Nationalmannschaft: Sammer lässt mit Nagelsmann-Rat aufhorchen
Nach seinem Aus als Bundestrainer ist es ruhig um Julian Nagelsmann geworden. Matthias Sammer hofft, dass der 39-Jährige bald wieder Fuß fasst. Zuvor müsste sich Nagelsmann aber von seiner Berateragentur trennen, meint der BVB-Berater.
Geht es nach Matthias Sammer, sollte Julian Nagelsmann die Zusammenarbeit mit seinem Management beenden. "Ich würde ihm das raten. Ich bin ja Ratgeber. Mehr bin ich ja nicht. Ich beobachte ihn lange. Er sollte mit jemandem sprechen, der keine eigenen Interessen mehr hat an so einem Gespräch, sondern ihm die Dinge mal benennt", sagte der langjährige DFB- und Bayern-Manager in der "Sky"-Sendung "Sammer & Basilie - der Hagedorn-Talk".
Er wünsche sich, dass beim ehemaligen Bundestrainer "ein Prozess eingeleitet wird", durch den er weiter wachsen könne. Die Berateragentur Sports 360, mit der Nagelsmann zusammenarbeitet, sei hier nicht der richtige Ansprechpartner.
Sammer erklärte: "Wenn ich in einer verantwortlichen Position wäre und mich damit auseinandersetzen müsste, dass ich einen Trainer brauche, würde ich mich sehr, sehr intensiv mit ihm beschäftigen. Aber mit keinem anderen von ihm rundherum. Nur mit ihm."
Sammer habe "ein paar Jahre auf dem Buckel, um zu erkennen, ob er dazugelernt hat oder nicht", so der 59-Jährige: "Er ist ein erstklassiger Fachmann. Er hat das in Hoffenheim sehr gut gemacht. Er hat es in Leipzig sehr gut gemacht. Ihm hat aber der letzte Schritt manchmal gefehlt - auch in München." Das war zwar "erstklassige Arbeit", führte Sammer aus, es blieb jedoch ein "aber".
Matthäus, Effenberg oder Hamann statt Berater
Konkret müsse Nagelsmann "einfach dazulernen, dass viele Dinge an ihm abprallen müssen, und dass er viele Dinge gar nicht zum Thema machen muss, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren", betonte Sammer: "Und ich würde es für eine Schande halten für unser Land, wenn wir so einen begabten Trainer irgendwo verlieren."
Anstelle der Zusammenarbeit mit einem Berater sollte Nagelsmann nach Meinung des BVB-Beraters lieber auf erfahrene Ex-Profis setzen.
"Ich würde ihm raten, einen Fußballweisen aufzusuchen, mit ihm zu sprechen. Das kann zum Beispiel Lothar Matthäus sein. Und das kann auch ein Stefan Effenberg sein. Ein Didi Hamann. Jetzt kann man wieder sagen, es ist gefährlich, weil die auch in der Öffentlichkeit stehen. Aber da draußen gibt es auch ältere Trainer, einen Friedhelm Funkel, nur mal als Beispiel."