Netflix geht in die Knie: Was GTA 6 jetzt für diese Aktie bedeutet
Erstmals zeigte Netflix eine längere Vorschau auf das mit Spannung erwartete Spiel. Einige Zuschauer erhielten Fehlermeldungen und mussten die Seite neu laden. "Bei einigen Mitgliedern trat kurzzeitig ein Problem beim Zugriff auf Netflix auf, das jedoch schnell behoben werden konnte", erklärte das Unternehmen gegenüber CNBC.
Auch Twitch kämpfte laut Analysten von Wells Fargo mit Bandbreitenproblemen. Die Reaktionen der Spieler fielen nach Einschätzung der Analysten überwiegend positiv aus.
"Ich habe noch nie erlebt, dass Netflix ein Spiel so in den Vordergrund gestellt hat – das zeigt einfach, wie stark dieser Titel ist; er spielt in einer ganz eigenen Liga", sagte Christopher Dring, Chefredakteur und Mitgründer des Analysehauses The Game Business, gegenüber CNBC.
Die Zahlen unterstreichen das enorme Potenzial. Laut Newzoo belaufen sich die weltweiten Vorbestellungen auf geschätzte 260 Millionen US-Dollar. Zum Start könnte GTA 6 demnach rund 4,5 Milliarden US-Dollar Umsatz generieren.
Take-Two vor dem nächsten Mega-Hit?
GTA 6 erscheint am 19. November für PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Der Vorgänger GTA 5 gehört selbst 13 Jahre nach seiner Veröffentlichung noch immer zu den fünf meistverkauften Videospielen jedes Jahr.
Auch die Aktie des Mutterkonzerns Take-Two Interactive reagierte positiv. Im vorbörslichen Handel legte das Papier am Freitag zeitweise um 2,5 Prozent zu. Nach dem offiziellen Börsenstart schmolz der Gewinn jedoch ab und betrug nur noch knapp ein Prozent. Morgan Stanley und JP Morgan äußerten sich in aktuellen Einschätzungen "bullish" zur Aktie.
Wells Fargo sieht allerdings noch Luft nach oben. Für eine nachhaltige Neubewertung brauche es positive Nachrichten zur nächsten Version des Multiplayer-Titels GTA Online. Zudem bestehen Risiken, falls die Verkäufe hinter den hohen Erwartungen zurückbleiben oder sich der Start verzögert.
Ärger um die digitale Version
Unterdessen sorgt die Entscheidung, GTA 6 ausschließlich digital anzubieten, bei einigen Spielern für Kritik. Take-Two-Chef Strauss Zelnick verteidigte die Strategie bereits beim jüngsten Quartalsbericht. Physische Datenträger seien aus seiner Sicht für Verbraucher nicht mehr sinnvoll. Das Unternehmen vertreibe inzwischen "weit über 90 Prozent" seiner Produkte digital.
Laut Circana sind die Ausgaben für physische Videospiele in den USA auf ein Rekordtief von 85 Millionen US-Dollar gefallen.
Die Branche setzt große Hoffnungen auf GTA 6. Das Spiel könnte dem schwächelnden Konsolenmarkt neuen Schwung verleihen. Gleichzeitig steigen die Preise für Hardware deutlich. Eine Xbox Series X kostet inzwischen 800 US-Dollar und damit 300 US-Dollar mehr als zum Marktstart im Jahr 2020. Im Juli fielen die Konsolenverkäufe in den USA laut Circana auf den niedrigsten Stand seit der Pandemie.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion