Netzskulptur an der Konstablerwache kostet zwei Millionen Euro
Startseite Frankfurt Konsti-Kunstwerk kostet zwei Millionen Euro – „wären überall besser investiert gewesen“ Uns auf Google folgen Mitte August wird das Kunstwerk „A Sky Full of Hope" offiziell eröffnet. Passanten kritisieren die hohen Kosten und vermissen den Bezug zu Frankfurt. Frankfurt – Mitte August soll an der Konstablerwache die Netzskulptur „A Sky Full of Hope“ offiziell eröffnet werden. Das über den Platz gespannte Kunstwerk stammt von der US-amerikanischen Künstlerin Janet Echelmann. Ähnliche Skulpturen sind auch in New York, London oder Dubai zu finden und haben die Aufgabe, die Vernetzung des Menschen mit dem Rhythmus des Planeten zu erforschen. Hierfür sollen sie auf ihren Standort reagieren und Farbkonzepte mit Bezug zum Ort mit Nachhaltigkeit und globaler Verbundenheit verknüpfen. Das weiß auch Passantin Anneli: „Ich will erst mal abwarten, wie das aussieht, wenn es denn fertig ist, momentan sieht man ja noch nicht so viel. Aber das, was ich im Fernsehen gesehen habe, sah schon wirklich beeindruckend aus.“ Auch Mohammad Abaira aus Niederrad findet es schön, dass in der Mitte der Konstablerwache ein so großes Kunstwerk installiert wird, und ist gespannt auf die Eröffnung durch Oberbürgermeister Mike Josef. Konsti-Installation kommt nicht bei allen an Doch die künstlerische Transformation des Platzes stößt nicht nur auf Begeisterung. Passant Hubert Gloss schüttelt den Kopf: „Als Frankfurter hätte ich mir mehr Kunst gewünscht, die tatsächlich etwas mit Frankfurt zu tun hat. Das sieht für mich mehr aus wie ein Fischernetz, dazu kann ich einfach keinen Bezug herstellen“, sagt er wenig beeindruckt. „Ich glaube, die Frankfurter wünschen sich Kunst, mit der man sich tatsächlich identifizieren kann. Das ist ja bestimmt gut gemeint, aber eben nicht verständlich für Menschen, die sich über dreckige U-Bahn-Stationen und kaputte Schulen beschweren“, fügt Gloss etwas milder hinzu. Die hohen Kosten, welche gut zwei Millionen Euro betragen, beschäftigen auch weitere Passanten. Der Anwohner Sean, der seit 40 Jahren in Frankfurt lebt, ist empört: „Das ist doch reine Steuergeldverschwendung. Es gibt in dieser Stadt so viele Probleme in der Infrastruktur wie die kaputten Schulen. Noch dazu kommt die hohe Kinder- und Altersarmut. Diese zwei Millionen wären überall besser investiert gewesen“, sagt er frustriert. Abonnieren Sie HIER Ihr News-Update für Frankfurt Kompakt und aktuell: Erhalten Sie immer samstags die wichtigsten Nachrichten aus Frankfurt als E-Mail direkt in Ihr Postfach. Sorgen um den Zustand der Frankfurter Infrastruktur äußert auch Angela Kalbitz. Sie findet das Kunstwerk überflüssig und viel zu teuer. „Das Geld wäre deutlich besser in Schulen investiert und auch um die hohe Obdachlosigkeit könnte sich die Stadt deutlich besser kümmern“, sagt die Passantin. „Im Gegensatz zu den Schulen muss die Konsti ja wohl nicht überdacht sein“, sagt Angela Kalbitz lachend. Die Meinungen der Frankfurter fallen aktuell eher vernichtend aus. Inwieweit das vielleicht auch mit der Sperrung des Platzes und der Verschiebung des Marktgeschehens im Juli auf die Hauptwache und den Roßmarkt zu tun hat, lässt sich erst sagen, wenn die Baustelle beseitigt und das Kunstwerk dann auch wirklich eröffnet ist. Ob die Installation dann die gestellten Ansprüche erfüllt und tatsächlich ein besonderes Erlebnis wird und der Stadt Frankfurt ein neues Wahrzeichen verschafft, bleibt abzuwarten. Auch ob die Skulptur am Ende nicht nur Touristen und Besucher, sondern auch die Bewohner der Stadt begeistern kann, steht noch in den Sternen.