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Neuauszählung Sachsen-Anhalt: 52 Wahlbezirke werden geprüft

Nation

Landtagswahl

Liveticker: Neuauszählung in ersten Wahlbezirken abgeschlossen

Stand: 10.09.2026 11:04 Uhr

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt werden die Stimmen in mehreren Wahlbezirken neu ausgezählt. Bislang weichen die Ergebnisse nicht ab. Derweil wollen BSW und AfD Gespräche aufnehmen. Alle Entwicklungen im Liveticker.

von MDR SACHSEN-ANHALT

Die erste Sitzung des zukünftigen Landtags findet nach MDR-Informationen am 6. Oktober statt. Dies ist laut Gesetz der spätestmögliche Termin. Die sogenannte konstituierende Sitzung muss s pätestens am 30. Tag nach der Wahl erfolgen. Geleitet wird sie von dem oder der Alterspräsidentin. Im aktuellen Fall ist das Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern.

BSW will Gespräche mit AfD: Mögliche Zusammenarbeit spaltet MDR-Community

Die Diskussion zur möglichen Zusammenarbeit von AfD und BSW polarisiert unter den Nutzerinnen und Nutzern von MDR SACHSEN-ANHALT. Ein Teil sieht darin "normale Demokratie", bei der Parteien mit Schnittmengen reden und "endlich die Brandmauer fällt". Andere werten die Gespräche als Dammbruch und sprechen von einer "Putin-Koalition“, die Sachsen-Anhalt zur "Außenstelle des Kreml" mache.

Befürworter schreiben etwa: "Die reden wenigstens miteinander und suchen nach Lösungen. So geht Demokratie." Kritische Stimmen halten dagegen mit Kommentaren wie: "BSW macht jetzt den Steigbügelhalter".

Staatskanzlei-Chef Robra: Sachsen-Anhalt nicht von Sicherheitsinfos abkoppeln

Staatskanzlei-Chef Rainer Robra (CDU) sieht es kritisch, Sachsen-Anhalt von sicherheitsrelevanten Informationen abzuschneiden, sollte die AfD regieren. Er sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, er könne sich nicht vorstellen, "wie die staatsrechtlich gebotene Zusammenarbeit der Länder funktionieren soll", würde Sachsen-Anhalt von innen- oder verteidigungspolitischen Informationen ausgeschlossen. Im Verteidigungsfall sei auch der Bundesrat zu beteiligen, dem das Land uneinschränkbar angehöre.

Verfassungsschützer hatten das Sicherheitsrisiko debattiert, wenn die als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD in Sachsen-Anhalt etwa den Innenminister stellen sollte. Auch Polizeigewerkschafter forderten, Informationen zu schützen.

Neuauszählung in 52 Wahlbezirken

In insgesamt 52 Wahlbezirken in Sachsen-Anhalt sind inzwischen Stimmen neu ausgezählt worden oder werden noch ausgezählt. Bei insgesamt etwa 2.600 Wahlbezirken im Land entspricht das etwa zwei Prozent. In allen Fällen geht es bisher um Versäumnisse oder Unregelmäßigkeiten bei der Dokumentation. Die Nachzählungen sind öffentlich.

Der Burgenlandkreis hatte bis Mittwoch Stimmen für insgesamt 27 Wahlbezirke nachzählen lassen. Dabei wurden nach Angaben des Kreiswahlleiters keine gravierenden Mängel festgestellt. Weitere Neuauszählungen gibt es in einzelnen Bezirken in den Landkreisen Börde, Wittenberg, Salzwedel sowie einem Briefwahlbezirk in Dessau-Roßlau.

Bischof befürchtet Maßnahmen der AfD gegen die Kirche

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, hält es für denkbar, dass die AfD konkrete Maßnahmen gegen die Kirche ergreift, sollte sie in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. In ihrem Wahlprogramm kündigt die AfD an, den Einzug der Kirchensteuer zu beenden und Kirchenasyl nicht mehr zu dulden.

Wilmer erklärte, die katholische Kirche lehne die Partei weiterhin ab: "Die AfD möchte ein anderes Deutschland im Blick auf unsere Grundwerte und auf unsere Demokratie. Das ist mit uns nicht nur nicht zu machen, sondern da positionieren wir uns klar dagegen und stellen dem Menschenwürde, Nächstenliebe und Demokratie entgegen." Gleichzeitig müsse die Kirche im Gespräch mit AfD-Wählern bleiben.

