Nationalmannschaft: Reif wirft Kimmich "Helfer-Syndrom" vor
Nach einem 2:0 gegen Serbien und einer ansprechenden Leistung konnte Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp seinen ersten Sieg mit der Nationalmannschaft feiern. Überzeugen konnte dabei vor allem das Mittelfeldzentrum, was den Diskussionen rund um DFB-Kapitän Joshua Kimmich neue Nahrung gibt.
Der Münchner hatte bei den ersten beiden Spielen unter Klopp auf dem Rasen gestanden, dabei aber - ebenso wie der Rest des Teams - keine starke Leistung gezeigt.
Der frühere TV-Kommentator Marcel Reif erklärt in seiner Sendung "Reif ist live" nun die Gründe dafür. Seiner Meinung nach leide Kimmich unter einer Art "Helfer-Syndrom", so Reif. "Es gab mal Zeiten, da ist der herumgerannt wie ein Brummkreisel – überall, weil er alles lösen wollte. Was weder bei den Bayern noch in der Nationalmannschaft wirklich hilfreich war", erklärte Reif.
Das sogenannte Helfer-Syndrom zeigte sich auch, als Kimmich Bundestrainer Klopp darum bat, beim Team zu bleiben, als nach den ersten beiden Spielen ein Großteil des Kaders getauscht wurde. Wie Klopp bestätigte, hatte Kimmich ihn mehrfach darum gebeten, dabei bleiben zu dürfen. Klopp und sein Trainerteam blieben jedoch bei der Entscheidung, Kimmich außen vor zu lassen.
Klopp erstickt Kimmich-Diskussion im Keim
Eine Diskussion rund um seinen Kapitän ließ Klopp dennoch gar nicht erst aufkommen, auch wenn ihn Pressevertreter mehrfach auf die Rollenverteilung im Mittelfeldzentrum ansprachen.
Unter anderem geschah dies bei der Pressekonferenz nach dem Serbien-Spiel, als er gefragt wurde, ob Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic vielleicht ein Grund für die Leistungssteigerung von Florian Wirtz gewesen sein könnten.
"Und am Ende wird es eine Jo-Kimmich-Geschichte. Das kriegt Ihr ja hin", war sich Klopp sicher.
"Da kann ich leider nicht mitsingen bei dem Lied. Wir können in den unterschiedlichsten Konstellationen eine bestimmte Art von Fußball spielen, das ist der Plan. Der Fußball muss konstant bleiben. Die Aufstellung kann es nicht, hauptsächlich, weil Spieler sich verletzen", erklärte Klopp.
"Das passiert ständig im Laufe einer Saison. Wenn dann einer ausfällt und wir stehen da und gucken doof und sagen: Wir können nur so spielen, wenn der und der auf dem Platz ist, dann macht das keinen Sinn. Deshalb bin ich sehr happy über die Performance, habe aber nicht das Gefühl, dass es nur in dieser Konstellation geht", so der Bundestrainer.