Netzausbau: Spanien investiert mehr als 17 Milliarden Euro in das Stromnetz
Madrid. Spanien erhöht seine Investitionen in die Stromnetze deutlich, um die steigende Nachfrage zu bedienen und die Energiewende zu stützen. Bis 2030 will die Regierung mehr als 17 Milliarden Euro in das Netz investieren, kündigte Energieministerin Sara Aagesen am Mittwoch an. Das sind 30 Prozent mehr als ursprünglich geplant und 144 Prozent über dem Investitionsvolumen des aktuellen Plans.
„Das ist die größte Investition in Stromnetze der Geschichte“, sagte Aagesen Bloomberg. Sie begründete den Schritt mit der wachsenden Nachfrage nach Elektrifizierung: Häfen, Industrie und Wohnungsbestand sollen stärker elektrifiziert werden, zudem siedelten sich neue Industrien in Spanien an. „Unser Engagement für dieses auf erneuerbaren Energien basierende Modell erzeugt enormes Interesse“, sagte die Ministerin.
Der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien, die derzeit rund 60 Prozent der gesamten Stromerzeugung Spaniens ausmachen, erhöht den Investitionsbedarf für die Netze. Nur ein Ausbau der Netzkapazitäten verhindert Engpässe und ermöglicht es, die steigende Nachfrage neuer Infrastrukturen wie Rechenzentren zu bedienen.
Zusätzlich kündigte Aagesen einen neuen Kapazitätsmechanismus an, der die Versorgungssicherheit gewährleisten und Investitionen in Batteriespeicher fördern soll. Kraftwerke, Speicheranlagen und bestimmte Verbraucher erhalten künftig eine Vergütung dafür, dass sie Strom ins Netz einspeisen oder ihren Verbrauch auf Anforderung des Netzbetreibers senken. Der Mechanismus stützt sich auf drei unterschiedliche Auktionsformen.