Neue FritzBox feiert Premiere: Das bringt sie fürs Heimnetz
Auf der IFA 2026 in Berlin drehte sich bei Fritz vieles um schnelleres Internet und ein leistungsfähigeres Heimnetz. Zum 40-jährigen Firmenjubiläum präsentiert der Hersteller zahlreiche Neuheiten für das vernetzte Zuhause und läutet zugleich eine neue Generation seiner FritzBox-Router ein.
Eine FritzBox für DSL und Glasfaser
Das wichtigste neue Modell ist die FritzBox DSL/Fiber 7-90. Sie kann sowohl an einem klassischen DSL-Anschluss als auch direkt an bestimmten Glasfaseranschlüssen eingesetzt werden. Damit richtet sich Fritz unter anderem an Haushalte, die derzeit noch DSL nutzen, später aber auf Glasfaser wechseln wollen.
Auch äußerlich beginnt eine neue Ära. Die FritzBox DSL/Fiber 7-90 erhält ein deutlich reduziertes Design. Zur Bedienung gibt es nur noch eine Taste und eine LED. Kabel sollen durch ein integriertes Kabelmanagement geordnet und weitgehend unsichtbar geführt werden.
Technisch steckt dagegen einiges im Gehäuse. Der Router unterstützt Wi-Fi 7 und soll über drei Funkbereiche zusammengerechnet Datenraten von bis zu 12,2 Gigabit pro Sekunde (Gbps) erreichen.
Wi-Fi 7 ist die aktuelle WLAN-Generation und soll unter anderem höhere Geschwindigkeiten und eine bessere Nutzung mehrerer Funkbereiche ermöglichen. Die theoretischen Höchstwerte sind allerdings nicht mit der tatsächlichen Geschwindigkeit eines einzelnen Smartphones oder Notebooks gleichzusetzen. Wie schnell Daten im Alltag übertragen werden können, hängt unter anderem von den verwendeten Endgeräten, der Entfernung zum Router und dem Internetanschluss ab.
Neben WLAN verfügt die neue FritzBox über schnelle Netzwerkanschlüsse und dient gleichzeitig als Smart-Home-Zentrale. Unterstützt werden DECT und Zigbee. Zigbee ist ein Funkstandard, über den beispielsweise Lampen, Sensoren und andere Smart-Home-Geräte miteinander kommunizieren können.
Neuer Glasfaser-Router für bis zu 10 Gbps
Auch für besonders schnelle Glasfaseranschlüsse legt Fritz nach. Die neue FritzBox 5630 XGS unterstützt XGS-PON-Anschlüsse mit Tarifen von bis zu 10 Gbps.
Hinter dem sperrigen Begriff XGS-PON steckt eine Glasfasertechnik, die sehr hohe Datenraten in beide Übertragungsrichtungen ermöglicht. Die FritzBox verfügt passend dazu über einen Netzwerkanschluss mit bis zu 10 Gbps.
Beim WLAN setzt auch dieses Modell auf Wi-Fi 7. Die vom Hersteller angegebenen maximalen WLAN-Datenraten liegen bei 2.880 Megabit pro Sekunde (Mbps) im 5-Gigahertz-Bereich und 688 Mbps auf 2,4 Gigahertz.
Internet über 5G, notfalls sogar per Powerbank
Eine weitere Neuheit ist die FritzBox 6835 5G. Sie soll vor allem dort schnelles Internet ermöglichen, wo kein ausreichend schneller Festnetzanschluss verfügbar ist.
Der kompakte Router verbindet sich über das 5G- oder 4G-Mobilfunknetz mit dem Internet. Über 5G sollen im Download bis zu 2 Gbps möglich sein. Sowohl eine klassische Nano-SIM als auch eine eSIM werden unterstützt.
Interessant für den mobilen Einsatz: Die Stromversorgung erfolgt über USB-C. Damit lässt sich die FritzBox laut Hersteller auch mit einer geeigneten Powerbank betreiben.
