Nations League: Pressekonferenz vor Irland gegen Israel abgebrochen
Der irische Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson sah sich bei der offiziellen Medienrunde am Samstag zum wiederholten Mal mit politischen Fragen konfrontiert. Eine Journalistin aus Israel fragte den Coach nach dessen Einschätzung zum Angriff auf den Piloten einer Flydubai-Maschine mit 174 Passagieren an Bord am vergangenen Mittwoch, bei dem ein drohender Absturz knapp vereitelt werden konnte.
"Was sagen Sie zu den Menschen, die Sie unterstützen? Ihre Ideologie basiert auf Mord", sagte eine israelische Journalist zu Hallgrimsson. "Allein diese Woche hat einer von ihnen versucht, 170 israelische Passagiere zu töten, darunter 27 unschuldige Kinder und Tausende weitere."
Nachdem der irische Kommunikationschef Kieran Crowley dazwischen ging und verkündete, Fragen dieser Art würden nicht angenommen werden, meldete sich ein weiterer israelischer Journalist: "Ihre Spieler nennen unsere Spieler während des Spiels Affen ..." Die Behauptung wurde von Crowley zurückgewiesen und als "völlig unwahr" bezeichnet. Der Medienchef brach die Pressekonferenz daraufhin ab.
Politisch belastetes Duell in der Nations League
Die zwei Duelle in der Nations League sind von Spannungen belastet. Bei Israels Heimspiel in der vergangenen Woche, das aus Sicherheitsgründen in Ungarn ausgetragen wurde, hatten die Spieler auf die üblichen Gesten der Fairness verzichtet. Die Iren neigten etwa ihre Köpfe beim Abspielen der israelischen Hymne. Ersatztorwart Gavin Bazunu hatte das Spiel boykottiert und fehlt auch am Sonntag. Israelische Behörden verurteilten die Handlungen. Israels Außenminister Gideon Saar warf Dublin vor, "auf der falschen Seite der Geschichte" zu stehen.
Irlands Coach Hallgrimsson hatte schon vor dem ersten Aufeinandertreffen mit kritischen Worten den Ton gesetzt: "Wir spielen gegen Israel, wir spielen gegen den Völkermord. Niemand im Team fühlt sich wohl dabei, diese Spiele zu absolvieren."
Israels Fußball-Verband warf Irlands Coach daraufhin "Dummheit, Ignoranz und Scheinheiligkeit" vor. Irlands Premierminister Micheal Martin stellte sich allerdings hinter Hallgrimsson: "Israel kann nicht einfach weiter leugnen, was der Rest der Welt sieht und was er darüber denkt."
Die Republik Irland gehört seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Oktober 2023 zu den europäischen Ländern, die besonders deutlich ihre Unterstützung für die Palästinenser zum Ausdruck gebracht haben. Israels Existenzrecht wird ausdrücklich betont, gleichzeitig hat Dublin 2024 den Staat Palästina offiziell anerkannt.
Das Rückspiel zwischen den beiden Nationen am Sonntag (20.45 Uhr), wird ebenfalls auf neutralem Boden, im serbischen Backa Topola/Serbien ausgetragen.