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Netflix kauft KI-Startup für 587 Millionen Dollar

Technologie

Netflix lässt sich den Ausbau seiner KI-Technologien einiges kosten. Wie aus aktuellen Unterlagen für die US-Börsenaufsicht hervorgeht, hat der Streaming-Riese satte 587 Millionen Dollar (ca. 540 Millionen Euro) in bar für das Startup InterPositive auf den Tisch gelegt. Gegründet wurde das Unternehmen, das bisher klammheimlich unter dem Radar flog, im Jahr 2022 von keinem Geringeren als Schauspieler und Regisseur Ben Affleck.

Als der Deal im März 2026 verkündet wurde, schwiegen sich die Beteiligten noch über die genauen finanziellen Details aus, Brancheninsider munkelten damals bereits von bis zu 600 Millionen Dollar. Jetzt herrscht Klarheit über die genaue Summe. InterPositive wird komplett geschluckt, das gesamte 16-köpfige Team wechselt zu Netflix und Ben Affleck selbst heuert als leitender Berater (Senior Advisor) an.

Spannend ist vor allem, was die Technologie von InterPositive eigentlich macht. Es handelt sich nämlich nicht um einen der üblichen Text-zu-Video-Generatoren, die auf Knopfdruck ganze Szenen aus dem Nichts erstellen. Stattdessen setzt das Tool direkt in der Postproduktion an: Die KI wird ausschließlich mit den echten Rohaufnahmen (Dailies) eines laufenden Filmprojekts gefüttert und lernt so den visuellen Stil, die Lichtstimmung und die Kameralogik der Produktion.

Filmemacher können das maßgeschneiderte Modell anschließend nutzen, um klassische Probleme beim Dreh im Nachhinein auszubügeln, etwa um fehlende Zwischenschnitte einzufügen, nachträglich die Beleuchtung anzupassen, Stunt-Drähte digital zu entfernen oder Hintergründe auszutauschen. Laut Affleck ging es ihm bei der Gründung vor allem darum, ein Werkzeug zu schaffen, das die menschliche Kreativität im Prozess unterstützt und schützt, anstatt Schauspieler oder Kreative zu ersetzen.

Für Netflix ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz hinter den Kulissen längst Alltag. Dem jüngsten Quartalsbericht zufolge kam generative KI bereits bei rund 300 Titeln des Streaming-Dienstes zum Einsatz. Mit dem Zukauf von InterPositive dürfte diese Zahl in Zukunft noch einmal deutlich steigen.

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