke Überzeugung war, diesen Job zu übernehmen. Wir freuen uns natürlich aber auch, dass die Nationalmannschaft jetzt die bestmögliche Option als Trainer hat", so Mintzlaff.