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Neue Langzeit-Studie: Warum rotes Fleisch das Diabetes-Risiko erhöht

Gesundheit

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Rotes Fleisch könnte das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen. Eine große französische Langzeitstudie liefert jetzt einen neuen Hinweis darauf. Im Mittelpunkt steht Neu5Gc, eine spezielle Zuckersäure, die unter anderem in rotem Fleisch vorkommt.

Dafür werteten Forscher der Sorbonne-Universität in Paris die Daten von 89.953 Erwachsenen aus. Im Schnitt waren sie 42 Jahre alt, wobei 79 Prozent Frauen waren. Zu Beginn der Studie hatte keiner der Teilnehmer Krebs oder Typ-2- Diabetes .

So untersuchten die Forscher den Fleischkonsum

Die Teilnehmer hielten in drei 24-Stunden-Ernährungsprotokollen fest, was sie gegessen hatten. So konnten die Forscher abschätzen, wie viel Neu5Gc sie täglich aufnahmen. Berücksichtigt wurden unter anderem Rind, Lamm, Schwein, Kaninchen, Ziege und Wild. Wurstwaren und Milchprodukte wurden getrennt betrachtet.

Nach rund sieben Jahren waren 966 Teilnehmer neu an Typ-2-Diabetes erkrankt. Auffällig: In der Gruppe mit der höchsten Neu5Gc-Aufnahme durch Fleisch lag das Risiko für Typ-2-Diabetes um 63 Prozent höher als in der Gruppe mit der niedrigsten Aufnahme.

Was Neu5Gc im Körper auslösen könnte

Die meisten Säugetiere können Neu5Gc von Natur aus selbst herstellen. Menschen haben diese Fähigkeit aufgrund einer genetischen Veränderung verloren. Essen wir rotes Fleisch, nehmen wir die Zuckersäure aber trotzdem auf. Neu5Gc kann dann in menschliches Gewebe eingebaut werden.

Genau hier wird es für die Forscher interessant: Weil unser Körper Neu5Gc nicht selbst produziert, erkennt das Immunsystem den Stoff als fremd und bildet Antikörper dagegen. Dadurch kann die Immunabwehr immer wieder aktiviert werden. Die Forscher vermuten: Solche dauerhaften Entzündungen könnten insulinproduzierende Zellen schädigen. Auch Gewebe, das auf Insulin reagiert, könnte beeinträchtigt werden. Bei Neu5Gc aus Milchprodukten zeigte sich dagegen kein Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes.

Was die Studie noch offenlässt

Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse vorläufig sind. Denn es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Sie kann einen Zusammenhang zeigen, aber nicht klären, was das erhöhte Typ-2-Diabetes-Risiko konkret verursacht hat.

Auch die Berechnung der Neu5Gc-Aufnahme über Ernährungsprotokolle könnte zu Messfehlern geführt haben. Zudem wurden mögliche Veränderungen der Ernährung während der rund sieben Jahre nicht berücksichtigt. Weitere Untersuchungen sollen klären, wie Neu5Gc und andere Bestandteile von rotem Fleisch mit Typ-2-Diabetes zusammenhängen.

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