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Neue Sternbrücke in Hamburg erfolgreich eingeschwenkt

Nation

Stand: 31.07.2026 05:25 Uhr Der Transport der neuen Sternbrücke ist geglückt: Um 3 Uhr erreichte der Stahlkoloss seine Zielposition an der Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße. Nun beginnt das mehrstündige Abstapeln, bei dem die Brücke auf ihre Lager sinkt. Um 3 Uhr war es dann so weit: Das Spezialteam der niederländischen Firma Mammoet hatte die 108 Meter lange Brücke in ihre Endposition gedreht, wo sie zum Stehen kam. Von dieser Position aus konnte das Abstaplen beginnen, bei dem die Brücke auf ihre Widerlager sinkt. Nach Angaben der Deutschen Bahn dauert das mehrere Stunden. Auch dieses Mal herrschte rund um den Transportweg Volksfeststimmung - überall hatten sich tausende begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer versammelt, immer wieder applaudierten sie, wenn die Megabrücke vorbeizog. Immer wieder Zwangspausen - und Volksfeststimmung Dabei hatte sich die Brücke - wie schon beim ersten Teilstück am Vortag - zunächst relativ zügig in Bewegung gesetzt und nach nur zwei Stunden die Zielfläche erreicht. Eine kleine Zwangspause gab es aber auch dieses Mal: Die Widerlager, auf denen die 3.700 Tonnen Stahl ruhen, waren noch nicht endgültig fertig. Erst gegen Mitternacht ging es weiter, von der Max-Brauer-Allee auf die Kreuzung mit der Stresemannstraße - immer wieder mit längeren Pausen, weil der Untergrund mit zusätzlichen Stahlplatten stabilisiert werden musste. Spektakulärer Transport Der Transport war spektakulär und wurde von Hunderten Schaulustigen über Stunden beobachtet. Am Donnerstagvormittag war die Brücke auf der Max-Brauer-Allee in unmittelbarer Nähe ihres Montage-Ortes in Bewegung gesetzt worden, stoppte dann aber kurze Zeit später schon wieder. Erst am Abend gegen 20 Uhr ging die etwa 500 Meter lange "Fahrt" dann richtig los: Zentimeter für Zentimeter bewegte sich die 108 Meter lange und 21 Meter breite Riesenbrücke - deren Gewicht auf schmalen Fahrgestellen mit mehr als 1.000 Rädern lastete - die Straße hinab Richtung der Kreuzung mit der Stresemannstraße. Bei Einbruch der Dämmerung gab es dann noch einmal eine etwa 90 minütige Pause für letzte vorbereitende Arbeiten an den Brückenköpfen, bevor gegen Mitternacht das spektakuläre Drehmanöver beginnen konnte: Die Brücke wurde langsam und wieder Zentimeter für Zentimeter in genau die Position gebracht, in der sie in Zukunft den Bahnverkehr über die belebte Straßenkreuzung führen wird. Abstand nur 40 Zentimeter Der Transport war eine logistische Meisterleistung, die monatelang von einem Team aus Expertinnen und Experten vorbereitet worden war: "Es gibt einige sehr enge Stellen, die wir passieren müssen. Bei Tageslicht ist das etwas übersichtlicher", sagte Bahn-Projektleiterin Janna Widmaier. "Die engste Stelle ist bei einem Balkon, dort beträgt der Abstand nur 40 Zentimeter. An der engsten Stelle zwischen zwei Gebäuden haben wir einmal 80 und einmal 90 Zentimeter Abstand links und rechts." Nach dem Transport sollte das Bauwerk noch in der Nacht auf die vorbereiteten Lager der Brückenköpfe gesetzt werden, die danach mit Beton vergossen werden sollten. Dieser abschließende Teil des Brückentransports war wegen der niedrigeren Temperaturen auf die Nachtstunden gelegt worden. Schaulustige verfolgen den Weg der Sternbrücke Die Bahn-Tochter InfraGo hatte den Beginn des Brückentransports überraschend um einen Tag vorgezogen: Bereits am Mittwochmittag war die Brücke seitlich auf die Max-Brauer-Allee transportiert worden. So konnte am Donnerstag volle Konzentration auf die Strecke bis zur Stresemannstraße gelegt werden. Um 12.13 Uhr setzte sich der Stahlkoloss seitwärts in Bewegung. Gegen 12.40 Uhr erreichte die Brücke den 40 Meter entfernten Vor-Montage-Ort auf der Max-Brauer-Allee. Viele Schaulustige verfolgten den spektakulären Transport und machten Fotos. Nachdem die Brücke auf der Max-Brauer-Alle war, wurden die 3.700 Tonnen Stahl auf den Fahrgestellen langsam hydraulisch hochgehoben. Denn die Brücke musste auf die Einbauhöhe von sechs Metern hoch gestemmt werden. Acht Stunden sollte das den Angaben vorab zufolge insgesamt dauern. Transport war eine große Herausforderung Bis zum Wochenende soll die Sternbrücke endgültig eingebaut sein. Das sei auch für die ausführende Fachfirma Mammoet aus den Niederlanden eine Herausforderung: "Technisch gesehen ist es schwierig, wir arbeiten schon mehr als ein Jahr daran. Von der Ausführung her ist es ein mittelgroßes Projekt", sagte Mammoet-Projektmanager Lars de Haas. Die Anwohnenden durften, anders als zunächst geplant, während des Brückentransports in ihren Wohnungen bleiben. Die Behörden richteten zwar einen Appell an die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner, ihre Wohnungen für die Dauer der Baumaßnahmen zu verlassen, weil die Rettungswege eingeschränkt waren, es bestand aber keine Pflicht. Wer wollte, konnte sich im Hotel unterbringen lassen. Nerven bei Anwohnerinnen und Anwohnern lagen blank Bei manchen Anwohnerinnen und Anwohnern lagen allerdings wegen des Lärms der Presslufthämmer und des vielen Drecks in den vergangenen Tagen und Wochen die Nerven blank. Nicht jeder wollte oder konnte ins Hotel ausweichen. "Das war vor allem tagsüber enorm laut, man hat zum Teil im Boden richtige Vibrationen gespürt", sagte Anwohner Konstantin Leykam NDR Hamburg. Er wollte jedoch aus Interesse lieber in seiner Wohnung bleiben: "Das Ganze möchte ich tatsächlich gerne sehen. Schon aus reiner Neugier möchte ich mir das gerne angucken", so Leykam. Bisherige Sternbrücke war 100 Jahre alt Die alte Sternbrücke stammt aus dem Jahr 1926. Wegen ihres Zustands und der gestiegenen Anforderungen an den modernen Bahnverkehr entschied sich die Deutsche Bahn für einen Neubau. Bis zur aktuellen Sperrung fuhren täglich etwa 900 Regional- und Fernverkehrszüge sowie S-Bahnen über die vier Gleise.

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