Naturkatastrophen: Versicherungen warnen vor Mega-Klima-Kosten
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Noch ist es ruhig an der Schadensfront. Doch die Versicherer warnen: Die aktuell niedrigen Schäden durch Naturkatastrophen könnten die Ruhe vor dem Sturm sein. Wie die österreichische Zeitung „Die Presse“ berichtet, rechnet der Schweizer Rückversicherer Swiss Re in diesem Jahr im Extremfall mit weltweit versicherten Schäden von bis zu 320 Milliarden US-Dollar durch Naturkatastrophen.
Selbst im Basisszenario erwartet der Konzern Schäden von rund 148 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr beliefen sich die versicherten Schäden weltweit auf rund 107 Milliarden Dollar.
„Ruhejahr“ mit Warnsignal
Dabei wirkt das laufende Jahr bislang eher harmlos. Naturkatastrophen verursachten im ersten Halbjahr weltweit versicherte Schäden von rund 43 bis 44 Milliarden US-Dollar. Doch genau darin sieht die Branche keinen Grund zur Entwarnung. „Die unter dem Trend liegenden Schäden aus Naturkatastrophen sind eher das Ergebnis günstiger Umstände als einer Entspannung“, erklärte Swiss-Re-Manager Balz Grollimund. Nach Angaben des Rückversicherers steigen die versicherten Schäden durch Naturkatastrophen langfristig um fünf bis sieben Prozent pro Jahr.
Auch deutsche Rückversicherer schlagen Alarm
Der Münchner Rückversicherer Munich Re sieht ebenfalls langfristig steigende Risiken . Vorstand Thomas Blunck erklärte, das erste Halbjahr 2026 habe zwar eine „Atempause“ gebracht. Klimawandel und steigende Vermögenswerte erhöhten aber weiterhin das Risiko höherer Verluste in der Zukunft. Auch die Hannover Rück, die neben Swiss Re und Munich Re zu den größten Rückversicherern der Welt gehört, warnt: Wetterbedingte Naturgefahren wie Überschwemmungen, Dürren, Hagel, Waldbrände und schwere Stürme würden langfristig höhere Schadenkosten verursachen.
Milliarden-Schäden auch in Deutschland
Die Entwicklung ist längst in Deutschland angekommen. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verursachten Naturgefahren hierzulande im Jahr 2025 versicherte Schäden von rund 2,6 Milliarden Euro. Davon entfielen unter anderem 1,4 Milliarden Euro auf Schäden an Gebäuden und Hausrat sowie weitere 700 Millionen Euro auf Schäden an Fahrzeugen. Im Jahr 2024 lagen die Schäden sogar noch deutlich höher. Allein in der Sachversicherung summierten sich die Naturgefahrenschäden auf rund 4,7 Milliarden Euro. Der GDV warnt deshalb vor einem langfristigen Trend zu höheren Schäden durch Extremwetter.
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