Juristen: Sachen-Anhalt könnte bei MPK-Vorsitz übergangen werden

Der Vorschlag von Sven Schulze (CDU), Sachsen-Anhalts Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) zu verschieben, ist rechtlich möglich. Das sagen der Jura-Professor und ehemalige Bundesverfassungsrichter Peter M. Huber und der höchste Richter in Rheinland-Pflanz, Lars Brocker.

Huber hat jedoch Bedenken, ob das politisch klug ist: Wenn AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund tatsächlich Ministerpräsident werden würde und "Mist baut", rechtfertige das einen andren Vorsitz. Ihn prophylaktisch "zu diskriminieren" sei schwierig.

Sachsen-Anhalt hätte den Vorsitz ab Oktober. Schulze begründete seinen Vorschlag damit, dass nicht gewährleistet sei, die Jahres-MPK nach der Wahl technisch und inhaltlich einwandfrei vorzubereiten und durchzuführen.

Wie Mustafa Groener (Linke) das Direktmandat in Magdeburg-Ost gewann

Der Linke-Kandidat Mustafa Groener hat bei der Landtagswahl im Wahlkreis Magdeburg-Ost das Direktmandat geholt. Nur zwei weiteren Kandidaten der Linken ist das bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gelungen. Wie er das geschafft hat, erzählt er MDR SACHSEN-ANHALT bei einem Treffen in Magdeburg.

Nach der Wahl: Unternehmer in Arendsee hoffnungsvoll

An der Tankstelle "Zum Seeadler" in Arendsee beginnt der Morgen nach der Wahl wie immer: mit Kaffee. Alfred Landsberg und Tochter Marie-Josephine Landsberg betreiben die Tankstelle zusammen. Beide sind zufrieden mit dem Ergebnis der Wahl – auch, weil sich bei ihnen Frust gegenüber der Politik aufgebaut hat: Der Bau der Autobahn in der Region kommt zu langsam voran. Seit zehn Jahren wollen sie ihre Tankstelle erweitern, konnten das aber wegen langer Genehmigungszeiten und Vorschriften nicht. Überhaupt sei die Lage für Unternehmer nicht gut.

Worauf die Landsbergs jetzt hoffen, sehen Sie in diesem Video:

Nach dem AfD-Wahlerfolg fordern führende Polizeigewerkschafter strengere Vorkehrungen zum Schutz geheimer Informationen. Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Dirk Peglow, warnte im "Handelsblatt", ein AfD-geführtes Innenministerium hätte Zugriff auf sicherheitsrelevante Informationen und könnte auf Personal, Organisation und politische Schwerpunkte von Polizei und Verfassungsschutz einwirken. Peglow forderte deshalb klare Regeln für den Umgang mit besonders sensiblen Informationen. Ein politisches Amt dürfe kein automatischer Freifahrtschein für den Zugang zu jedem Staatsgeheimnis sein.

BSW schlägt überparteiliche Expertenregierung vor

Nach der Landtagswahl gestaltet sich die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt als schwierig. Die AfD als Wahlgewinnerin hat keine eigene absolute Mehrheit. Das BSW schlägt deshalb eine Expertenregierung vor. Wäre so eine Regierung arbeitsfähig?

Viele Schnittmengen in Wahlprogrammen von AfD und BSW

Nachdem CDU, SPD, Grüne und die Linken den Sondierungsgesprächen mit der AfD eine Absage erteilt haben, hat der BSW-Landesvorstand am Mittwochabend für Gespräche mit der AfD gestimmt. In den Wahlprogrammen der beiden Parteien zeigen sich viele Schnittmengen, wie die Analyse zeigt.

Willkommen zum Liveticker am Donnerstag

Herzlich willkommen (zurück) zu unserem Liveticker am Donnerstag nach der Landtagswahl. Schön, dass Sie mit dabei sind.

Beginnen wir aber mit einem Rückblick auf gestern: Am Abend hat das BSW beschlossen, mit der AfD Gespräche aufnehmen zu wollen. Derweil mussten vereinzelt Wahlstimmen nachgezählt werden. Und die politische Lage in Sachsen-Anhalt hat für hitzige Debatten im Bundestag geführt. Die Entwicklungen können Sie hier nachlesen.

Der Ticker der vergangenen Tage

Alle Ticker der vergangenen Tage finden Sie hier:

Hier finden Sie den Informationen zur Wahl in Sachsen-Anhalt in Leichter Sprache:

MDR (Sebastian Gall, Thomas Tasler, Kalina Bunk, Maren Wilczek, Daniel George); dpa, epd, reuters, kna

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