Neue Hormus-Route mit Maut: Für Trump wäre das ein Fiasko
Startseite Wirtschaft Neue Hormus-Route mit Maut: Für Trump wäre das ein Fiasko Von: Fabian Hartmann Uns auf Google folgen Irans Führung segnet mit dem Oman wohl eine neue Handelsroute durch die Straße von Hormus ab. Das eröffnet Optionen für eine Maut – und zusätzliche Milliarden. Maskat/Teheran – Irans Führungsriege in Teheran hat sich mit dem Oman offenbar auf eine neue Route durch die Straße von Hormus geeinigt. Auch wollen beide Staaten künftig Transitgebühren erheben. Der mögliche Deal steht am Ende langwieriger Spekulationen. Schon im März berichtete etwa Bloomberg, der Iran verlange von Schiffen Beträge von bis zu 2 Millionen US-Dollar für die Durchfahrt durch die für den Welthandel so essenzielle Meerenge. Ein systematisches Vorgehen hätte dem US-Sender zufolge zum damaligen Zeitpunkt aber noch nicht vorgelegen. Im seit nunmehr 160 Tagen andauernden Iran-Krieg ist die Straße von Hormus ein zentraler Konfliktherd. Immer wieder wurde sie für den Schiffsverkehr blockiert und wieder geöffnet – zuletzt Mitte Juni. Daneben sind Handelsschiffe hier nicht selten iranischen Angriffen ausgesetzt. Nun könnte der Iran also gemeinsam mit dem Oman an der Straße von Hormus verdienen. Beiden Nationen steht die Kontrolle über die Meerenge durch ihr jeweiliges Seehoheitsgebiet zu. Und die Maut dürfte enorme Summen in die jeweiligen Staatskassen spülen. Neue Handelsroute durch Straße von Hormus könnte enormer Gewinn für den Iran sein Irans Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Islamic Republic News Agency (IRNA), ein bedeutender Teil der neuen Transitroute für Handelsschiffe durch die Straße von Hormus verlaufe in iranischen Hoheitsgewässern. Konzipiert sei die neue Route nach Einigung des Irans und Omans derart, dass einlaufende Handelsschiffe entlang des iranischen Küstenstreifens geführt werden. Auslaufende Schiffe dagegen entlang der omanischen Küste. Durch die neue Schifffahrtsroute käme dem Iran eine formelle Aufsichtsrolle über den zentralen Verkehr im Persischen Golf zu. Im laufenden Krieg mit den USA und Israel wäre das ein bedeutender Gewinn für Irans Machtapparat. Wie n-tv unter Berufung auf einen Insider aus der Region berichtete, sei aktuell aber wohl noch zu klären, inwiefern „Kontrolle“ über die Handelsrouten in der Straße von Hormus definiert werde. Als Maut erwägt der Iran offenbar fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts von Schiffen in der Straße von Hormus Angaben eines iranischen Insiders zufolge erwägt der Iran Gebühren in Höhe von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts jeweiliger Schiffe, die die Meerenge passieren. Das könnte dem Iran täglich mehrere Millionen Dollar in die Staatskasse spülen. Der Oman dagegen strebt wohl Gebühren von etwa drei Prozent für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus an. Auf dem Papier sollen die Transitgebühren für die Hormus-Durchfahrt nach aktuellem Stand offenbar als „freiwillig“ ausgewiesen sein, wie mitunter n-tv berichtete. Diesen Umstand hatte US-Präsident Donald Trump zuvor vehement eingefordert. Allerdings dürfte davon auszugehen sein, dass Schiffen ohne Zahlung der veranschlagten Maut ein Angriff durch den Iran drohen könnte. Iran winken durch Hormus-Deal bis zu 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr Bis vor Beginn der gemeinsamen US-israelischen Luftangriffe auf Teheran (28. Februar) und weitere Ziele im Iran passierten laut Wirtschaftswoche täglich etwa 18 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus. Und das alleine aus Anrainerstaaten am Persischen Golf, wie etwa Bahrain, Katar, Kuwait oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Neben Rohöl werden aber auch große Mengen anderer Kraftstoffe wie Diesel und Kerosin oder Flüssigerdgas (LNG) durch die Straße von Hormus befördert. Legt man einer Berechnung jährlicher Summen, die der Hormus-Deal für Teheran in die Staatskassen spülen könnte, einen Preis von 75 US-Dollar pro Barrel Rohöl zugrunde, lässt sich das gewaltige finanzielle Ausmaß des Abkommens erahnen. So könnten sich Irans Einnahmen mit den anvisierten Mauteinnahmen laut Wirtschaftswoche auf mehr als 50 Milliarden US-Dollar jährlich summieren.