Das Gerät kann außerdem als Notlösung für einen ausgefallenen Festnetzanschluss dienen. Fällt beispielsweise die DSL-, Kabel- oder Glasfaserverbindung aus, kann eine Mobilfunkverbindung als Ausfallschutz genutzt werden.
Neuer Repeater soll WLAN-Funklöcher schließen
Für große Wohnungen und Häuser bringt Fritz zudem den FritzRepeater 6700 Pro. Seine Aufgabe ist es, die WLAN-Abdeckung zu vergrößern und Funklöcher zu vermeiden.
Das Gerät arbeitet mit Wi-Fi 7 über insgesamt vier Funkbereiche. Fritz nennt eine addierte maximale Datenrate von bis zu 18 Gbps. Dazu kommen ein Netzwerkanschluss mit bis zu 10 Gbps und ein weiterer mit bis zu 2,5 Gbps.
Der Repeater lässt sich in ein WLAN-Mesh integrieren. Bei einem Mesh arbeiten Router und Repeater gemeinsam als ein zusammenhängendes WLAN. Nutzerinnen und Nutzer müssen also nicht manuell zwischen verschiedenen Funknetzen wechseln, wenn sie sich beispielsweise mit dem Smartphone durch das Haus bewegen.
FritzOS 8.50 soll sicherer und einfacher werden
Neue Hardware ist nur ein Teil der IFA-Neuheiten. Fritz zeigte außerdem das kommende FritzOS 8.50.
Das Betriebssystem der FritzBox erhält unter anderem eine DNS-Filterung. Damit kann kontrolliert werden, welche Dienste zur Übersetzung von Internetadressen verwendet werden. Obendrein soll Internetverkehr automatisch priorisiert werden können. Anwendungen, bei denen Verzögerungen besonders störend sind, können dadurch zuverlässiger funktionieren.
Für das FritzFon ist ein neuer einfacher Modus vorgesehen, der sich insbesondere an ältere Menschen richtet. Dazu gehören eine vereinfachte Bedienung und automatisierte Notrufe.
Auch die MyFritzApp wird erweitert. Eine Funktion namens Smart Check soll das Heimnetz analysieren und Nutzerinnen und Nutzern beispielsweise Hinweise zur WLAN-Qualität und zur besseren Positionierung ihrer Geräte geben.
Fritz öffnet sein Smart Home weiter
Beim Smart Home setzt Fritz stärker auf die Zusammenarbeit mit Systemen anderer Hersteller. Eine Matter-Bridge-Funktion für die FritzBox 5690 Pro soll Fritz-Geräte und weitere kompatible Smart-Home-Produkte in Matter-Netzwerke einbinden können.
Matter ist ein herstellerübergreifender Smart-Home-Standard. Vereinfacht gesagt soll er dafür sorgen, dass Geräte verschiedener Marken leichter miteinander zusammenarbeiten. Laut Fritz können entsprechende Geräte dadurch beispielsweise in Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa eingebunden und per Sprache gesteuert werden.
Neu ist außerdem die intelligente Steckdose FritzSmart Energy 201. Sie kann angeschlossene Geräte ein- und ausschalten sowie deren Stromverbrauch erfassen. Das Modell ist für Verbraucher mit bis zu 3.680 Watt ausgelegt und soll im Oktober 2026 auf den Markt kommen.
Für die Heizperiode kündigt Fritz zudem den FritzSmart Thermo 303 an. Der Heizkörperregler ermöglicht unter anderem individuelle Heizpläne, eine automatische Vorheizphase und eine Fenster-auf-Erkennung.
40 Jahre Fritz
Die Neuheiten fallen in ein Jubiläumsjahr: Fritz blickt 2026 auf 40 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Auf der IFA stellte das Unternehmen deshalb nicht nur neue Produkte vor, sondern betonte auch Themen wie europäische Fertigung, Sicherheit, Nachhaltigkeit und digitale Souveränität.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher dürfte von den vielen technischen Begriffen am Ende vor allem eines entscheidend sein: Das Heimnetz soll schneller, ausfallsicherer und stärker mit dem Smart Home verzahnt werden. Mit der neuen FritzBox-Generation stellte Fritz dafür auf der IFA die Weichen.