Neue Hitzewelle im Anmarsch: „Ganz klare Tendenzen“
Auf Deutschland rollte die nächste Hitzewelle zu Meteorologen rechnen im Juli mit deutlich höheren Temperaturen Bis zu 45 Grad könnten in der kommenden Woche kommen Die Menschen in Deutschland haben „eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher“ hinter sich. So lautet eine vorläufige Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Hitzewelle, die in manchen Regionen bereits seit Mitte des Monats anhält, könne „ohne Umschweife als historisch eingestuft werden“. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen habe es in Deutschland, aber auch in vielen Teilen Europas, noch nie so früh eine solch lange und intensive Hitzewelle gegeben. Mit 41,7 Grad in Coschen in Ost-Brandenburg an der polnischen Grenze ist am vergangenen Sonntag ein Temperaturrekord in Deutschland gemessen worden. Hitzewelle im Juli: Meteorologe erwartet erneut extreme Temperaturen Während sich Teile Deutschlands jetzt bei niedrigeren Temperaturen etwas von der Hitze erholen können, bleibt es vor allem im Südwesten heiß. Besonders die tropischen Nächte mit über 20 Grad bleiben eine Herausforderung. Und nicht nur das: Meteorologe Alban Burster von „wetter.com“, das wie diese Redaktion zur FUNKE Mediengruppe gehört, rechnet bereits mit neuen Wetterextremen. „Wir sehen ganz klare Tendenzen, dass die nächste Hitzewelle folgt“, sagt der Experte. Auch interessant Stand heute könne niemand genau sagen, wie das Wetter im Juli oder August konkret werde. Es gebe laut Burster aber mittlerweile gute Prognoseverfahren, aus denen sich eine Tendenz ableiten lasse. So könne man sehr gut vorhersagen, ob ein Monat eher zu kühl, zu heiß, zu trocken oder zu nass wird. Und was sagen die Prognosen für den Juli? „Es deuten sich für den Juli wirklich signifikant überdurchschnittliche Temperaturen an.“ Dass sich die Hitzewelle mit Temperaturen wie am vergangenen Wochenende wiederholt, bezeichnet Burster als „reine Formsache“. Gesundheit: Statt Wasser – Arzt empfiehlt dieses Getränk bei extremer Hitze Urlaubsplanung: Hitze im Urlaub – Arzt verrät, was Sie im Gepäck haben sollten Gesundheit: Hitze & Medikamente – Worauf Sie bei der Einnahme achten müssen Kreislauf: Bluthochdruck bei Hitze? Herzspezialist rät zu klaren Schritten Hitzeextrem droht: Bis zu 45 Grad könnten Deutschland erwarten Wer sich heute die Wetterkarten der kommenden Woche anschaut, könne regelrecht eine Kopie der letzten Hitzewelle sehen. „Es ist sehr früh, um verlässliche Angaben zu machen, aber uns könnten bis zu 45 Grad in der nächsten Woche erwarten“, sagt Burster. Das drohende Extremwetter sei derzeit nicht von der Hand zu weisen. „Wenn es dazu kommt, sprengt das wirklich alles, was wir bisher in Deutschland erlebt haben“, so der Meteorologe. Auch die Hitzephase Ende Juli/Anfang August im Jahr 2003, die nach wie vor als „Jahrhundertsommer“ bezeichnet wird, könne dadurch in den Schatten gestellt werden. Auch interessant Dennoch: Genaue Prognosen könne derzeit noch niemand seriös treffen, so Burster. Gerade weil viele Menschen wegen der vergangenen Hitzewelle noch „emotionalisiert“ seien, müsse man nun aufpassen, dass keine Panik vor extremen Temperaturen entsteht. Zumindest für die kommende Woche müsse aber mit einer „beständigeren Hitzewelle“, die sich aus dem Südwesten über Deutschland ausbreitet, gerechnet werden. Es gibt keine Garantie mehr für eine beständige Wetterlage. Alban Burster Frühe Hitzewelle lässt Wassertemperaturen drastisch steigen Als Grund nennt Alban Burster von „wetter.com“ die frühe und ebenfalls historische Hitzewelle im Mai dieses Jahres im Westen Europas. Allen voran in Frankreich und England. Temperaturen von weit über 30 Grad im Frühjahr hätten dafür gesorgt, dass sich die Wasseroberflächentemperatur drastisch erhöht hat. „Wasser ist ein sehr guter Wärmespeicher und hat einen großen Einfluss darauf, wie sich ein Wetterhoch und ein Wettertief positionieren“, erklärt er. Eine Hitzeglocke, wie Deutschland sie jetzt erlebt hat, „liebt es, wenn es warm in der Umgebung ist“. Die Hitze habe sich in dieser Folge erst über Westeuropa gestaut und Tag für Tag aufgebaut und sei dann nach Mitteleuropa gelangt. „Diese Wärme hat aber auch wieder dazu geführt, dass sich die Wassertemperatur noch einmal ordentlich erhöht“, so Burster. Aus diesem Grund, so der Experte, sei es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Hitze wiederhole. Auch interessant Klimakrise lässt Hitzewellen wahrscheinlicher und extremer werden Der DWD vermeldete bereits vor dem Höhepunkt der Hitzewelle, dass diese ohne den menschengemachten Klimawandel nicht möglich gewesen wäre. Dabei beruft sich der Wetterdienst auf eine Studie der „World Weather Attribution“. „Eine vergleichbare Juni-Hitzewelle wie in diesem Jahr, wäre demnach im Jahr 1976 um 3,5 Grad kälter gewesen und im Jahr 2003 um etwa 2 Grad kälter gewesen“, heißt es.